1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus

Höfeflohmarkt in Heinzenberg wird zum Dorffest

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

ualoka_graevenwiesbach_hoe_4c
Konrad und Svana Esche (links) haben interessante Bücher im Hof von Familie Wraase-Will und Moses gefunden. © Andreas Romahn

Grävenwiesbach-Heinzenberg (aro). Hofflohmärkte erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Sie entwickeln sich nicht selten zum kleinen Dorffest. Am Sonntag war der erste Höfeflohmarkt in Heinzenberg ein solch begeisterndes Event. Es herrschte mächtig Trubel im 400-Seelen-Dorf, als eine große Besucherschar aus der Großgemeinde, dem Usinger Land und sogar dem Rhein-Main-Gebiet bei strahlendem Sonnenschein zwischen 11 und 17 Uhr durch den alten Ortskern des 667 Jahre alten Heinzenberg pilgerte.

28 Stände waren in 22 Höfen aufgebaut und boten reichlich Gelegenheit, nicht nur kleine Geschäfte zu machen, sondern das Dorf in heimeliger Atmosphäre kennenzulernen. In der Usinger Straße hatte Familie Bochmann im eng bebauten Hof einen bunten Familienstand aufgebaut, wuselten die Kinder hin und her und wurden unter anderem Kinderklamotten angeboten. »Wir machen zum ersten Mal beim Flohmarkt mit und nur deswegen, weil wir unser schönes Dorf zeigen wollen.« Da fand sich auch spontan Platz für den Stand des Nachbarn Andreas Guse, der exklusive Wilesco Dampfwalzen-Modelle zum Verkauf anbot.

»Wir haben vier Stunden vom Keller bis zum Speicher alles ausgeräumt, verriet Steffi Günther, dass der Höfeflohmarkt dafür sorgte, sich endlich von Dingen wie Schreibmaschine, Puzzle, Thermo-Mix oder Geschirr zu trennen.

Schreibmaschine, Puzzles und Geschirr

Im 412 Jahre alten, immer in Familienbesitz befindlichen Hof bei »Nirrehäusersch« in der Friedhofstraße 3 war bei der Schnäppchenjagd Heinzenberger Dorfgeschichte besonders gut zu spüren. Bei Tanja und Philippe Wenger in der Friedhofstraße 9 genossen die Besucher im Hof des ehemaligen Pferdehandels Launhardt viel Grün und einen Blick aufs freie Feld, während an vier Ständen »Bares für Rares« veranstaltet wurde.

»Beim Gustav«, so hieß die alte Gaststätte der Heinzenberger in der Usinger Starße 15, gab es auch einen Stand. Mitorganisatorin Ute Pawlik wohnt erst seit drei Jahren hier und freute sich schon früh über das lebendige Treiben. Da machte es viel Spaß, das Dorf besser kennenzulernen.

Am Alten Rathaus trafen sich mit dem ehemaligen Ortsvorsteher Erhard Lohnstein, Erika Kluger, Erhard Veith oder Klaus Dominiak alteingesessene Heinzenberger. Sie waren sich einig, dass es so eine Präsentation des Dorfes seit der 650-Jahr-Feier 2005 nicht mehr gab. Nach zwei Jahren Pandemie begegneten sich alle Generationen und wurden die Besucher häufig zum gemütlichen Plausch eingeladen. Auf dem Vorplatz des Dorfgemeinschaftshauses sorgten die Landfrauen für Verköstigung und herrschte am großen Kuchenbüfett mächtig Andrang. Beim Höfeflohmarkt machten auch die Bewohner der Steinstraße kräftig mit. Sie boten den Besuchern beim Spaziergang auch - und das ganz ohne Feilscherei - einen imposanten Blick ins frühlingshafte Weiltal.

Auch interessant

Kommentare