FDP-Kandidat Holger Grupe stellt sich am 18. Januar dem Votum der Taunusbürger.
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FDP-Kandidat Holger Grupe stellt sich am 18. Januar dem Votum der Taunusbürger.

Landratswahl

Holger Grupe: Der Kandidat, der einen Baum fällen kann

Landrat Ulrich Krebs (CDU) will bei der Wahl am 28. Januar seinen Job behalten, Ellen Enslin (Grüne) und Holger Grupe (FDP) würden ihn gerne beerben. Als Politiker sind alle drei keine Unbekannten im Hochtaunuskreis. Aber man ist ja bekanntlich mehr als sein Amt. Unsere Reporterin Sabine Münstermann hat einen Fragebogen ausgearbeitet, der dabei helfen soll, die Menschen Krebs, Enslin und Grupe kennenzulernen. Die Antworten, die sie bekommen hat, waren zum Teil verblüffend. Oder hätten Sie gewusst, dass Holger Grupe, dem unsere heutige Serie gewidmet ist, in der Lage ist, einen Baum zu fällen?

Herr Grupe, seit wann wussten Sie, dass Sie Politiker werden wollten ?

HOLGER GRUPE: Es ist tatsächlich so, dass ich mir nicht vorgenommen habe, Politiker zu werden, ich hatte nur einfach schon vor vielen Jahren das Gefühl, ich würde in meinen Ort, in meine Heimat, gerne politisch etwas Bewegung reinbringen. Und dafür muss man sich nun einmal selbst einsetzen.

Und war es schon immer Ihr erklärtes Ziel, Landrat zu werden?

GRUPE: Nein, war es nicht. Im Prinzip ist das ja auch eine abstrakte Position. In der Regel sagen Menschen, die politisch Karriere machen wollen, sie würden gerne Bürgermeister oder Bundestagsabgeordneter werden. Landrat haben die Wenigsten auf dem Schirm. Bei mir keimte die Idee in den vergangenen Jahren auf, weil man an dieser Position Impulse geben kann.

Was haben denn Ihre Eltern zu Ihrer Entscheidung gesagt?

GRUPE: Als Landrat zu kandidieren, meinen Sie? Die fanden das klasse.

Und Ihre Freunde?

GRUPE (lacht): Nachdem wir das parteiintern besprochen hatten und meine Kandidatur in der Taunus Zeitung publik gemacht worden war, waren meine Frau und ich wochenends drauf auf einer Party eingeladen – bei Nicht-Politikern, will ich betonen. Da fragte mich der eine oder andere Kumpel, ob das Landrat-Sein denn ein Vollzeit-Job sei. . .

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Kuss?

GRUPE: Ich glaube, das war einer dieser typischen Stehbluesklassiker.

Apropos: Was war denn das wildeste Erlebnis in Ihrer Jugend?

GRUPE: Ich war bei den Pfadfindern, da haben wir eine Menge wilder Sachen gemacht. . . Wir sind zum Beispiel mit einem Interrail-Ticket quer durch Europa gefahren. In Spanien haben wir dann an einem Strand ein paar Neubauten gesehen, bei der das eine oder andere Haus noch nicht fertig war. Da haben wir dann kurzerhand unser Lager aufgeschlagen. Das war natürlich eine ziemlich coole Angelegenheit.

Haben Sie in der Schule geschummelt?

GRUPE: Zählt Vorsagen auch?

Verraten Sie uns doch mal, welches Ihre beiden größten Macken sind?

GRUPE: Klingt jetzt vielleicht merkwürdig, aber ich glaube, meine Leidenschaft für Politik ist eine Macke. Ich schaue mir sogar in fremden Ländern gerne Parlamente an. . . Ansonsten werde ich nörgelig, wenn ich hungrig bin oder habe ein Faible für Manschettenknöpfe.

Und wenn wir jetzt Ihre Frau fragen würden, bekämen wir die gleiche Antwort?

GRUPE: Der würden vielleicht noch mehr einfallen.

Wer darf Ihnen halbwegs ungestraft sagen, wenn Sie schief gewickelt sind?

GRUPE: Ach, da bin ich relativ offen. Vertraute, Freunde, Bekannte – im Prinzip habe ich kein Problem damit, Kritik einzustecken. Natürlich bekommt man sie nicht unbedingt gerne vom politischen Gegner unter die Nase gerieben. . .

Welches für die Politik komplett unwichtige Talent besitzen Sie? Wir denken da an Häkeln und Co.

GRUPE: Als guter Pfadfinder kann ich natürlich Feuer machen und Bäume fällen.

Wofür haben Sie zu wenig Zeit?

GRUPE: Für meine Familie.

Wer war der Held Ihrer Kindheit?

GRUPE: Meine Großmutter. Das war eine tolle Frau. Bodenständig und weltläufig, klar in ihren Meinungen, eine Frau mit Werten – und eine tolle Ratgeberin.

Was haben Sie sich als Kind sehnlichst gewünscht, aber nicht bekommen?

GRUPE: Einen Hamster.

Und welchen Lebenstraum möchten Sie sich noch erfüllen?

GRUPE: Ich wollte als Kind eigentlich Archäologie, am liebsten sogar verbunden mit Ägyptologie studieren. Ich träumte von Ausgrabungen in exotischen Ländern. Immerhin habe ich eine Frau geheiratet, die das wirklich studiert hat. Tatsache ist aber, dass ich irgendwann noch einmal die Pyramiden sehen will, und Luxor, und. . .

Was ist das Nützlichste, das Ihnen Ihre Eltern beigebracht haben?

GRUPE: Jetzt lachen Sie bitte nicht, aber ich kann prima bügeln, Knöpfe annähen und kochen. Und tue das alles auch.

Was können Sie nur mit Humor ertragen?

GRUPE: Wenn Menschen verbiestert sind oder Spaß daran haben, andere zu ärgern. Das liegt mir nämlich einfach fern und ich finde es grauenhaft, wenn ich Menschen diesen Schlags begegne. Das erträgt man tatsächlich nur mit Humor.

Was war der schlimmste Job, den Sie jemals erledigen mussten?

GRUPE: Ich habe als Schüler mal in einem Paketzentrum gearbeitet und erinnere mich, dass dort am Fließband im Akkord gearbeitet werden musste. Das an sich war nicht schlimm. Mich hat es nur berührt, als ich erlebt habe, wie die Päckchen dort herumgeschmissen wurden – auch solche, die liebevoll verpackt waren und auf denen groß stand: Bitte nicht werfen.

Können Sie kochen? Und wenn ja, was ist Ihre Spezialität?

GRUPE: Wie gesagt, ich glaube ich kann halbwegs manierlich kochen. Meine Spezialität ist Rehkeule mit Semmelknödeln und Rotkohl. Das gibt es auch zu Weihnachten.

Worüber haben Sie sich zuletzt so richtig aufgeregt?

GRUPE: Echt jetzt? Da muss ich wirklich nachdenken, so schnell regt mich nichts auf. Also gut: Über die Berichterstattung zu den Jamaika-Sondierungen.

Welche berühmte Persönlichkeit würden Sie gerne mal treffen – und warum eigentlich?

GRUPE: Bei toten Berühmtheiten würden mir viele einfallen. Bei den Lebendigen wohl am ehesten jemand wie Stephen Hawking oder der Dalai Lama. Auf jeden Fall jemand, von dem man etwas lernen kann, weil er über ein derartig großes Wissen oder Lebensweisheit verfügt.

Und jetzt noch mal schnell ein paar Sätze zu Ende schreiben:

Meine schulischen Leistungen waren. . . ganz okay.

Mein Spitzname lautet. . . von meinem Nachnamen abgeleitet Groupie.

Vor sechs Uhr morgens. . . muss meistens der Hund raus.

Meine Lieblings-Onlineseite. . . ist natürlich die der Taunus Zeitung.

Mit einem Lottogewinn würde ich. . . eine Herrenboutique in Wuppertal eröffnen.

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