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Der Vorsitzende des DRK-Ortsverbandes Bad Homburg, Günter Krause, Bereitschaftsleiter Johannes Pigge und der DRK-Kreisvorsitzende Axel Bangert (von links) freuen sich auf den Bezug der neuen DRK-Unterkunft in der Urseler Straße. Foto: Pieren

Arbeiten laufen auf Hochtouren

Nach Zeit der Heimatlosigkeit: DRK Bad Homburg will neue Unterkunft beziehen

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Nach dem Abriss der alten Unterkunft in der Schwalbacher Straße lief die Arbeit des DRK-Ortsverbandes Bad Homburg von Köppern aus. Die Zeit, in der die Rotkreuzler bei den Nachbarn unterkommen mussten, ist in Kürze vorbei. Noch laufen die Arbeiten an der neuen Unterkunft hinter dem THW-Gelände auf Hochtouren - der Umzug zurück nach Bad Homburg hat aber längst begonnen.

Bad Homburg - Ist vom Roten Kreuz die Rede, hat man unweigerlich die Rettungswagen des DRK vor Augen. In den Einsatzfahrzeugen sind hauptamtliche Rettungssanitäter und Notärzte unterwegs, um Menschenleben zu retten. Das Engagement der Ortsvereine des DRK läuft hingegen auf ehrenamtlicher Ebene und in anderen Einsatzgebieten. Mit dem Bau der neuen Unterkunft schafft sich der Bad Homburger Ortsverein dafür eine neue Basis.

Das im Frühjahr bezugsfertige neue "DRK-Hauptquartier" liegt etwas versteckt hinter der Syna-Zentrale und dem Technischen Hilfswerk (THW) in der Urseler Straße. Hinter sechs großen Rolltoren parken bereits die DRK-Fahrzeuge des Ortsverbandes und des Katastrophenschutzes. Kisten und Kartons stehen kreuz und quer. Darin ist das Hab und Gut des Ortsvereins verstaut. Sie waren in den vergangenen zwei Jahren in drei Übersee-Containern im Ausweichquartier in Köppern deponiert.

Bad Homburg: Innenausbau des DRK ist noch nicht abgeschlossen

"Gut, dass die Fahrzeuge nun wieder bei uns sind", sagt Bereitschaftsleiter Johannes Pigge. "Das war eine ganz unbefriedigende Situation, weil wir immer 20 Minuten unterwegs waren, um erst einmal unsere Autos für Sanitätsdienste nach Bad Homburg zu holen. Unsere Büroarbeit und die Organisation erledigen wir derzeit noch aus dem Container." Nun warteten alle Mitglieder sehnsüchtig darauf, dass die Unterkunft bezugsfertig wird und das Hab und Gut einen neuen angestammten Platz findet.

Noch ist der Innenausbau der neuen Räume neben der Wagenhalle nicht abgeschlossen. In den Sanitärräumen werden bald Toiletten und Waschbecken installiert. In den lichtdurchfluteten Büro-, Gruppen- und Seminarräumen sind die Fliesenleger zugange, die Kabel- und Versorgungsleitungen sind verlegt. "Alle freuen sich darauf, im Frühjahr auf der Terrasse zum ersten Mal den Grill anzuwerfen", sagt der Vorsitzende des DRK-Ortsverbandes, Günter Krause.

Auch Johannes Pigge ist froh, dass ein Ende der entbehrungsreichen Zeit der Heimatlosigkeit abzusehen ist. "Die Stadt hat das 3600 Quadratmeter große Grundstück von einer Erbengemeinschaft gekauft und dem DRK in Erbpacht zur Verfügung gestellt", erläutern Krause und Pigge. "Die direkte Nachbarschaft zum THW ergibt Sinn, weil wir ja ohnehin in einigen Bereichen eng zusammenarbeiten."

Bad Homburg: Großzügige Unterstützung durch die Stadt

Der neue DRK-Standort liegt zwar etwas versteckt, doch braucht der Ortsverband nicht unbedingt eine so zentrale und verkehrsgünstige Lage wie die Rettungsdienste an den Kliniken. Man ist froh, dass die Syna das nun vom DRK genutzte Grundstück nicht benötigte. Für eine Erweiterung sei hinter dem Umspannwerk immer noch eine Fläche vorhanden.

Möglich wurde der Neubau, weil die Stadt Bad Homburg einen Investitionskostenzuschuss in Höhe von 300 000 Euro zur Verfügung stellte. Zur weiteren Finanzierung musste der Ortsverband einen Kredit in Höhe von nochmal 300 000 Euro aufnehmen. "Die Mitfinanzierung der Stadt ist absolut lobenswert. Ich wünschte, das hätte Vorbildcharakter für andere Kommunen", sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Axel Bangert. "Leider werden andere Ortsvereine nicht so großzügig unterstützt, weil die ehrenamtliche Arbeit des DRK nicht so sehr im Blick ist wie die der Feuerwehren."

In der Kurstadt leisten knapp 50 Aktive rund 60 Sanitätsdienste pro Jahr - alleine 37 davon während des Bad Homburger Sommers und zahlreiche weitere während des Laternenfests. "Unsere Ortsverbände brauchen mehr finanzielle Mittel, damit das Ehrenamt arbeiten kann", sagt Bangert. "Neben den Sanitätsdiensten wird von unseren Mitgliedern das Essen auf Rädern und der Hausnotruf organisiert. Von den Mitgliedsbeiträgen bleibt letzten Endes nur ein Drittel in den Ortsvereinen", so der DRK-Chef.

Währenddessen ist der Feldberghof offenbar maroder als gedacht. Die voraussichtlichen Kosten für die Sanierung mussten jetzt auf über zwei Millionen Euro hochgesetzt werden. Der Kreis will dem Zweckverband Feldberghof zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen.

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