Der ehemalige HP-Sitz ist derzeit verwaist. Die neuen Eigentümer haben sich jetzt dem Ortsbeirat vorgestellt.	foto: mmh
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Der ehemalige HP-Sitz ist derzeit verwaist. Die neuen Eigentümer haben sich jetzt dem Ortsbeirat vorgestellt.

Stadtteil Ober-Eschbach

Erste Ideen für Entwicklung des ehemaligen HP-Geländes

Für die Entwicklung des ehemaligen HP-Gelände in Bad Homburg gibt es erste Ideen. Eines ist aber so gut wie klar: Wohnung werden nicht entstehen.

Bad Homburg – Zwei "Überraschungsgäste" hatten sich - nach vorheriger Absprache, versteht sich - zur jüngsten Sitzung des Ober-Eschbacher Ortsbeirats eingefunden: Axel König und Joachim Kilb waren gekommen, um das Gremium über den Stand der Dinge über das ehemaligen Hewlett-Packard-Geländes zu informieren.

In der Hausnummer 1 der nach dem weltbekannten PC- und Druckerhersteller benannten Straße ist es seit einigen Monaten still, das früher weithin sichtbare "hp"-Logo ist abgeschraubt, Absperrbänder flattern vor der Einfahrt, seit auch die letzten Mitarbeiter ausgezogen sind.

Drei Frankfurter Immobilienunternehmer - Claus Wisser, Axel König und Andreas Krone - haben unter dem Namen HP Campus Verwaltungs-GmbH das rund 60 000 Quadratmeter große Grundstück samt Bürogebäude mit rund 12 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche (BGF) erworben "und zwar ohne konkreten Plan, was wir damit machen werden", so König.

Derzeit ist das Konsortium dabei, die Möglichkeiten zu eruieren, wobei von Anfang an klar gewesen sei, dass Wohnbebauung und Logistik/Lager "definitiv ausscheiden". Gegen Ersteres sprechen der Bebauungsplan und der gesellschaftliche wie politische Wille, gegen Letzteres die hohen Grundstückspreise und die Verkehrssituation. 

Bad Homburg: Wohnbebauung scheidet aus

Bleibt also (Büro-)Gewerbe, und da sind die neuen Eigentümer "absolut ergebnisoffen. Wir wollen ohne zeitlichen Druck was Vernünftiges machen", so Joachim Kilb, der als Rechtsanwalt Claus Wisser vertritt. Ob die Gesellschaft als Bestandshalter oder lediglich als Entwickler die wie auch immer genutzte Immobilie betreue, sei derzeit noch nicht klar.

Zum ersten Kennenlernen wurden dem Ortsbeirat drei Optionen vorgestellt: Es könne eine Bestandsvermietung des Gebäudes geben, denn obwohl der hohe Anteil an Großraumbüros heute nicht mehr so angesagt sei, gäbe es durchaus eine Nachfrage. Die zweite Idee wäre eine Neubebauung in zwei denkbaren Varianten: entweder mit Erhaltung des bestehenden Gebäudes und zusätzlichen Neubauten auf der bisher ungenutzten Fläche in südöstlicher Richtung, was mit einer BGF von insgesamt etwa 30 000 Quadratmetern umgesetzt werden könnte. Oder eine komplette Neubebauung des Geländes mit maximal 63 000 Quadratmetern BGF. 

Bad Homburg: Option Rechenzentrum

Als dritte Option bringen sie das Stichwort "Rechenzentrum" ins Spiel, für das es konkrete Interessenten gäbe. Eine interessante Variante, zumal ein Rechenzentrum deutlich weniger Mitarbeiter hat als eine normale Büroimmobilie - und somit weniger Verkehr verursacht - und für gute Steuereinnahmen sorgen dürfte. Reflexartig kommt bei der Sitzung den Anwesenden das schwarze Ungetüm, der Rechenzentrum-Klotz an der A5 in den Sinn, doch auf diese Bedenken sind die Investoren vorbereitet, zeigen Skizzen, wie ein Rechenzentrum "grün" gestaltet sein könnte - mit gefälliger Fassade, die sich laut König "unaufgeregt in die Landschaft integriert und auch der Nachbarschaft gefällt."

Die Mitglieder des Ortsbeirats freuen sich, dass die neuen Besitzer zu einem so frühen Zeitpunkt den Kontakt suchen, haben Anmerkungen zu Strombedarf, Abluftwärme, Sicherheitsfragen, Frischluftschneise, Verkehr und Beleuchtungssituation. Die neuen Eigentümer versichern: "Die Sensibilität für all das ist absolut da."

Das hört der Ortsbeirat gern, doch als "gebrannte Kinder" aus dem DuPont-Projekt (als sich der Käufer Rock Capital mutmaßlich als Spekulant entpuppte und das Gelände jahrelang brach lag), will der Ortsbeirat sein Mitspracherecht gewahrt wissen und genau hinsehen, was da geplant wird. "Wenn es konkreter wird, würden wir es gerne in einer der nächsten Sitzungen vorstellen", verabschieden sich die neuen Eigentümer der Hewlett Packard-Straße 1. (Von Monika Melzer-Hadji)

In ganz Bad Homburg steigen die Bodenrichtwerte für Grundstücke. Sogar weniger optimale Lagen sind inzwischen sehr gefragt.

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