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14-Jährige im Rathaus und am Bahnhof sexuell belästigt

Vorfall in Bad Homburg vor Gericht

14-Jährige im Rathaus und am Bahnhof sexuell belästigt

Wegen der Belästigung einer 14-Jährigen ist ein 21-Jähriger angeklagt. Er habe nur mit dem Mädchen sprechen wollen, beteuerte der Angeklagte vor Gericht. Doch eine Freundin des Opfers bezeugte, dass der Mann zudringlich geworden war.

Bad Homburg - Wegen sexueller Belästigung musste sich ein Homburger vor der Jugendrichterin verantworten. Laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft hatte der 21-Jährige am 30. Juli 2018 am Nachmittag im Rathaus ein Mädchen (14) mehrfach sexuell belästigt. Zunächst habe er es an die Wand gedrückt und dabei mit festem Griff ihren Po erfasst. Danach soll ihr der Mann, den die Jugendliche vom Sehen kannte, mehrmals gegen ihren Willen auf die Wange geküsst haben. Die 14-Jährige war mit zwei Freundinnen unterwegs; als sich die Mädchen entfernten - so der weitere Tatvorwurf - soll der mit rund 2 Promille alkoholisierte Mann ihnen eine gefüllte Getränkedose nachgeworfen haben, die nur knapp über deren Köpfe geflogen und an einer Wand aufgeschlagen sei.

Durch einen hinzukommenden Security-Bediensteten sei der Vorfall beendet worden, trug die anklagende Oberstaatsanwältin vor. Doch damit war die unangenehme Begegnung für die 14-Jährige nicht beendet. Gegen 21.30 Uhr traf sie am Bahnhof erneut auf den Angeklagten. Dabei soll der Mann erneut zudringlich und sogar gewalttätig geworden sein. Als die Jugendliche seine Annäherung abwies, habe er sie an den Haaren gezogen und obszön beleidigt. Durch die schnell erscheinende Polizeistreife wurde die 14-Jährige aus der misslichen Lage befreit.

Der Angeklagte, der laut eigener Aussage 1997 in Afghanistan geboren wurde und mit einer dort lebenden Frau verheiratet ist, kam vor vier Jahren nach Deutschland. Zurzeit hat er eine auf ein Jahr befristete Aufenthaltsgenehmigung. Er bezieht monatlich 380 Euro Sozialhilfe. Dazu wird ihm eine Unterkunft gestellt.

Mädchen muss aussagen

Den Tatvorwurf bestritt der junge Mann im Gericht. "Ich habe die 14-Jährige nicht geküsst und auch keine Dose nach ihr geworfen", ließ er vom Dolmetscher vortragen. Er habe sich nur mit der Jugendlichen unterhalten wollen. "Das Mädchen war erst 14 Jahre alt. Sie sind wesentlich älter", hielt die Jugendrichterin dem Angeklagten vor.

Eine damals mit anwesende Freundin bestätigte, dass der Angeklagte die 14-Jährige auf die Wange geküsst und sie ihn deshalb abgewiesen habe. "Sie wollte das nicht", stellte die Zeugin im Gericht klar.

Die Verhandlung konnte nicht abgeschlossen werden. Denn die 14-Jährige, die aus Dieburg zum Bad Homburger Amtsgericht kommen musste, hatte den Zug verpasst. Die Richterin hätte dem Opfer den gerichtlichen Auftritt gern erspart. Doch dazu wäre ein Geständnis des Angeklagten erforderlich gewesen. Aber der Bad Homburger bestritt weiterhin die Tat. Nun soll das Verfahren mit Anhörung des Opfers am 3. Juni fortgesetzt werden.

Von Heinz Habermehl

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