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Die Stadt will Fahrzeuge auf Elektro- oder Wasserstoffbetrieb umstellen

Bessere Luft

Bald ohne Abgase: Bad Homburg will Elektrobusse

Die Stadt will Fahrzeuge auf Elektro- oder Wasserstoffbetrieb umstellen - Betriebshof wäre dann aber zu klein. Die ersten beiden E-Busse könnten schon 2021 durch den Seedammweg rollen. Um die Luft im Kurbezirk zu verbessern, will die Stadt nun mehr über alternative Antriebsarten wissen. 

Bad Homburg - Wenn der Stadtbusverkehr von Diesel- auf Elektroantrieb umgestellt werden sollte, welche Folgen und Kosten würde das nach sich ziehen? Dies hat die Stadt in einer von der "LandesEnergieAgentur" bezahlten Studie untersuchen lassen. Nun will der Magistrat, aufbauend auf den Erkenntnissen, vertiefende Untersuchungen starten - auch, ob ein Antrieb mit Wasserstoff (H) die bessere Variante wäre - oder eine Kombination aus beidem.

Das neuerliche Papier müsste die Stadt allerdings selbst bezahlen. Am kommenden Donnerstag hat die Stadtverordnetenversammlung eine Beschlussvorlage über den Themenkomplex auf der Tagesordnung; zunächst berät aber schon am morgigen Dienstag (Beginn: 18.30 Uhr im Rathaus, Raum 133) der Verkehrsausschuss darüber.

Nicht ob, sondern wann kommen die Busse

In der von Bürgermeister Meinhard Matern (CDU) unterzeichneten Vorlage heißt es, es gehe nicht darum, ob man die Umstellung der Busflotte auf E- oder H-Antrieb machen solle. Denn aus umweltpolitischen Gründen bestehe Handlungsdruck. "Die Umstellung ist einfach notwendig.

Die Frage ist daher eher, wann erfolgt die Umstellung und welche Fahrzeuge sollen künftig zum Einsatz kommen."

Anders als im Moment wird die Stadt aber Geld zuschießen müssen. Derzeit kostet der Stadtbusverkehr, der täglich fast 25 000 Menschen befördert, die Stadt 5,7 Millionen Euro einschließlich der Miete des Betriebshofs, wo die Busse parken und betankt werden. Mit der Umstellung der Flotte auf E-Busse prognostiziert die Studie Zusatzkosten zwischen 2,5 und 3,3 Millionen Euro pro Jahr. Zudem müsste der Betriebshof in der Nehringstraße um- und - eventuell anderswo - deutlich ausgebaut werden. Denn derzeit parken dort sämtliche 51 Fahrzeuge, die in Bad Homburg, Oberursel und Friedrichsdorf eingesetzt werden. Damit sind die Kapazitäten erschöpft - und zum Aufladen der Fahrzeuge würde zusätzlicher Platz gebraucht.

Mit den beiden Nachbarstädten kooperiert die Kurstadt beim Busverkehr. Die 51 Busse mit Euro-VI-Norm wurden 2017 neu beschafft. Die Verträge mit dem Busbetreiber Transdev endet 2024, wobei die Stadt eine zweijährige Verlängerungsoption hat. Mit den Nachbarstädten soll rasch geklärt werden, "ob sich die bisher erfolgreiche Zusammenarbeit bei einer Umstellung auf E-Busse fortsetzen lässt". Anschließend wäre laut Vorlage ein guter Zeitpunkt für eine Umstellung, denn bis dahin wäre die technische Entwicklung noch weiter fortgeschritten.

Testbetrieb ab 2021

In der Zwischenzeit könne schon mal ein Testbetrieb mit zwei E-Bussen aufgenommen werden - und zwar auf der Linie 6, die zwischen Kirdorf und dem Amtsgericht verkehrt und dabei auch den Kurbezirk passiert. Dort soll die Luft ja ohnehin verbessert werden. Start soll 2021 sein. Um die Fahrzeuge zu leasen, würden der Stadt Kosten von jährlich 200 000 bis 250 000 Euro entstehen. Dieses Geld soll in den Haushaltsjahren 2020 und 2021 zusätzlich bereitgestellt werden.

Für die gesamte Route der Linie 6 reicht laut Vorlage die Reichweite der E-Busse nicht aus. Morgens und mittags brauche man zudem den größeren Gelenkbus, um die Schülermengen von Kaiserin-Friedrich-Gymnasium und Maria-Ward-Schule aufzunehmen.

Die CDU hat schon Zustimmung zur Vorlage "ihres" Bürgermeisters angekündigt - trotz der Zusatzkosten. "Das ist uns der Schutz unserer Luftqualität wert", sagt Dr. Oliver Jedynak, Fraktionsvorsitzender der CDU. Gemeinsam mit dem Koalitionspartner SPD habe man bereits voriges Jahr die Erstellung an der ersten Studie angeregt. Er hält das Jahr 2025 für die Umstellung der Flotte für einen realistischen Zeitraum. Den Testbetrieb begrüßt die CDU auch in Hinblick auf die Luftqualität im Kurbezirk ausdrücklich.

von Anke Hillebrecht

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