Mit mobilen Pumpen wurde mitgebrachtes Brauchwasser zu den Feuerwehrleuten transportiert, die die Handhabung der neuen Schläuchen übte.

Mehr Brände durch lange Trockenheit

Neue Taktik gegen Waldbrände: Feuerwehr rückt mit Wasserrucksack an

Die Feuerwehr Bad Homburg löscht Waldbrände künftig nach internationalen Standards. Dabei kommen auch Wasserrucksäcke zum Einsatz.

Bad Homburg - 16 Hektar Feldfläche sind vergangene Woche bei einem Brand in Grävenwiesbach zerstört worden. So traurig dies war - für den schon länger geplanten Ausbildungstag der Feuerwehr zu diesem Thema, der nur einen Tag später stattfand, war der Brand im Usinger Land der passende Auftakt. In Zusammenarbeit mit der weltweit tätigen Hilfsorganisation @fire, die international bei Wald- und Buschfeuern im Einsatz ist, wurden die Brandbekämpfer der Kurstadt zum Thema Vegetationsbrandbekämpfung geschult.

Bad Homburg: Mehr Waldbrände durch lange Trockenheit

Unter dem sperrigen Begriff wird unter anderem die Bekämpfung von Wald-, Flächen- und Flurbränden zusammengefasst. Das sind Einsatzlagen, mit denen die Feuerwehr in Zukunft häufiger beschäftigt sein werden, wie Feuerwehrchef Daniel Guischard sagt: "Lange Trockenperioden, hohe Temperaturen und der durch Windwurf und Schädlingsbefall geschwächte Wald führen im Sommer zu einer zunehmend ausgeprägten Waldbrandgefahr. Auch in unseren Breitengraden, wie gerade die großen Waldbrände im Osten oder die Flächenbrände im Hintertaunus gezeigt haben."

Aus diesem Grund hat die Bad Homburger Feuerwehr ihre Einsatzkonzepte weiterentwickelt. "Wir orientieren uns an anerkannten Standards, die wir in praktischen Übungen unseren Einsatzkräften vermitteln, um sie bestmöglich auf den Ernstfall vorzubereiten", so der Branddirektor. Diese standen auch jetzt im Mittelpunkt.

Bad Homburg: Feuerwehr erfüllt Internationale Standards

In drei theoretischen Blöcken erfuhren die Feuerwehrleute zunächst alles über die neuen Einsatzkonzepte und Gerätschaften. Diese basieren auf international anerkannten Standards und Empfehlungen, wie sie etwa auch bei den großen Waldbränden in Kalifornien zum Einsatz kommen.

Künftig sollen in Bad Homburg flexible, hochmobile Einsatzteams mit leichten, tragbaren Rückenspritzen, Wasserrucksäcken, Spezialstrahlrohren und speziellen Hacken zum Einsatz kommen. Besonders bei Bränden abseits von Wegen und im steilen Gelände hat diese Taktik erhebliche Vorteile.

Bad Homburg: Feuerwehr testet Einsatz im Stadtwald

Im Bad Homburger Stadtwald ging es dann in der Praxis ans Eingemachte. Hierzu hatte der Stadtforst extra eine geeignete Revierfläche zur Verfügung gestellt. Während sich Teile der Mannschaft im Umgang mit speziellen Handwerkzeugen übten, mit denen Schneisen geschlagen werden können, befassten sich andere mit der Handhabung der neu beschafften Blasgeräte und mobilen Pumpen.

Über die Pumpen wurde mitgebrachtes Brauchwasser zur dritten Gruppe transportiert, die sich mit der eigentlichen Brandbekämpfung beschäftigte. Bei der Hitze war das auch ohne echtes Feuer eine körperlich anspruchsvolle Aufgabe.

Klar, dass ein gemeinsames Grillen auf der Feuerwache zum Abschluss der Veranstaltung nicht fehlen durfte. "Die Ziele der Übung wurden erreicht. Die Vorteile der neuen Einsatztaktik konnte von allen Teilnehmern erfasst und umgesetzt werden", zog Übungsleiter Christian Mayer eine positive Bilanz. 

Bad Homburg: Bürgermeister lobt Feuerwehr

"Die Frauen und Männer der Bad Homburger Feuerwehr stellen sich mit großem Engagement den Herausforderungen und zeigen auch unter großer körperlicher Belastung, dass die innovative Einsatztaktik zur Bekämpfung gefährlicher Brände in Wald und Flur hervorragend geeignet ist", resümierte auch Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Meinhard Matern (CDU).

Auch die Zusammenarbeit mit @fire möchte Guischard intensivieren: "Wir werden auch künftig jede Entwicklung in Technik und Taktik beobachten und daraus zukunftsfähige Einsatzkonzepte entwickeln. Die Kooperation mit @fire ist hierzu ideal." Gut möglich also, dass künftig auch Feuerwehrleute aus Bad Homburg weltweit im Einsatz sind.

VON SVEN-SEBASTIAN SAJAK

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