Das städtebauliche Konzept der Stadt Bad Homburg gibt den Rahmen für das zu entwickelnde Areal vor: Auf den 28 600 Quadratmetern, für die der Hochtaunuskreis jetzt einen Käufer sucht, sollen Wohnungen entstehen, das Gelände der geplanten Kita (das umgedrehte "L" rechts in der Mitte) ist nicht im Angebot enthalten.

Öffentliche Ausschreibung

Hochtaunuskreis bittet um Angebote für das ehemalige Klinik-Areal in Bad Homburg

Noch steht das ehemalige Kreiskrankenhaus in der Urseler Straße, doch das weiträumige Gelände soll sich in den kommenden Monaten wandeln. Jetzt sucht der Hochtaunuskreis als Eigentümer potenzielle Käufer.

Bad Homburg- Der Titel der Öffentlichen Ausschreibung des Hochtaunuskreises wirkt wenig spektakulär: "Der Kreis beabsichtigt in 61348 Bad Homburg mehrere Grundstücke bzw. Grundstücksteile zu verkaufen", heißt es. Wer jetzt hofft, eine kleine Parzelle für sein Eigenheim zu ergattern, wird enttäuscht sein. Zum Verkauf steht das ehemalige Klinik-Areal - ein Filetstück mit satten 28 600 Quadratmetern.

Bis zum 14. Juni haben Firmen nun Zeit, ihr Interesse an der Fläche zu bekunden. Damit die potenziellen Investoren wissen, was sie erwartet, hat der Kreis ein umfangreiches Exposé bereitgestellt.

Ehemaliges Klinik-Areal in Bad Homburg heiß begehrt – Hohe Nachfrage schon vor der Ausschreibung

Die Nachfrage ist offenbar hoch, wie Kreissprecherin Andrea Nagell bestätigt. "Schon vor dem Beginn des Verfahrens lagen bereits rund 100 Interessenbekundungen vor, die durch die elektronische Versendung des Exposés bedient wurden." Heißt: Schon bevor der Kreis um Angebote gebeten hat, standen die ersten Firmen Schlange. Und seitdem die Ausschreibung deutschlandweit in den Immobilienteilen einer regionalen, aber deutschlandweit erscheinenden Tageszeitung inseriert wurde, kamen weitere hinzu. Natürlich wird nicht jeder, der sich die Pläne anschaut, auch tatsächlich ein Angebot abgeben. "Erfahrungsgemäß erhalten wir von rund 20 Prozent der Interessenten dann auch Gebote", so Nagell.

Käufer für ehemaliges Klinik-Areal in Bad Homburg soll in mehreren Schritten ausgewählt werden

Da die Stadt Bad Homburg sehr konkrete Vorstellungen hat, was auf dem Areal verwirklicht werden soll, habe sich der Kreis für ein mehrstufiges Verfahren entschieden. Derzeit läuft der erste Schritt: Interessenten können ein "indikatives Kaufpreisangebot", also ein unverbindliches Angebot auf Basis des von der Stadt vorgegeben Konzeptes abgeben. Anschließend werden maximal fünf Bieter ausgewählt.

Mit diesen geht der Kreis dann in erste Verhandlungen, bei denen die Maßnahme von Stadt, Kreis und Bieter gemeinsam konkretisiert wird. Erst wenn es ein detailliertes Übereinkommen gibt, reicht der Investor ein finales Angebot ein.

Das städtebauliche Konzept sieht vor, zwischen Taunusstraße und Jacobistraße eine Bruttogeschossfläche für "Wohnen" von rund 33 600 Quadratmeter verteilt auf rund 270 Wohneinheiten zu schaffen - Tiefgaragen und Untergeschosse sind bei dieser Flächenangabe nicht einberechnet. Rund zehn Prozent des Wohnraums soll unter die Kategorie "bezahlbar" fallen - die Mehrfamilienhäuser sind am Rande des Gebiets, vor allem in Richtung Urseler Straße und Jacobistraße, aber auch an der Ecke der Taunusstraße zum Hessenring geplant. Im Inneren wird es eher Reihenhäuser geben. Neben dem zentral gelegenen Quartiersplatz soll eine neue Kita entstehen - diese Fläche ist nicht Gegenstand der derzeitigen Ausschreibung, sondern wird von der Stadt Bad Homburg entwickelt.

Erschließung des ehemaligen Klinik-Areals in Bad Homburg: Enge Abstimmung mit der Stadt

Die Erschließung soll über die Taunusstraße und im Süden über die Jacobistraße erfolgen. Die im künftigen Bebauungsplan festgesetzten öffentlichen Flächen, also Wege und Grünflächen, sind vom Käufer herzustellen und gehen nach Abnahme kostenfrei in das Eigentum der Stadt über.

Zudem bedarf es sowohl bei der Erschließung als auch bei der weiteren städtebaulichen Entwicklung des Gebietes einer engen Abstimmung mit der Stadt.

Fest steht bereits: Das Areal wird nicht in einem Rutsch entwickelt werden. Zwar wird sich der Investor verpflichten, auch die Bestandsgebäude zu übernehmen und abreißen zu lassen, grundsätzlich ist vonseiten des Kreises jedoch beabsichtigt, das Nutzungsverhältnis für das Haus "Berlin" nicht vor Jahresende 2021 zu beenden, die Nutzungsverhältnisse für die Häuser "Schlesien" und "Pommern" sollen erst Ende 2022 beendet werden.

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