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Drei Fresenius-Mitarbeiter betrachten das neue Bürogebäude "EK3" an der Pappelallee. Es beherbergt 600 Büroarbeitsplätze und ein Betriebsrestaurant. Ein 800 Quadratmeter großes Atrium mit Folienkissen-Dach ermöglicht den zentralen Zugang zu allen Gebäudeteilen.

Erweiterung

70 Millionen: Fresenius investiert in den Ausbau seiner Konzernzentrale

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Das Dax-Unternehmen mit Sitz in der Kurstadt wächst ständig. An der Pappelallee wird jetzt ein Bürogebäude für 600 Mitarbeiter in Betrieb genommen. Weitere neue Arbeitsplätze entstehen in der Umgebung.

Bad Homburg - Else Kröner hätte es sich vermutlich nicht träumen lassen, dass ihre Initialen einmal den Namen eines großen Bürogebäudes bilden könnten. Dank der beherzten Unternehmerin konnte Fresenius nach dem Zweiten Weltkrieg so stark wachsen. "EK3" heißt der fünfgeschossige Neubau, der auf dem früheren Parkplatz des Dax-Konzerns an der Pappelallee entstanden ist. Der Name steht für Else-Kröner-Straße 3, die Adresse des Gebäudes. 600 Mitarbeiter finden darin Platz; die ersten ziehen dieser Tage ein. Wer über die Pappelallee fährt, sieht in den Räumen schon Lampen leuchten.

Der Bau mit den hübschen türkis-blauen Sonnenblenden bildet eine Art neuen Stadteingang, ist es doch nach den Kliniken das erste Gebäude nach der Autobahnabfahrt, das man sieht. Ein würdiger Platz, hat Fresenius doch rund 70 Millionen Euro in den Ausbau seiner Bad Homburger Konzernzentrale investiert und damit ein Bekenntnis zur Kurstadt geleistet.

Die Zahl seiner Mitarbeiter am Stammsitz wächst pro Jahr um mehr als hundert. Unter anderem, weil immer mehr Menschen auf der Welt Zugang zu medizinischer Versorgung haben, aber auch, weil die Menschen immer älter werden. Und so braucht der Pharmakonzern, für den weltweit knapp 300 000 Menschen arbeiten, hier stetig mehr Platz. Aktuell beschäftigt er in Bad Homburg rund 3900 Mitarbeiter sowie etwa 300 weitere in Oberursel.

Folienkissen-Dach

Um Platz für den Neubau zu schaffen, wurde vor zwei Jahren das Hochregallager auf dem Gelände flächenmäßig verkleinert; viele der weggefallenen Parkplätze wurden in ein ebenfalls jüngst entstandenes firmeneigenes Parkhaus in der Daimlerstraße verlegt. Das "EK3" hat auch eine Tiefgarage.

In dem Gebäude befinden sich auf einer Bruttogeschossfläche von gut 21 500 Quadratmetern 600 Büroarbeitsplätze und Ruhebereiche mit gemütlichen Sesseln, außerdem Konferenzräume und ein weiteres Betriebsrestaurant. Von der Pappelallee aus kann man auf dem Gebäude ein Folienkissen-Dach erblicken. Es überspannt ein 800 Quadratmeter großes Atrium, das alle Gebäudeteile miteinander verbindet. Zwischen der "EK3" und den benachbarten Gebäuden soll es in den kommenden Wochen auch wieder grün werden. Bei schönem Wetter können die Mitarbeiter in einer neuen Außenanlage im Freien arbeiten. Hauptnutzer des Neubaus wird der Bereich EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) von Fresenius Medical Care sein. Eine offizielle Einweihungsfeier ist für Spätsommer geplant.

Uniqus in Fresenius-Hand

Neue Arbeitsplätze sind nicht nur im "EK3" entstanden, sondern auch in der Daimlerstraße. "D15 neo" heißt ein weiterer, kleinerer Neubau, der mit einem bereits bestehenden Forschungs- und Entwicklungszentrum durch einen Steg verbunden ist. Hier arbeiten seit Mitte April die ersten von 150 Mitarbeitern. Dank dieses Gebäudes, dessen Kosten in den 70 Millionen enthalten sind, konnte man alle in Bad Homburg tätigen Mitarbeiter des Forschungs- und Entwicklungsbereichs von Fresenius Medical Care an einem Standort bündeln.

250 Beschäftigte des IT-Dienstleisters Fresenius Netcare wiederum warten derzeit noch darauf, dass das "Uniqus" an der Horexstraße fertig wird. Das markante Bürogebäude mit der goldschwarzen Barcode-Fassade soll Ende des Jahres bezugsfertig sein; der Dax-Konzern hat es komplett angemietet. Eine Gebäudehälfte ist schon in Betrieb - auch dort sitzen Fresenianer.

Im Zwickel zwischen Bahndamm und Pappelallee, am Ende der Daimlerstraße, entsteht ein weiteres Bürogebäude, das aber nichts mit Fresenius zu tun hat. Die Grand First Homburg GmbH & Co. KG lässt dort ein dreigeschossiges Haus mit 2100 Quadratmeter Mietfläche bauen. Im Vergleich zu dem Doppelgebäude "IO" auf der anderen Seite der Gleise, mit dessen Bau der Investor Procom noch in diesem Jahr auf dem Basler-Gelände starten möchte, ist dieses Vorhaben eher kleiner. "Daher könnte es auch von einem Mieter übernommen werden", sagt Christian Blum vom Generalunternehmer Bernhard Bauträger. Es könne aber auch in bis zu neun Einheiten geteilt werden. Bis Sommer 2020 soll das Gebäude fertig sein. Interessierte Firmen gebe es schon. "Die verkehrsgünstige Lage unweit des Bahnhofs ist ein Alleinstellungsmerkmal", so Blum. Vor allem IT- und Gesundheitsbranche interessieren sich dafür. "Fresenius zieht."

Ist das Gebäude in Betrieb, soll eine Schranke die Durchfahrt aus der Dornbachstraße auf die Pappelallee endgültig unterbinden. Sie galt als Unfallschwerpunkt. Nur die Feuerwehr darf hindurch. ahi

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