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Die Südumgehung ist viel befahren. Welche Möglichkeiten sich dort und rund um Ober-Eschbach für den Verkehr ergeben, klärt jetzt eine Studie.

"Wohnquartier Südcampus"

Neue Wohnungen in Ober-Eschbach bald fertig - aber wo sollen die Autos fahren?

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Stadt gibt Machbarkeitsstudie für Südring und Ostring in Auftrag - Zwei Wochen Autos gezählt. Die Verkehrssituation im Stadtteil Ober-Eschbach beschäftigt seit Monaten die Bürger und die Politik. Vor allem mit Blick darauf, dass die ersten der insgesamt 500 Wohnungen im neuen "Wohnquartier Südcampus" 2021 bezugsfertig sein sollen - und der Autoverkehr damit sicher nicht weniger wird. Jetzt hat die Stadt eine Verkehrsuntersuchung und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die sich mit der Sache befasst.

Bad Homburg - "Teilräumliche Verkehrsuntersuchung Zeppelinstraße/Südring/Ostring/Nordtangente - Machbarkeitsstudie und Verkehrsuntersuchung" steht über der Ausschreibung und auch, dass bereits ein Unternehmen mit der Sache befasst ist, nämlich die R+T Verkehrsplanung GmbH mit Sitz in Darmstadt. Was ein bisschen spröde und bürokratisch klingt, hat es durchaus in sich. Es geht nämlich um nicht weniger als die Zukunft des Straßenverkehrs im Osten der Stadt.

Die Stadtteile Gonzenheim und Ober-Eschbach ächzen nämlich seit langem unter der Verkehrslast. Vor allem Eschbach schaut mit Sorge auf deren Entwicklung, denn mit dem neuen "Wohnquartier Südcampus" mit 500 Wohneinheiten - die ersten sollen 2021 bezugsfertig sein - werden sicherlich nicht weniger Autos über die Straßen des Ortsteils fahren oder die Umgehungsstraße dorthin nutzen auf dem Weg von und zur Arbeit. Schon heute ist das Befahren der Ober-Eschbacher Straße, des Süd- und des Ostrings kein Vergnügen, sagen viele Bürger und auch, dass diese Straßen ihre Kapazitätsgrenze eben schon jetzt, vor dem Bau Hunderter Wohnungen, erreicht hätten.

Bad Homburg: Simulationen entwickeln

Jüngst hatte Stadtplanungsleiter Holger Heinze auf einer Bürgerversammlung erklärt, dass man deswegen versuchen müsse, den Durchgangsverkehr auf den Landesstraßen zu halten und aus den Ortschaften heraus. "Aber das ist keine Einzelperspektive von Ober-Eschbach, sondern das betrifft die ganze Stadt. Deswegen sind Untersuchungen, die nur einen Stadtteil betreffen, auch nicht sinnvoll", betonte Heinze damals. Es brauche ein Gesamt-Verkehrskonzept. An dem die Stadt schon arbeite. Mit Blick aufs Regiebuch und die Gesamtentwicklung der Stadt wolle man nämlich auch ein Integriertes Mobilitätskonzept ("Imoko") erstellen, sagte Heinze damals. Insofern dürfte die jetzige Machbarkeitsstudie durchaus als Teil einer solchen zu sehen sein.

Grundlage der Studie ist eine Verkehrerhebung in den letzten beiden Augustwochen dieses Jahres. "Aufgrund dieser Daten können wir Verkehrssimulationen erstellen, die uns Einblick geben, wie sich der Verkehr entwickelt, wenn man an dieser oder jener Stellschraube dreht, sagt Stadtsprecher Marc Kolbe und fügt erklärend hinzu: "Wenn man beispielsweise eine grüne Welle bei einer bestimmten Geschwindigkeit einführt, an einer Stelle eine Ampel aufstellt oder an einer anderen eine Abbiegespur anlegt."

Denn, so Kolbe: "Wir wollen eine fundierte Aussage darüber bekommen, wie man funktionierende Verkehrsströme in dem Gebiet hinbekommt." Denn es gelte ja, zwei Ströme im Blick zu behalten, die Hauptströme - jene, die von und zur Autobahn führten - und die Nebenströme aus den Ortsteilen und in die Ortsteile hinein.

Neues Wohnquartier

Am Ende solle die Machbarkeitsstudie in einen sogenannten koordinierten Streckenzug münden. Im Klartext: zur Folge haben, dass im Osten der Stadt für Autofahrer ein gutes Durchkommen in alle Richtungen ist. Mit Ergebnissen aus der Studie sei gleichwohl nicht vor Jahresende zu rechnen. Deswegen seien bereits jetzt Einzelmaßnahmen geplant. Zur Erinnerung:

Veränderungen sind zum Beispiel für die Hewlett-Packard-Straße geplant. Von dort aus kommt man mit dem Auto bislang nur nach rechts auf den Südring. Linksabbiegen ist nicht möglich. Die Stadt will deswegen eine Ampel installieren, damit das Linksabbiegen dort künftig möglich wird. Die Planungen stehen unter dem Vorbehalt der Genehmigung des Straßenbaulastträgers HessenMobil. Der Südring ist eine Landesstraße und untersteht deswegen HessenMobil.

Der Straßenbaulastträger wird sich auch noch mit zwei weiteren Planungen befassen müssen. Die Stadt plant nämlich auch die Einrichtung einer Ampelschaltung an der Kalbacher Straße und von der Straße Am Römischen Hof auf den Südring. Vom Römischen Hof aus ist zwar bereits jetzt das Einbiegen sowohl nach rechts als auch nach links möglich. Allerdings ist dieses Abbiegen nicht ganz ohne. Zum einen kann es gerade in den Stoßzeiten lange dauern, bis sich eine Lücke zum Linksabbiegen ergibt, zum anderen sind diese Lücken mitunter auch ziemlich klein - und damit eben auch nicht ganz ungefährlich.

Ober-Eschbach hat große Veränderungen vor sich - vor allem durch den Neubau eines ganzen Viertels, des "Wohnquartiers Südcampus" .  Eine neue Tankstelle könnte gravierende Auswirkungen auf den Verkehr auf der Ober-Eschbacher Straße in Bad Homburg haben.

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