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Der Eigentümer reagiert damit auf die Beschwerden der Bürger (Symbolbild)

Eigentümer reagiert

Alkohol und Drogenexzess am Rathaus Bad Homburg - jetzt wird gehandelt

Am Rathaus in Bad Homburg ist die Situation brenzlig, jetzt zieht der Eigentümer Konsequenzen. 

Bad Homburg - Bürger und Geschäftsleute monieren schon seit längerem die Situation rund um den Rathausplatz. Es geht um Alkohol, Drogen, Schlägereien, randalierende Jugendliche. Ende November 2018 schloss unter anderem aus diesem Grund die dortige Pizzeria ihre Pforten. Der Inhaber schrieb damals auf Facebook: „Nach 25 Jahren muss ich leider meine Pizzeria schließen. Gesundheitliche Gründe haben mich dazu bewogen, aber auch wirtschaftliche.“ Denn leider hätten sich die Situation und die Atmosphäre am Rathausplatz trotz einiger Maßnahmen „nicht verbessert“.

Es soll ein passgenaues Sicherheitskonzept geben

Dabei hatte zum 1. August vergangenen Jahres Hauptkommissar Michael Krietsch seine Arbeit als Bad Homburger „Schutzmann vor Ort“ aufgenommen. Als solcher hat er ein Büro im Homburger Rathaus – und zwar deshalb, weil seine Funktion Teil des Landesprojektes „Kompass“ ist, an dem Homburg seit Dezember 2017 als Pilot-Kommune teilnimmt. Unter „Kompass“ – das steht für Kommunalprogramm Sicherheitssiegel – sollen von Polizei, Kommune, Bürgern und weiteren Akteuren passgenaue Sicherheitskonzepte erarbeitet und umgesetzt werden.

Passgenau, das wäre ja nun das Stichwort für den Rathausplatz. Und tatsächlich haben Krietschs Anwesenheit sowie der Austausch mit der Landespolizei und dem Sozialamt wohl auch gefruchtet. Das zumindest hatten Krietsch, Sozialdezernentin Lucia Lewalter-Schoor (SPD) und Kriminaldirektorin Antje van der Heide Ende September 2018 bei einer Pressekonferenz betont. Man habe großen Aufwand betrieben, um am Rathausplatz für Ordnung zu sorgen. Und auch Erkenntnisse über die handelnden Personen gewonnen.

Immer noch Handlungsbedarf am Rathaus

Viele kämen zwar nur zum „Chillen“ dorthin, aber es habe auch „Drogendelikte, Körperverletzungen und Schmierereien“ gegeben, hatte van der Heide damals gesagt. Mag sein, dass die Verhältnisse inzwischen besser geworden sind. Aber noch immer besteht am Rathaus offenbar Handlungsbedarf. In der Sitzung des Hauptausschusses ging es dieser Tage um just dieses Thema. Wie zu hören war, wird das Rathaus selbst inzwischen von jungen Leuten vermehrt als Treffpunkt genutzt.

Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) sagte: „Die Problematik ist uns bekannt.“ Jugendliche drängten sich vor allem im Notausgang – und der sei denn auch ganz schön ramponiert. Das Problem: „Das Rathaus ist Privatgelände. Wir können da also keine Ordnungspolizei hineinschicken. Und das wissen die Jugendlichen auch.“

Die meisten seien zwar „harmlos“, sagte Hetjes, er wisse aber auch, dass sie als Gruppe eben bedrohlich wirkten. Auch der Stadtverordnete Peter Münch (AfD) hatte in der Ausschuss-Sitzung von einem Grüppchen mit „Ghettoblaster“ berichtet, das sich jüngst am Eingang zur Tiefgarage aufgehalten habe.

Die Situation ist nicht mehr akzeptabel

Für den Oberbürgermeister ist die Situation vor allem deswegen nicht zu akzeptieren, weil mitunter auch randaliert werde. „Ein Rathaus, in das die Bürger nicht mehr gehen wollen, weil Vandalen dort zugange waren? Das geht gar nicht“, betonte Hetjes. Um Abhilfe zu schaffen, hat der Rathauschef mit dem Eigentümer der Immobilie, dem Unternehmer Werner Wicker, beraten, was getan werden könne.

Wicker hat demnach zugesagt, von dieser Woche an einen zusätzlichen privaten Sicherheitsdienst zu engagieren, der eben auch Treppen, Eingänge und die Passage kontrolliert.

von Sabine Münstermann

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