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Sturm wütet Hochtaunuskreis

Feuerwehren waren im Dauereinsatz

Stadt Bad Homburg spricht Warnung aus - Sturm hat weiterhin Folgen

Der kurze Sturm am Mittwochabend hat im Taunus ordentlich gewütet - und die Gefahr ist noch nicht vorbei. Stadt Bad Homburg spricht Warnung aus. 

Bad Homburg - Große Äste und umgestürzte Bäume waren am Mittwochabend vor allem in Bad Homburg und Friedrichsdorf zu sehen. Hier hat Leser Klaus Hatebur einen Einsatz in der Wiesbadener Straße festgehalten. Der zweite heftige Frühjahrssturm des Jahres nach Eberhard im März hat den Feuerwehren und Hilfsdiensten im Taunus einen arbeitsreichen Mittwochabend beschert – zumal nicht nur außerhalb der Ortslagen, sondern auch direkt in den Kommunen zahlreiche Bäume entwurzelt wurden und vereinzelt Dachziegel und andere Gegenstände vom Sturm erfasst und durch die Gegend geweht wurden. Vom Gewitter blieb der Hochtaunuskreis zwar verschont, die Sturmböen am Rande der Gewitterzelle hatten es aber in sich. 

Bad Homburg: Während des Sturms waren alle Wachen im Einsatz

In Bad Homburg mussten die Feuerwehrleute rund 50 Einsatzstellen abarbeiten, alle sechs Wehren waren im Einsatz. Die Tannenwaldallee war zwischenzeitlich nicht passierbar, am Spielplatz in der Weilburger Straße stürzten gleich mehrere Bäume um, und in der Jacobistraße fiel ein großer Baum um und verfehlte dabei nur knapp dort abgestellte Wagen. Auf dem Kirdorfer Feld wurden zahlreiche Obstbäume in Mitleidenschaft gezogen. Auf den zum Teil noch brachliegenden Feldern wirbelte der Sturm die Erde auf, so dass vielerorten echte „Sandstürme“ beobachtet werden konnten. Im westlichen Kreis war es zwar etwas ruhiger, wobei auch dort die Wehren ausrücken mussten. 

Sturm wütet Hochtaunuskreis

Auf B8 zwischen Königstein und Glashütten: Baum stürzt auf Straße

35 Einsatzstellen bearbeiteten die fünf Oberurseler Wehren bis kurz vor Mitternacht – bei zwei Einsatzstellen musste auch das THW aus Bad Homburg anrücken. Auch in der Brunnenstadt waren die Einsatzstellen über das ganze Stadtgebiet verteilt, wobei mit der Adenauerallee auch eine der Hauptdurchfahrtsstraßen kurzzeitig gesperrt werden musste, weil eine Tanne aus einem Vorgarten auf die Straße gefallen war. Autofahrer hatte Glück Glück im Unglück hatte ein 32-jähriger Autofahrer auf der B 8 zwischen Königstein und Glashütten. Ein Baum stürzte gegen 19.50 Uhr kurz vor der Abfahrt in Richtung Feldberg auf die Straße und beschädigte dabei das Dach und die Frontscheibe. Verletzt wurde der Fahrer nicht, da der Wagen nur von der Baumspitze getroffen wurde. 

Stadt Bad Homburg warnt davor, in den Wald zu gehen

Mit 14 Fahrzeugen und 78 Einsatzkräften waren die vier Stadtteil-Feuerwehren bis gegen 23.30 Uhr im Einsatz, um Schäden des Sturms zu beseitigen, teilte der stellvertretende Stadtbrandinspektor Jürgen Leyendecker mit. „33 Einsätze, die in kurzer Reihenfolge in der Funkzentrale in Seulberg eingingen, galt es zu koordinieren – von der umgestürzten Dixi -Toilette, herumfliegenden Absperrbaken der zurzeit vielen Baustellen in Friedrichsdorf über umgestürzte Bäume, die auf Gehwegen, Straßen und Kraftfahrzeugen lagen, bis hin zu einem abgerissenen Dachfirsten und einem Edelstahl-Schornstein, galt es ein breites Spektrum von Einsätzen abzuwickeln.“ Nicht in die Wälder gehen Die Stadt Bad Homburg warnte gestern davor, in den kommenden Tagen den Stadtwald zu betreten. „Dort sind etliche Bäume umgefallen, andere stehen nicht mehr stabil. Außerdem hängen in manchen Bäumen noch abgebrochene Äste, die jederzeit herunterfallen können“, sagt Förster Günter Busch. 

Akute Gefahr: Weitere Bäume könnten umstürzen

Es werde mehrere Tage dauern, bis der Wald wieder gefahrlos betreten werden kann, der Weg zum Herzberg ist für Fußgänger und Kraftfahrzeuge gesperrt. Da das Wetter von Freitag an wieder schlechter werden soll und auch mit neuerlichen Böen gerechnet wird, bestehe „die akute Gefahr, dass weitere Bäume beziehungsweise Äste auf die Wege fallen“. Dass der Stadtwald vom Sturm so stark betroffen war, hat mehrere Ursachen. Zum einen seien die Wälder durch den trockenen Sommer im vergangenen Jahr und den Borkenkäferbefall stark in Mitleidenschaft gezogen und könnten Sturmböen nur wenig entgegensetzen, zudem kam der Wind am Mittwoch aus Süden, statt wie üblich von Westen, wo der Taunuskamm als Barriere wirkt. 

Von Harald Konopatzki

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