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Auf der A5 rund ums Bad Homburger Kreuz staut es sich oft. 

Bad Homburger Kreuz

Auf der A5 staut‘s sich: Warum keine Besserung in Sicht ist

Auf der A5 am Bad Homburger Kreuz stehen Staus an der Tagesordnung. Eine Besserung der Situation ist (vorerst) nicht in Sicht.

Bad Homburg - Wer im Berufsverkehr am Bad Homburger Kreuz auf die A5 fahren will, steht oft im Stau. Die Stadt hat beim Landesbetrieb Hessen mobil angeregt, Abhilfe zu schaffen, doch da verweist man auf eine Machbarkeitsstudie - weil man noch weit größere Verkehrsmengen erwartet.

A5 bei Bad Homburg: Mehr Fahrzeuge bedeuten mehr Stau

115.000 Autos, Lastwagen und Motorräder brausen alle 24 Stunden über das Bad Homburger Kreuz. Die jüngsten Zahlen von Erhebungen der Landesbehörde Hessen Mobil sind aus dem Jahr 2015. Da die Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet jedes Jahr wächst und die Zahl der Autonutzer wohl nicht sinkt, könnten es auch mehr Fahrzeuge sein. Wie Sprecher Andreas Mehring sagt, prognostiziert die Behörde für 2025 täglich 160.000 Fahrzeuge auf diesem Streckenabschnitt. Vor ein paar Jahren war sie noch von 144.500 Fahrzeugen ausgegangen.

Besonders voll ist die A5 natürlich im Berufsverkehr. Fast allabendlich müssen Pendler, die sich von Bad Homburg aus auf der A661 dem Homburger Kreuz nähern, auf den schwarzen Tafeln über der Autobahn lesen, um wie viele Minuten sich ihre Fahrt in Richtung Friedberg oder Frankfurter Kreuz verzögert. Meist sind es zwischen 9 und 19 Minuten.

Stau auf A5 bei Bad Homburger Kreuz: Nordwestkreuz noch voller

Derzeit geht es jeweils dreispurig vom Bad Homburger Kreuz gen Norden oder Süden. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist eine Erweiterung des Abschnitts zwischen Nordwestkreuz und Friedberg auf acht Spuren vorgesehen; geplant ist diese schon seit vielen Jahren. Am Nordwestkreuz wurden auch schon 350.000 Fahrzeuge gezählt. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) in Frankfurt, die sich für den Ausbau der A5 ausspricht, will ermittelt haben, dass 2017 zwischen dem Nordwestkreuz und dem Homburger Kreuz 655 Stau-Stunden angefallen sind.

Die Stadt Bad Homburg sollte nach einem Stadtverordnetenbeschluss vom Juni bei Hessen Mobil Maßnahmen zur Stauvermeidung anregen. Weil man in der Stadtverwaltung weiß, dass Änderungen in Planung sind, hat man sich darauf beschränkt, beim Landesbetrieb die geplanten Maßnahmen und Planungsstand abzufragen.

Die Antwort von Hessen Mobil ist ernüchternd: In nächster Zeit wird nichts passieren. Geplant sei im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen 2016 zwar weiterhin der achtstreifige Ausbau der A5, doch „aufgrund der sich in jüngster Zeit abzeichnenden Wachstumsprognosen in der Region Rhein-Main werden die planerischen Randbedingungen vor einer Fortführung der Planung überprüft“.

A5 bei Bad Homburg: Ballungsraum wird voller

Und weiter: „Das prognostizierte Bevölkerungswachstum und die damit verbundene Ausweisung zusätzlicher, teils großflächiger Siedlungsstrukturen im Ballungsraum werden zu neuen Verkehrsbeziehungen und zu einer merklich höheren Verkehrsnachfrage führen. Dieser Sachverhalt ist in die Verkehrsprognose für das Jahr 2030 einzubeziehen.“

Welche neuen Anforderungen sich durch besagten Zuwachs für die A5 zwischen Friedberg und dem längeren Streckenabschnitt bis zum Frankfurter Kreuz ergeben, soll in einer Machbarkeitsstudie erforscht werden. Diese vom Bund bezahlte Studie wurde auf Wunsch des Bundesverkehrsministeriums im Frühjahr 2019 in Auftrag gegeben und befindet sich derzeit im Vorentwurf. Teil der Untersuchung ist auch eine „Mikrosimulation des Verkehrsablaufs für mehrere Planfälle am Bad Homburger Kreuz, die aufgrund der Komplexität dieses Autobahnkreuzes die Anschlussstellen Bad Homburg und Frankfurt/Nieder-Eschbach der A661 miteinschließt“, heißt es in der Antwort von Hessen Mobil.

A5 bei Bad Homburger Kreuz: Machbarkeitsstudie lässt noch auf sich warten

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sollen im Frühjahr 2021 vorliegen. Da man ihnen nicht vorweggreifen wolle, „ist zum derzeitigen Zeitpunkt leider keine Aussage zum weiteren Projektablauf über 2021 hinaus möglich“. OB Alexander Hetjes (CDU) will die Gremien „bei Vorlage eines neuen Sachstands erneut informieren“.

Der städtische Verkehrsausschuss nahm diese Antwort am Mittwochabend zur Kenntnis. Dann werde man eben abwarten, was 2021 bei der Studie herauskomme, sagte Dr. Roland Mittmann (CDU), der den Landesbetrieb allerdings scherzhaft „Hessen Immobil“ nannte.

VON ANKE HILLEBRECHT

Immer wieder kommt es auf der A5 bei Bad Homburg zu Unfällen. Erst vor rund zwei Monaten sind bei einem Stau auf der A5 in Richtung Frankfurt sieben Autos aufeinander gefahren.

Nach der Arbeit in den Spa – das ist im Fitnessclub in Bad Homburg jetzt möglich. Auch ein Schwimmbad ist nach dem 10-Millionen-Euro-Umbau dort vorhanden.

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