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Der Schriftzug Unser E Bus Abgasfrei und leise  Doch bevor die ersten regulären Elektrobusse durch Bad Homburg fahren, werden wohl noch einige Jahre vergehen.

Bad Homburg

Bad Homburg: Warten auf Elektrobusse

Die Fahrgastlobby fordert mehr Tempo bei der Umstellung der Flotte. Die Stadt bereitet aber erst einmal einen Test vor.

Vor mehr als 100 Jahren konnten sich Homburger Bürger und Besucher von der elektrisch betriebenen Straßenbahn durch ihre Stadt fahren lassen. Daran hat Bernd Vorlaeufer-Germer von der Fahrgastlobby Hochtaunus jüngst in einer Stellungnahme erinnert. Verbunden mit einer zukunftsweisenden Forderung: Möglichst rasch an den damals erreichten „optimalen Standard“ wieder anzuknüpfen – und zwar durch den elektrischen Betrieb der Stadtbusflotte.

Ein Thema, mit dem sich auch die Stadtverordneten schon mehrfach befasst haben. Doch bevor die ersten regulären Elektrobusse durch Bad Homburg fahren, werden wohl noch einige Jahre vergehen. Derzeit bereiten die Mitarbeiter in der Stadtverwaltung erst einmal einen Testbetrieb vor.

Dazu sollen zwei E-Busse geleast werden, die für einen längeren Zeitraum die Stadtbuslinie 6 bedienen, die unter anderem am Kurpark vorbeiführt. Mit 200 000 bis 250 000 Euro pro Jahr rechnet der zuständige Bürgermeister und Stadtkämmerer Meinhard Matern (CDU), der davon ausgeht, dass der Testbetrieb 2021 beginnen könnte. Das Stadtparlament hat dafür – mit Ausnahme von AfD und Republikanern – bereits grünes Licht gegeben.

Stadt gibt Studie in Auftrag

Eine komplette Umstellung ist nach Angaben Materns jedoch erst 2025 möglich. So lange läuft der Vertrag mit dem aktuellen Stadtbusbetreiber Transdev. Das Unternehmen hat seine 51 Dieselbusse erst vor zwei Jahren neu beschafft, was immerhin bedeutet, dass sie die moderne Abgasnorm Euro VI erfüllen.

Dennoch hat die Stadt gemeinsam mit der Landes-Energie-Agentur eine Studie in Auftrag gegeben, was eine Umstellung auf E-Busse für die Kurstadt bedeuten würde. Zu erwarten wäre demnach „ein deutlicher Anstieg der Betriebskosten“, teilt Matern mit. Die Studie geht von einem jährlichen Zuschussbedarf von 2,5 bis 3,3 Millionen Euro aus. Derzeit muss die Stadt für den Busbetrieb keine Zuschüsse zahlen.

Darüber hinaus sei für E-Busse und ihre Ladeinfrastruktur mehr Platz nötig als für die Dieselfahrzeuge. Der Betriebshof sei aber jetzt schon an seiner Kapazitätsgrenze, teilt der Bürgermeister mit. Eventuell sei also ein Neubau nötig. Zudem müsse man sich mit den Nachbarkommunen Oberursel und Friedrichsdorf einig werden, mit denen man den Vertrag mit Transdev gemeinsam abgeschlossen hat.

Trotzdem sei die Umstellung der Busflotte „notwendig“, betont Meinhard Matern. Dabei müsse man aber auch weitere Techniken wie die Brennstoffzelle oder eine mögliche Mischung aus Batterie- und Brennstoffzellenbussen im Auge behalten.

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