Nebeneinanderfahren ist in der Fahrradstraße ausdrücklich erlaubt. Foto: jp

Verkehrskonzept 

Bad Homburger Weinbergsweg: Diese Regeln gelten jetzt in der Fahrradstraße

Der Bad Homburger Weinbergsweg gehört seit dem 22. August den Radfahrern. Autos sind hier nur noch geduldet. 

Bad Homburg - Bad Homburg hat seit Donnerstag mit dem Weinbergsweg eine Fahrradstraße, nun auch offiziell. Es ist die erste Straße dieser Art in der Kurstadt und sie bleibt vorerst wohl auch die einzige. Durch das Zerschneiden eines rot-weißen Bandes hat Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) die Strecke gemeinsam mit Ordnungs- und Verkehrsdezernentin Lucia Lewalter-Schoor (SPD) sowie der Radfahrbeauftragten Nina Lassnig symbolisch freigegeben, zu spät, denn die Fahrradfahrer hatten die mit leuchtend blauen Farbflächen, darauf Radfahrerpiktogrammen, gekennzeichnete Strecke längst für sich entdeckt und eingeradelt, es wimmelte förmlich von Radlern während der kleinen Feierstunde. Kurchef Holger Reuter wäre unvorsichtiger Weise sogar fast von einem Fahrradfahrer überrollt worden. "Die Strecke ist eröffnet, wo sind die Häppchen?", flachste der OB.

Häppchen gab's zwar keine, dafür aber viele Fragen, die aber alle zur Zufriedenheit beantwortet werden konnten. Vor allem ging es darum, was wer im Weinbergsweg darf und was nicht (siehe Box).

Bad Homburger Weinbergsweg - Gefahrenpotenzial gesenkt

Die Fahrradstraße sei Teil des mit 200.000 Euro ausgestatteten Radverkehrskonzepts der Stadt und das Ergebnis intensiver Vorberatungen im politischen Raum unter Einbeziehung von Polizei sowie Fachverbänden wie dem ADAC und dem ADFC, sagte Hetjes. So wie die Strecke konzipiert sei, habe sie den Segen aller Beteiligter, insbesondere auch den des ADFC, dem Interessenverband der Radler, betonte der OB. Das Radwegekonzept sei auf die ganze Stadt projiziert und auf einen längeren Zeitraum ausgelegt.

Mit der Fahrradstraße habe man das vorerst größte Projekt des städtischen Radverkehrskonzeptes verwirklicht. Eine Reihe kleinerer Maßnahmen wie das Freigeben etlicher Einbahnstraßen in Stadtgebiet für das Befahren in beiden Richtungen seien ebenfalls bereits umgesetzt. In der Vorplanung befinde sich noch das zunächst als Versuch geplante Großprojekt, bei dem die Autofahrer im Hessenring einen Teil der Fahrbahn an Radfahrer abgeben werden und der Mittelstreifen entfernt werden soll. Ergebnisse erwarte er nicht vor 2020.

Die Fahrradstraße nannte Hetjes einen großen Schritt in die richtige Richtung, der auch das Gefahrenpotenzial in dieser von Schülern stark genutzten Verbindung senke. Da die Radler bisher den Bürgersteig nutzen durften, habe es dort oft Probleme mit Fußgängern, insbesondere Bewohnern des Seniorenheims, gegeben. Das sei nun vorbei.

Bad Homburger Weinbergsweg - Kritik an Neuregelung

Vor der Streckenfreigabe hatte es Kritik daran gegeben, dass die Neuregelung nur zwischen der Einmündung Kisseleffstraße und der Ampelanlage am Seedammweg gilt, nicht aber bis zum Kaiserin-Friedrich-Gymnasium. Hetjes sagte, dagegen spreche die hohe Verkehrsbelastung auf dem Seedammweg gerade im morgendlichen Berufs- und Schülerverkehr. Auf der anderen Seite des Kurparks gebe es bis zur Kisseleffstraße einen Fahrradweg.

Gleichwohl griff Radfahrbeauftragte Lassnig den Vorschlag auf. Über eine Verlängerung der Fahrradstraße auf der anderen Seite der Seedammweg-Kreuzung nachzudenken, sei durchaus sinnvoll, da so eine für KFS-Schüler sichere Radverbindung bis nach Gonzenheim entstehen könnte.

Bad Homburger Weinbergsweg - die wichtigsten Regeln

Für die neue Fahrradstraße gibt es in der Straßenverkehrsordnung genaue Spielregeln, das sind die wichtigsten. Für Radfahrer und Autofahrer gilt grundsätzlich Tempo 30. Autofahrer müssen sich in ihrem Tempo an das der Radler anpassen. Radfahrer sind ebenso wie Autofahrer zur gegenseitigen Rücksichtnahme verpflichtet, sie dürfen aber auch nebeneinander fahren, schließlich ist es eine Fahrradstraße, auf der Autos zwar fahren dürfen, aber nur geduldet sind. 

Autofahrer dürfen Radfahrer nur innerhalb des Geschwindigkeitsbereiches 30 km/h überholen, aber auch nur dann, wenn ein ausreichender Sicherheitsabstand garantiert, dass weder die überholten noch entgegenkommende Radler gefährdet oder behindert werden. Das gilt auch dann, wenn Fahrradfahrer, etwa kleine Kinder oder Ältere, sehr langsam fahren und deshalb kein Überholen möglich ist.

Es gilt grundsätzlich "Rechts vor Links" - nicht nur unter Fahrradfahrern; kommt aus einer Seitenstraße von rechts ein Auto, hat das gegenüber Radfahrern Vorfahrt. 

as

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