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Die kulturellen Veranstaltungen in Bad Homburg locken nicht nur Homburger an, sondern auch Tagesgäste aus der Region oder von weiter her. Unser Archivbild zeigt die "Klassiknacht in Weiß" beim Bad Homburger Sommer 2018 vor dem Kaiser-Wilhelms-Bad. Archivbild:

Tourismus

Drei Millionen Tagestouristen in Bad Homburg– Kultur-Ausgaben lohnen sich

Unerwartet viele Menschen besuchen die Kurstadt jedes Jahr: 2017 kamen 3,1 Millionen Tagesbesucher. Hinzu kommen die Kurgäste. Das und mehr hat die Stadt durch ein Gutachten herausgefunden. Dabei zeigt sich: Die Gäste bringen der Stadt nicht nur Ruhm, sondern auch Geld.

Ein Konzert beim Bad Homburger Sommer. Wie viele Besucher sich im Kurpark aufhalten, ist schwer zu zählen, zumal manche aufstehen und gehen oder später kommen. Und doch hat die Stadt am Ende eine Zahl, mit der gerechnet wird, unter anderem in der Statistik. Das verdankt sie der Tatsache, dass fast jeder ein Smartphone bei sich hat. Dadurch, dass die Stadt an diversen Orten freies Internet anbietet, werden die Geräte erfasst (auch wenn das WLAN nicht genutzt wird).

Dies ist ein Beispiel dafür, wie ermittelt wird, wie viele Besucher einzelne Veranstaltungen oder die Stadt insgesamt hat. Wie relevant ist der Tourismus für Bad Homburg? Lohnen sich die hohen Ausgaben für Kultur? Das wollte die Kurstadt jetzt wissen und hat über die Kur- und Kongreß-GmbH beim Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif) ein Gutachten in Auftrag gegeben. "Von den Erkenntnissen waren wir selbst ein bisschen überrascht", erklärt Kurdirektor Holger Reuter.

Tourismus in Bad Homburg: Einzelhandel profitiert

So waren im Jahr 2017 laut Studie rund 3,1 Millionen Tagesbesucher in der Kurstadt. "Diese Zahl kann auch auf 2019 transferiert werden", so Reuter. Hinzu kommen 611 000 Übernachtungen, die je zur Hälfte in den vier Kurkliniken und in Hotels (inklusive Privatpensionen) stattfanden. Viele Hotelgäste waren mutmaßlich geschäftlich hier. Insgesamt sind in der Kurstadt etwa 2500 Betten registriert, 800 davon in den Reha-Kliniken und 700 in den Hochtaunus-Kliniken.

Bei der dwif geht man davon aus, dass jeder Hotelbesucher pro Tag 139 Euro ausgibt (dies ergibt einen Brutto-Umsatz von 82,9 Millionen Euro); ein Tagesgast rund 30 Euro (92,4 Millionen). Mit den Privatunterkünften ergibt sich daraus ein Brutto-Umsatz von 176,5 Millionen Euro, der jährlich durch den Tourismus in die Stadt fließt. 52,3 Prozent der Umsätze kamen durch die vielen Tagesbesucher zustande.

"Andere große Kurstädte wie Bad Wildungen haben Gäste vor allem wegen ihrer Kurkliniken", so Reuter. Bad Homburg könne mit seinen Wellness-Einrichtungen punkten sowie mit seinen vielen Kultur-Veranstaltungen, vom Poesie-Festival über die "Blickachsen"-Schau bis hin zum Weihnachtsmarkt mit Eisbahn. Dafür kommen die Menschen offensichtlich gern aus dem Umland oder von weiter her auch mal nur für einen Tag.

Tourismus in Bad Homburg: Gäste bringen auch Steuern

Zurück zu den Zahlen: Vor allem Hotels (43,2 Prozent), Einzelhandel (28,7) und Dienstleistungsbetriebe (28,1) profitieren direkt von den Touristen. Nach Abzug von Steuern bleibt laut dwif ein touristischer Einkommensbeitrag von 88,7 Millionen Euro in der Stadt. Legt man ein Jahreseinkommen von rund 43 000 Euro zugrunde, ernährt der Tourismus in Bad Homburg theoretisch 2060 Personen. Auch der Taunus Therme sind die Touristen wichtig. Doch manche Gäste stellen selbst die neue Chefin der Taunus Therme vor große Herausforderungen.

Weitere 16,4 Millionen Euro werden in Form von Mehrwert- und Einkommenssteuer in die öffentlichen Kassen gespült. Hinzu kommen Grundsteuer, Kurtaxe und weitere Abgaben. Wie viel genau die Stadt davon erhält, hat die dwif nicht ermittelt, sie geht aber von "einem bis weit mehr als drei Prozent der realisierten touristischen Netto-Umsätze" aus.

Kurdirektor Reuter und OB Alexander Hetjes (CDU) sehen sich durch die Ergebnisse des Gutachtens bestätigt, weiterhin viel in Kultur und Stadtmarketing zu investieren. "Wir müssen unser Angebot nun seriös weiterentwickeln", so Reuter. In nächster Zeit soll das "Corporate Identity" der Kurstadt überarbeitet werden - also die Art und Weise, wie sie sich selbst vermarktet.

Reuter und Hetjes gehen davon aus, dass das Wimbledon-Vorturnier, das nächstes Jahr im Juni im Kurpark stattfindet, die Anzahl der (Tages-)Besucher noch einmal steigern wird. "Wir haben vieles richtig gemacht", resümiert Reuter. Das Gutachten hat die Stadt 2500 Euro gekostet.

Schon jetzt kooperiert die Kur mit den meisten Hotels: An Wochenenden, wenn die Geschäftsreisenden wegbleiben, sind für Hotelgäste das Kur Royal oder die Taunus Therme inklusive. Auch ein Besuch der Spielbank, die steigende Besucherzahlen verzeichnet (laut Reuter durchschnittlich mehr als 600 Besucher pro Tag), ist in manchen Angebotspaketen der Hotels inbegriffen.

Von Anke Hillebrecht

In einem Parkhaus am Seedammbad in Bad Homburg ist auf eine Frau geschossen worden. Die Polizei verdächtigt ihren Ex. Sie hat den Mann festgenommen. 

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