Horex-Maschinen von Klasse und herrliche Modellzeichnungen von Louis Lucien Lepoix

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An Horex-Legenden herrscht an diesem Samstagabend kein Mangel. Aber: „Die Legende lebt“! Das muss Dieter Backes gar nicht groß bestätigen, denn er hat gerade mit seiner Horex die 565 Kilometer Berlin-Bad Homburg zurückgelegt.

An Horex-Legenden herrscht an diesem Samstagabend kein Mangel. Aber: „Die Legende lebt“! Das muss Dieter Backes gar nicht groß bestätigen, denn er hat gerade mit seiner Horex die 565 Kilometer Berlin-Bad Homburg zurückgelegt. „Sechs, sieben Stunden mit Tankpausen bei 150 Kilometern in der Stunde“, sagt er, als wäre das ein Mittagsspaziergang im Kurpark.

Backes gehört zur widerstandsfähigen Spezies der Horexianer, er ist 80, seine Horex eine blauverkleidete Schönheit. Sein Enkel Emil, der schon mit acht Jahren im Garten aufs Motorrad durfte, hat den Enthusiasmus des Großvaters geerbt. Er schmückt die Vernissage der neuen Jahresausstellung im schicken Horex-Museum am Samstagabend mit seiner Jugend.

Die Objekte der Liebe hören alle auf den Familiennamen Horex, kurz aus Rex-Weckglas und Homburg zusammengesetzt, man hat das flappende Motorengeräusch automatisch im Ohr, wenn man die liebevoll in Stunden, wenn nicht Jahren der Pflege und Schrauberei in Betrieb gehaltenen Motorräder nur sieht. Aufgereiht im Horex-Museum, neue Exemplare jener alten Tradition, Rex, Regina, Imperator, aber auch der grellgraue Rebell von 1957.

Zum „Modellwechsel“ zeigt Museumsleiterin Dr. Ursula Grzechca-Mohr Exemplare sieben deutscher Horex-Clubs für die Ausstellung „Die Legende lebt“. Frank Vollmer vom Horex-Club Taunus kuratiert die Show. Spannend auch die erstmalig ausgestellten Werkstattfotografien des Industriedesigners Louis Lucien Lepoix (1918-1998), eine Sensation, zeigen sie neben den Aufnahmen der Lepoix-Verkleidungen des Rebell-Rollers und der Regina auch Zeichnungen eines Kleinstautos, das sich heute im Straßenverkehr vorstellen ließe. Der Prototyp L 3 ist bis 1955 belegt, auch als Cabrio. Lepoix entwarf auch ein Horex-Kinder-Lastendreirad. Gebaut wurde es nie.

Horexianer treffen sich regelmäßig zur internationalen Stern-fahrt an Pfingsten und zum Horex- und Veteranentreffen im September am „Geburtsort“ der Kult-Motorräder und pflegen die Erinnerung an die bis zum Ende der 1950er-Jahre in Bad Homburg ge-bauten Zweiräder.

Geöffnet ist mittwochs von 10 bis 14 Uhr, wochenends von 12 bis 18 Uhr, Horexstraße 6.

( mad)

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