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Taunusbahn

Hundstadt bekommt jeweils zweites Gleis - VHT baut bis 2022 in Grävenwiesbach

Die bevorstehende Elektrifizierung der Taunusbahn bis zum Betriebsstart der verlängerten S 5 nach Usingen im Dezember 2022 wird weitere Bauvorhaben und Behinderungen des Zugverkehrs mit sich bringen.

Usinger Land - Der komplette S-Bahnfahrplan innerhalb des RMV muss vom Frankfurter S-Bahntunnel aus gestrickt werden. Auch die Planung für die Verlängerung der S 5 bis Usingen und deren Fahrplangestaltung wird vom eng getakteten S-Bahnverkehr im Nadelöhr bestimmt.

Das hat zur Folge, dass der nun vorgestellte Plan zur Elektrifizierung der Taunusbahn weitere Vorhaben beinhaltet - was die Gesamtkosten (im Vergleich zur letzten Kalkulation 2017/2018) um knapp 25 Prozent auf nunmehr 59 Millionen Euro erhöht.

Die größte Neuigkeit betrifft den Haltepunkt in Hundstadt. Dort werden nach Angaben des Verkehrsverbandes Hochtaunus (VHT) ein zweites Gleis und ein zweiter Bahnsteig gebaut. "Auf Höhe des alten Bahnhofsgebäudes können wir kein zweites Gleis bauen", sagt VHT-Geschäftsführer Frank Denfeld.

Eigenes Grundstück

Deshalb werde man vor dem Bahnhof, dort, wo heute parallel zu dem aus Usingen kommenden Gleis ein Privatweg verläuft, ein zweites Gleis und einen weiteren Bahnsteig bauen. Dann ist dort eine Zugbegegnung möglich. "Das Grundstück gehört zum Bahnhofsgelände und damit dem VHT", sagt Denfeld. "Züge aus Grävenwiesbach halten am einen, die Züge aus Usingen am anderen Bahnsteig."

Es ergibt Sinn, das Millionen-Projekt vorausschauend und umfassend zu planen. Dabei muss die Pünktlichkeit des gesamten S-Verkehrs innerhalb des RMV berücksichtigt werden. Jede Verspätung einer S-Bahn, die vor dem Hauptbahnhof in Frankfurt in den City-Bahntunnel abtaucht, kann den gesamten S-Bahnverkehr des RMV durcheinanderwirbeln.

Auch die ab Ende 2022 von Usingen abfahrenden S-Bahnen müssen pünktlich sein. Das ist dann der Fall, wenn die in Usingen eintreffenden Zubringerzüge aus Brandoberndorf und Grävenwiesbach auch pünktlich sind. Um das zu gewährleisten, wird nun in Hundstadt auch ein zweites Gleis gebaut, damit Züge auf der ansonsten eingleisigen Strecke aneinander vorbeifahren können. Der neue Bahnsteig wird in Länge und Höhe gleich so gebaut, dass dort später einmal auch zwei aneinandergekoppelte S-Bahnen halten können.

Großer Brocken

Bereits in den Herbstferien 2019 werden Schienenstrang, Schwellen und Schotter auf den letzten fünf Kilometern bis Grävenwiesbach saniert. Dies betrifft auch die Eisenbahnbrücke in Naunstadt, die Kosten betragen 5,2 Millionen Euro.

"Der größte Brocken wird die Sanierung des Anspacher Eisenbahnviaduktes 2020/2021 sein", benennt VHT-Chef Denfeld weitere Projekte. "Bislang mussten wir die Millionen-Kosten für die seit Jahren laufende Sanierung der Strecke allein finanzieren. Im Zusammenhang mit der Elektrifizierung erhalten wir erstmals 5,2 Millionen Euro Zuschuss vom Land über das Mobilitätsförderungsgesetz."

Bis zur Elektrifizierung stehen zudem noch zwei anspruchsvolle Bauprojekte auf der Agenda der Verantwortlichen. Nach Informationen dieser Zeitung müssen die Gleise auf Höhe zweier Brücken bis 2022 noch abgesenkt werden, damit die Oberleitungen für die S-Bahnzüge die richtige Höhe haben.

VON MATTHIAS PIEREN

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