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Im Einsatz für die Bienen

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Beim Tag der Biene zeigt Imker Andreas Kramer den gut geschützten Kindern die Honigbienen in einer Wabe. © Ingrid Schmah-Albert

Wehrheim (sai). »Die Biene ist ein Teil des Ganzen hier auf dem Schulacker«, sagte Schulackervereinsvorsitzende Beate Illbruck bei ihrer Begrüßung der zahlreichen Besucher zum Tag der Biene an der Wehrheimer Limesschule und lud dazu ein, die Zusammenhänge zu erforschen. Nicht nur die Honigbienen, sondern auch die Wildbienen standen dabei im Fokus, wobei Imker Andreas Kramer, der jedes Jahr auf dem Schulacker einige Bienenvölker aufstellt, dann doch das Interesse der Besucher vor allem mit seinen Ausführungen zu den Honigbienen weckte.

Die Kinder behandeln das Thema im Sachkundeunterricht und haben dafür bereits verschiedene Bienenhotels auf dem Gelände installiert. Dass schon etliche »Zimmer« in den Bienenhotels belegt sind, war deutlich an den verschlossenen Eingängen der kleinen Röhren zu sehen. Und die Schülerinnen und Schüler schauten fasziniert zu, wie die Wildbienen sich in den noch leeren Röhren einrichteten. Dass sie kurz vor dem Tag der Biene Unterstützung bei der Bestäubungsarbeit von einem Kramer-Bienenvolk bekamen, dürfte sie nicht stören, gibt es auf dem Schulackergelände doch genügend Nahrung für alle. Schließlich dient der Schulacker nicht nur zur praktischen Erfahrung der Limesschüler, was den Anbau von Lebensmitteln betrifft, sondern auch als »Arche« für Artenvielfalt.

Ein besonderer Ort der Schule

Nicht nur Schulleiterin Katharina Lommel-Mank bekannte ihre Liebe zu diesem besonderen Ort (»Ich liebe diesen Ort ganz besonders, er hat eine eigene Magie mit dem tollen Rundumblick«), auch Imker Kramer bekundete, er sei überaus gerne hier. Es gebe für ihn immer wieder eine Überraschung, etwa wenn er, wie tags zuvor, eine Wachtel entdecke. Auch welchen Honig er von diesem Areal ernten könne, sei immer wieder überraschend für ihn. So habe er mal in einem Jahr, als wegen der feuchtkalten Witterung nur wenig anderes als Kornblumen blühte, einen reinen Kornblumen-Honig ernten können, das sei etwas ganz Besonderes. Der Nektar sei smaragdgrün gewesen, berichtete er. In einem anderen Jahr konnte er einen Waldhonig ernten.

Die Chancen dafür gingen allerdings inzwischen sehr zurück, denn durch die Kahlflächen, die nach Dürrejahren, Sturmschäden und Borkenkäferbefall entstanden sind, fehlten genügend Bäume und stattdessen komme eine andere Vegetation empor. Die Bienen suchten sich dann andere Nahrungsquellen. Sie seien bei den Landwirten sehr beliebt, weil sie durch ihre Bestäubung nicht nur mehr Ertrag, sondern auch eine bessere Qualität garantierten, als wenn die Bestäubung nur durch den Wind erfolge. Daher freuten sich die Landwirte, wenn Kramer seine Bienenvölker an ihren Feldern aufstelle.

Pestizid-Einsatz schwächt Bienen

Ihn selbst freue es dagegen nicht, wenn die Felder mit Pestiziden behandelt werden. Er, ebenso wie etliche Imkerkollegen, habe die Beobachtung gemacht, dass Bienen dadurch zwar nicht unmittelbar getötet, aber geschwächt würden. Dann hätten Krankheiten oder die gefürchtete Varroamilbe leichtes Spiel. Geschwächte Bienen kämen auch deutlich schwieriger durch den Winter. Bei den Honigbienen könne ein Imker unterstützend eingreifen und sie aufpäppeln, bei den Wildbienen geschehe das allerdings nicht. Das sei mit ein Grund, weshalb gerade die Wildbienen, die bei der Bestäubung eine noch viel größere Rolle spielten als die Honigbienen, die nur bei höheren Temperaturen fliegen, dermaßen dezimiert und bedroht sind, erklärte er zum Begriff Bienensterben.

Appell zu mehr Vielfalt im Garten

In diesem Zusammenhang appellierte Kramer an die Besucher, im eigenen Garten mehr Vielfalt zu ermöglichen. »Da hängt ein ganzer Rattenschwanz an Leben dran«, machte er aufmerksam. Einiges davon konnten die Besucher auf dem Schulacker beobachten, auch wenn es an dem Tag recht quirlig zuging.

Stolz zeigten die Schüler ihren Familien den Schulacker, auf dem sie einige Tage zuvor gerade die Kartoffeln gesetzt hatten. Damit die nicht gleich wieder von den Wildschweinen ausgraben und verspeist werden, brachten die Schulackerverein-Aktiven einen Wildzaun an. Nun hoffen die Kinder auf viel Regen, damit die Ernte im Herbst, dieses Jahr wurde die Sorte Goldmarie gesetzt, möglichst reich ausfällt.

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