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In 24 Minuten nach Höchst, in 38 zum Flughafen

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Der Bahnsteig an den Gleisen 2 und 3 soll verlängert und betrieblich getrennt werden, sodass in Richtung Horexbrücke Züge der Regionaltangente, im Bereich Wasserturm Bahnen aus Friedberg stehen könnten. © Red

Bad Homburg. Im südlichen Abschnitt der künftigen Regionaltangente West (RTW) haben im Februar schon die ersten vorbereitenden Baumaßnahmen begonnen. In Bad Homburg aber ist die neue Bahnverbindung noch ein sehr abstraktes Vorhaben. Auf der Homepage der RTW gibt es für den »Abschnitt Nord« zwar keine aktuellen Infos, aber immerhin eine Vorher-Nachher-Visualisierung des Homburger Bahnhofs, woran sich erahnen lässt, dass der Bahnsteig verlängert wird.

Das sind vergleichsweise wenige Informationen für ein Projekt, das als Hoffnungsträger gilt und dazu beitragen soll, den Bahnhof zum »echten« Knotenpunkt zu machen. Der Haupt- und Bürgerbeteiligungsausschuss hatte daher einen Bericht zum Sachstand und zu den Planungen gefordert.

Dr. Annette Rückert, Projektleiterin für den Planabschnitt Nord, brachte die Politik nun auf den neuesten Stand: Die Gesellschaft hält am aktuellen Zeitplan fest, 2028 sollen die ersten Züge von Bad Homburg aus im 30-Minuten-Takt Richtung Neu-Isenburg fahren. Der Bahnhof Höchst wird nach 24 Minuten erreicht, am Flughafen (Terminal 1) nach 38. Wer bis zur Endhaltestelle der Homburger Linie, Neu-Isenburg, fahren will, sollte 59 Minuten Fahrtzeit einplanen.

Rückert gab an, dass die Gesellschaft mit 21 Betriebsstunden pro Tag kalkuliert, in dem von Bad Homburg aus - auch am Wochenende - gefahren wird. Es soll dementsprechend 42 Fahrten pro Richtung täglich geben. Gleiches gilt für die zweite Linie (Nordwestzentrum-Dreieich-Buchschlag), sodass im Kerngebiet zwischen Eschborn-Ost und Neu-Isenburg Bahnhof ein 15-Minuten-Takt möglich ist.

Alle Angaben zum zugrundeliegenden Muster-Fahrplan seien aber noch unter Vorbehalt - entscheiden muss der RMV. Für die Kalkulation im Rahmen der »Eisenbahnbetriebswissenschaftlichen Untersuchungen« habe man die halbstündlichen Abfahrten jeweils um X.10 und X.40 Uhr vorgesehen, die Ankünfte für X.17, beziehungsweise X.47 Uhr. So gäbe es keine Überschneidungen mit anderen Linien.

Wie aber soll das funktionieren, wenn Bad Homburg nach und nach zum lokalen Bahnknotenpunkt ausgebaut wird? Immerhin wird nicht nur die U 2 den Bahnhof ansteuern, auch die Züge der Regionalbahnlinie 16 aus Friedberg, die derzeit noch in Friedrichsdorf enden, sollen bis in die Kurstadt fahren. Und einige Züge der Taunusbahn werden wohl auch nach der Verlängerung der S 5 aus dem Usinger Land über Bad Homburg gen Frankfurt rollen.

Gleise 2 und 3 im Blickpunkt

Die U 2 ist seit dem Planfeststellungsbeschluss gesetzt; sie bekommt das ehemalige »Fürstengleis« 1, das direkt am Bahnhofsgebäude entlangführt. Um den Verkehr für die anderen Linien bewältigen zu können, rückt der Bahnsteig an den Gleisen 2 und 3 in den Blickpunkt. »Der schon jetzt lange Bahnsteig wird um rund 40 Meter auf 256 Meter verlängert, außerdem werden vier Zugdeckungssignale in der Mitte installiert«, erklärte Rückert. Diese dienen dazu, ein Gleis am Bahnsteig in zwei unabhängige Betriebsbereiche zu teilen. Heißt: In Richtung Horex-Brücke könnten Züge der RTW ankommen und abfahren, in Richtung Wasserturm hätten die Bahnen aus Friedberg Platz. Um eine schnellere Abfahrt zu gewährleisten, werde eine Weiche erneuert, eine zusätzliche sei ebenfalls geplant. Das soll es ermöglichen, bei Bedarf das Gleis zu wechseln. Wichtig sei, das unterstrich Dr. Thomas Kreuder, »dass wir ein Verkehrsmittel bekommen, das in der Bevölkerung als echte Verbesserung wahrgenommen wird«. Er bat darum, wegen der Fahrtzeiten nach Optimierungsmöglichkeiten zu suchen.

Bedenken äußerte Wolfgang Eilers (Grüne), der den Bericht forciert hatte. Er sieht unter anderem drohende Konflikte mit der S-Bahn, die wegen des engen Tunnel-Plans in Frankfurt schon jetzt kaum zeitlichen Spielraum habe. »Sie sagen, das funktioniert alles, aber belegen können sie es nicht«, sagte er skeptisch in Richtung Rückert. Dabei werde es mit dem Betriebsablauf schon knifflig, wenn die S 5 aus Usingen über einspurige Abschnitte zuckeln müsse. Wenn zudem bald noch Züge der RTW im Bad Homburger Bahnhof stehen würden, werde es noch einmal komplizierter, befürchtet der Grünen-Politiker.

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