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»In Vielfalt vereint«

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Am Freitagnachmittag treffen sich etwa 50 Schüler und Betreuer aus sechs europäischen Ländern zur Abschlussveranstaltung des Erasmus-Förderprogramms in der Riedelbacher Max-Ernst-Schule. © Sabine Neugebauer

Weilrod-Riedelbach (sng). Ein nordmazedonisches Fenster, die zypriotische Flagge, der Eiserne Steg aus Frankfurt und der polnische Schriftzug »Zjednazni w rosnorodnosz« zieren eines der sechs großformatigen Bilder, die in der vergangenen Woche an der Max-Ernst-Schule in Riedelbach entstanden sind. »In Vielfalt vereint«, bedeutet der Schriftzug, der sich in Deutsch, Portugiesisch, Nordmazedonisch, Zypriotisch und Lettisch jeweils auf einem der anderen fünf in Graffiti-Technik hergestellten Bilder wiederfindet.

Aus all diesen Ländern trafen sich Jugendliche im Rahmen des europäischen Erasmus-Austauschprogramms nun im Hochtaunuskreis zur Abschlussveranstaltung.

Pandemie bremst Projekt aus

Bereits 2019 hatte das Programm begonnen und sollte mit Treffen und Workshops in allen Ländern fortgesetzt werden. Aber wegen des Pandemiegeschehens konnten nur die Treffen in Zypern und Portugal vor Ort realisiert werden. Die Treffen mit den anderen Ländern fanden online statt. Das Abschlusstreffen an der koordinierenden Max-Ernst-Schule in Riedelbach sollte eigentlich auch schon im vergangenen Jahr veranstaltet werden, stand auch in diesem Jahr noch lange auf der Kippe. Nun reisten aber 50 Jugendliche, sechs bis acht je Land, und 16 Betreuer an, um unter dem Motto »Kunst verbindet« eine Woche lang zusammenzuarbeiten. Denn ein Schwerpunkt der Max-Ernst-Schule ist ja die Kunst.

Mit dazugeholt hatten die vier organisierenden Lehrerinnen Clara Ihlein, Jessica Leistner, Anne-Kristina Schmidt und Katharina Brandt auch das Künstlerpaar Scid und Harti aus Gießen. Sie hatten bereits ein anderes Graffiti-Projekt mit der Schule durchgeführt. Im Vorfeld hatten die Schülerinnen und Schüler aus ihren Ländern Fotos von Brücken, Fenstern und anderen typischen Merkmalen gesammelt. Jetzt entwickelten sie daraus zusammen mit den Länderflaggen und dem Schriftzug sowie dem Europasymbol collageartige Kunstwerke, die sie unter Anleitung von Scid und Harti umsetzten.

Jeder Jugendliche erarbeitete sich zusätzlich auch ein eigenes Bild, das dann den Heimweg mit antrat. Denn die großformatigen Bilder verbleiben in Weilrod. Zunächst zierten einige davon die Bühne des Europatages am Wochenende in Rod an der Weil, nun überlegt Bürgermeister Götz Esser schon, wo die Kunstwerke zukünftig untergebracht werden können, sodass sie nicht in der Versenkung verschwinden. Er mischte sich am Freitagnachmittag unter die Teilnehmer der Abschlussparty auf dem Schulhof. Hier diente Englisch allen Teilnehmern als Verkehrssprache.

Europäische Idee weiterverbreiten

Ihlein berichtete von der zurückliegenden Woche: Alle hätten sich wohlgefühlt und alles sei gut abgelaufen. »Wir haben einen besonderen Zugang zur Kunst gefunden«, freute sie sich. Denn neben der eigenen Arbeit der Jugendlichen standen auch Besuche in den Museen Schirn und Städel auf dem Programm, eine Kunstrallye durch die Schule sowie andere Kennenlernaktivitäten. »Es ist spannend zu sehen, welche Mentalitäten da aufeinandertreffen«, schmunzelte sie, besonders in Bezug auf die Pünktlichkeit, die ja eine besonders deutsche Eigenschaft ist. Auch Schulleiterin Ramona Ondrovic sprach in ihrem Grußwort von einer »turbulenten Zeit, einer aufregenden Woche«. Sie sei stolz auf das Ergebnis und hoffe, dass jeder reich an Erfahrung nach Hause fliege. »Carry on with the European idea« (Macht weiter mit der europäischen Idee), gab sie allen mit auf den Weg.

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