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In historischer Uniform eines französischen Polizisten führte Mark Scheibe (links) Interessierte durch Königstein und gab Erklärungen auf Englisch.

Amerikaner, Briten, Schweizer und Chinesen besuchen die Region

So international sind die Gäste des Hochtaunus

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Immer mehr Gäste aus aller Welt entdecken den Taunus als Reiseziel. Um ihnen möglichst viel über die hiesige Kultur und Natur zu erzählen, bieten Naturpark, Burgen und Kommunen nicht mehr nur englischsprachige Führungen an.

Mit staunenden Augen stehen die Gäste aus Asien vor dem Bad Homburger Landgrafenschloss. So alt, alles echt? Viele Besucher bringen ein großes Interesse mit für das, was sie da sehen. Doch die Zeiten, in denen sie hoffen müssen, ein paar Worte der Reiseleiterin zu verstehen, sind vorbei: Nahezu überall werden heute Führungen auf Englisch angeboten; wo viele Gäste aus bestimmten Ländern gesichtet werden, auch in deren Sprachen.

Damit begegnen die hiesigen Touristiker der steigenden Zahl internationaler Touristen im Taunus. Das Statistische Landesamt weist für das vergangene Jahr 483 707 Ankünfte aus, 1,8 Prozent mehr als 2015. Die Hotels verzeichneten 1,3 Millionen Übernachtungen. Der Großteil der Menschen kam zwar aus Deutschland; dennoch waren 77 285 aus dem Ausland angereist. Besonders zahlreich kamen die US-Amerikaner (8598), Briten (6482), Schweizer (6578) und Chinesen (5557). Aus Russland kamen 2016 nur 1441 Gäste, 18,9 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Ebenfalls erwähnenswert sind die kleinen Niederlande mit immerhin 5114 Besuchern, Österreich mit 3939, Japan und Korea mit 1579 und 1759 sowie Israel mit 977 Gästen.

Die Touristen sind nicht nur wissbegierig, was Bauwerke betrifft, sie wollen auch die Natur verstehen. Rund 25 fremdsprachige Naturführungen hatte der Naturpark Hochtaunus im vorigen Jahr – es seien mehr geworden. „Die Gäste kamen von überall her, von Korea bis Chile, nur Eskimos gab es keine“, erklärt Susanne Weichert-Horn vom Naturpark, selbst Naturführerin. Oft seien die Besucher wegen Tagungen im Rhein-Main-Gebiet, auch Betriebsausflüge fremdsprachiger Firmen führten zuweilen in den Taunus.

Die Gäste lassen sich den Keltenweg, den Kräuterreichtum oder aber das Taunus-Infozentrum erläutern. „Chinesen bringen auch oft einen Dolmetscher mit“, sagt Weichert-Horn. Nächstes Jahr bildet der Naturpark wieder Naturführer aus – sollte jemand noch dazu Russisch oder Chinesisch sprechen, „wäre es auf jeden Fall ein Gewinn.“

Allein 33 328 der 77 285 ausländischen Besucher wurden in Bad Homburg registriert. Auch hier bildeten die Besucher aus den USA mit 3264 die größte Gruppe, es folgten Briten (2815), Schweizer (2740) und Franzosen (2026). Interessant: Von den 5557 Chinesen, die in den Taunus kamen, zog es „nur“ 1347 in die Kurstadt, dafür besuchte der Großteil der 977 Israelis, nämlich 756, den Weißen Turm und die Louisenstraße.

10 bis 20 Prozent der Kurpark- und Themenführungen, die die Kur- und Kongreß GmbH anbietet, sind inzwischen in englischer Sprache, erläutert Kur-Mitarbeiterin Susanne Rausch. Auch hier seien es meist Veranstaltungen internationaler Firmen oder Besuche von Gäste-Schulklassen. „Auf Anfrage können wir auch Führungen auf Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch, Ukrainisch und Chinesisch vermitteln“, so Rausch. Die Kur kann auf rund 20 Stadtführer zurückgreifen.

Das Homburger Schloss hat derzeit eine Chinesin in der Restaurationswerkstatt – sie führt zuweilen auch Landsleute durch die Gemächer. Russen finden ein Erläuterungsheftchen in ihrer Sprache, und auch französische sowie spanische Führungen gebe es zuweilen, erklärt Schlossdirektor Karl Weber. Auf den Burgen in Kronberg (Englisch/Französisch) und Königstein hat man sich ebenfalls auf internationale Gäste eingestellt (siehe auch weiteren Text).

In Oberursel gibt es immerhin eine Broschüre mit Informationen zum Altstadtrundgang auf Englisch und Französisch, teilt Stadtsprecherin Nina Kuhn mit. Diese Flyer sind im Rathaus und in der Tourist-Info im Vortaunusmuseum erhältlich. Dort gibt es auch eine Broschüre zum Keltenrundweg – diese allerdings nur in englischer Sprache.

In Zukunft sollen touristisch relevante Informationen auch in anderen Sprachen – zumindest auf Englisch – auf der Homepage der Stadt nachzulesen sein. Die entsprechenden Texte gibt es aber noch nicht, generell steht eine Umgestaltung der Website noch aus.

(ahi,she)

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