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Jetzt müssen die Bäumchen wachsen

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Zwischen Forstbach und Arnsbach reicht ein Feuchtgebiet weit den Hang hinauf. Hier werden Rot-Erlen und Flatterulmen gepflanzt. © Red

Neu-Anspach .(fms). Die vielen kahlen Flächen sind nicht zu übersehen. Wie ein Huhn in der Mauser sieht der Taunusrücken aus der Ferne aus, doch so schnell wie beim Huhn wächst das »Gefieder« im Falle des Waldes nicht nach. Deshalb hilft der Mensch nach und versucht dabei, Fehler der Vergangenheit zu vermeiden. Einer davon war, allzu sehr auf das schnelle Geld und den »Brotbaum« Fichte zu setzen.

Nicht jeder Standort war aber für den schnell wachsenden Nadelbaum geeignet, und lange Trockenphasen schwächten ihn regelmäßig so sehr, dass Schädlinge und Stürme leichtes Spiel hatten.

Beim Aufforsten wird inzwischen Mischwald angestrebt, aber vor allem werden auch dem Standort angepasste Bäume gepflanzt. Freiwillige Helfer waren am jüngsten Samstag dem Aufruf des Waldförderprojektes Waldliebe sowie dem Revierleiter Christoph Waehlert gefolgt und zum Pflanzen ins Arnsbacher Feld gekommen.

Der Neu-Anspacher Ortsteil liegt an der Ostseite der Merzhausener Scholle, die als Wasserscheide zugleich das Einzugsgebiet von Weil und Usa trennt. Der Mühlwald mit dem Lehrnberg, der Kesselberg und der Neuborn, jeweils über 400 Meter hoch, bilden die Kuppen, zwischen denen der Arnsbach, der Forstbach und der Röderbach sich bilden und mit dem Häuserbach vereinigt dem System der Usa zustreben. Der Röderbach speist den Grünwiesenweiher und der Forstbach einige Fischteiche am Übergang vom Wald zum Feld. Doch vom Wald kann nicht so richtig gesprochen werden, denn dort, wo ehemals Bäume standen, erobern Hecken den zum Forstbach leicht abfallenden Osthang. Aus den angeführten Gründen ist das Gebiet sehr feucht, weshalb die Helfer gut beraten waren, bei der Pflanzaktion Gummistiefel zu tragen. Doch die extremen Trockenjahre haben auch hier dem Borkenkäfer Tür und Tor geöffnet.

Jetzt wurden Rot-Erlen und Flatterulmen gepflanzt. Die Rot-Erle, Baum des (Trocken)Jahres 2019, ist ein Laubbaum, der Wuchshöhen von 20 bis 35 Meter erreicht. Sie ist vor allem in Nordamerika heimisch, ihr Name leitet sich von der rötlichen Farbe des frisch gefällten Holzes ab.

Bestens geeignet für Brachflächen

Die Rot-Erle, oft mit der Douglasie kombiniert, ist auch ein wichtiger Baum der heimischen Forstwirtschaft, denn ihr rasches Wachstum macht sie besonders geeignet, Brachflächen zu besiedeln. Im Falle der Arnsbacher Brache wird die Rot-Erle im Verband mit der Flatterulme gepflanzt.

Die Flatterulme wird ebenfalls bis zu 35 Meter hoch, sie ist im nördlichen und östlichen Europa heimisch, fühlt sich im feuchten Gelände allerdings nur in Lagen bis zu 500 Höhenmetern wohl. Sie ist ein gewässerbegleitender Baum und kommt in Auwäldern und feuchten Mischwäldern vor. Sowohl die Rot-Erle als auch die Flatterulme sind sommergrüne Bäume, die im Herbst gelb-braunes Laub tragen. Spaziergänger am Forstbach werden sich deshalb eines Tages an einem schönen Anblick erfreuen können. Aber erst einmal müssen die Bäumchen wachsen. Noch nicht einmal hüfthoch wurden sie am Samstagvormittag in einer Stückzahl von mehreren Hundert gepflanzt.

Es war die erste Pflanzung nach der vom Waldliebe-Verein eingelegten Corona-Pause. Die Teilnahme erreichte deshalb noch nicht die gewohnte Stärke. Etwa zwei Dutzend Helfer waren gekommen und wurden von den Forstleuten um Revierleiter Waehlert angeleitet. Die Pflanzstellen waren bereits rot markiert und leicht aufzufinden. Der Vorsitzende des Waldliebe-Vereins, Bernd Reuter, war im Einsatz und Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) legte mit seiner Tochter ebenfalls eine Zeit lang Hand an. Die nächsten öffentlichen Pflanzaktion werden rechtzeitig bekannt gegeben, außerdem hält die Homepage des Waldschutzprojektes unter der Adresse www. waldliebe-neu-anspach.de aktuelle Termine und weitergehende Informationen bereit.

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