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Jörg George vom Talhof erklärt, wie sich Lebensmittel richtig gut lagern lassen.

Lebensmittel

Jörg George vom Talhof ärgert sich über weggeworfene Lebensmittel und hat viele Tipps

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Wie lange es dauert, bis ein Lebensmittel genussreif wird, davon hat nicht jeder eine Vorstellung. Oftmals gehen aber viele Monate ins Land. Sind sie geerntet, können Lebensmittel durch falsche Lagerung ganz schnell verderben. Wie Obst und Gemüse richtig gelagert werden, darüber gibt es auch bei der „Solidarischen Landwirtschaft“ in Eschbach Informationen. Es soll weniger weggeworfen werden.

Wenn es um Lebensmittel geht, die weggeworfen werden, sei es durch Überproduktion oder weil sie falsch gelagert wurden und dadurch verdorben sind, bekommt Jörg George vom Talhof Zornesfalten auf der Stirn. „Wenn Lebensmittel schlecht werden, weil sie nicht während ihrer Zeit verbraucht wurden, dann ist das auch eine Art von Verschwendung“, ist er der Meinung. Erst recht, wenn sie einfach nur falsch gelagert wurden und dadurch über ihre Zeit kamen.

Doch wie geht es richtig? Wie lässt sich das Wasser im Kühlschrank in dem die Möhren nach einiger Zeit ein Bad nehmen vermeiden und was tun, damit der Salat nicht nach 24 Stunden die Blattfäule bekommt? Dazu gibt es auch bei der „Solidarischen Landwirtschaft“ (SolaWi), die George auf seinem Hof anbietet, immer wieder nachfragen. Schließlich weiß die Gemeinschaft, wie mühsam es ist, Obst- und Gemüse ernte- und genussreif zu bekommen.

„Ein klassischer Fehler ist es, Äpfel zusammen mit anderen Lebensmitteln zu lagern“, erklärte George. Der Apfel sollte kühl und trocken in einer belüfteten Kiste lagern, aber keinesfalls mit anderen Lebensmitteln in einem Raum. „Die Gase, die Äpfel ausströmen, beschleunigen die Reifung anderer Lebensmittel“, erklärt George. Auch sollten faule Äpfel schnell aussortiert werden, denn sie lassen die anderen Früchte wesentlich schneller verderben.

Kartoffeln gehören in einen kühlen, dunklen Keller. Wer den nicht hat, kann alternativ auch den Kühlschrank nutzen. Besonders frisch bleibe die Knollen mit einer leichten Erdschicht umhüllt. „Wenn sie austreiben, sind sie grundsätzlich noch genießbar, wenn sie grün werden, haben sie zu viel Licht abbekommen“, erklärt George. Gekocht kann man sie aber noch essen.

Karotten nicht nass lagern

Auch wenn der Kühlschrank heute eine Lagerung einfach macht, gibt’s auch hier noch einige Fehler. Zum Beispiel bei den Karotten. Die schwimmen gerne im Wasser, wenn man nicht aufpasst und verfaulen dabei. „Wenn man sie in einer Kiste auf dem Balkon mit Stroh und Erde aufbewahrt, bleiben sie am längsten frisch.“

Nur Frost sollten sie keinen abbekommen, „sonst treiben sie im Frühjahr aus.“ Im Kühlschrank halten sie besser in ein feuchtes Handtuch eingeschlagen.

Gleiches gilt auch für Salat, Zucchini und Sellerie. „Das sehr wasserhaltige Gemüse gibt Feuchtigkeit an die Umgebung ab“, weiß George. Eingeschlagen werde der Austausch minimiert und das Gemüse halte deutlich länger frisch.

Ein Klassiker der falschen Lagerung sind Tomaten im Kühlschrank. „Auch sie beschleunigen den Reifeprozess und lassen andere Lebensmittel ebenfalls schneller verderben.“ Wer Tomaten an der Rispe kauft, „der kann sie daran aufhängen, so reifen sie noch sehr gut nach. Auch an der Fensterbank liegend, kommen die Tomaten noch zu ihrem ganzen Aroma“, schildert der Landwirt. Der Reifeprozess werde dann gestoppt, „wenn die Tomate von der Rispe entfernt wird.“

Kohl hat eigene Verpackung

Der Herbst ist eine klassische Zeit, in der Kohl geerntet wird. „Das tolle an diesem Gemüse ist, dass es schon in der besten Verpackung daher kommt die man sich vorstellen kann.“ Im Kühlschrank hält er sich ganz hervorragend über einen längeren Zeitraum, wenn die äußeren Blätter soweit entfernt werden, „dass der Kohl fest geschlossen ist.“ Faule oder angefressene Blätter müssen allerdings entfernt werden, bevor der Kohl ins Gemüsefach wandert. „Bei einem frischen Kohl liegen die Blätter so fest an, dass auch keine Schädlinge ins Innere vordringen können“, weiß George. Ist er fest verschlossen, hält er durchaus über viele Tage und Wochen.

Gleiches gelte für Zwiebeln, die mit ihrer Schale den eigenen natürlichen Schutz mitbringen und gemeinsam mit Kartoffeln in den Keller gehören. Blumenkohl kann ebenfalls im Kühlschrank trocken und für mehrere Tage lagern.

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