1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus

„Ka-Lu“ ist und bleibt eine Marke

Erstellt: Aktualisiert:

Von: David Schahinian

Kommentare

26 Jahre im Schneidhainer Ortsbeirat legt man nicht einfach ab wie einen alten Mantel. Auch heute noch setzt sich der ehemalige Ortsvorsteher Karl-Ludwig Pfeil für den Stadtteil und seine Bürger ein. Morgen feiert er runden Geburtstag.

Mit seiner Meinung hat Karl-Ludwig Pfeil (CDU), von vielen Ka-Lu genannt, noch nie hinter dem Berg gehalten. 26 Jahre lang, von 1985 bis 2011, hat er im Schneidhainer Ortsbeirat gewirkt, 18 Jahre lang war er Ortsvorsteher. Für dieses Engagement wurde er 2011 mit dem Ehrentitel „Stadtältester“ ausgezeichnet.

Die Sitzungen des Ortsbeirats auch nach seinem Abschied aus den offiziellen Ämtern zu besuchen, kommt ihm allerdings nicht in den Sinn: „Das wäre fürchterlich für mich: Dort zu sitzen und nichts sagen zu dürfen – keinen Frieden stiften und nicht schimpfen zu können.“ Er bekomme trotzdem genug mit, und das glaubt man ihm aufs Wort. „Ich bin im Un-Ruhestand“, berichtet er. Morgen feiert Karl-Ludwig Pfeil seinen 70. Geburtstag.

Seine Stimme wird nach wie vor gehört, die Entwicklung des Stadtteils liegt ihm unverändert am Herzen. Momentan beschäftigt ihn unter anderem die Kegelbahn in der Heinrich-Dorn-Halle, für deren Wartung und Inbetriebnahme nach den Sanierungsarbeiten rund 10 000 Euro benötigt werden. Als Schriftführer des 2014 gegründeten Vereins „Ortszentrum Heinrich-Dorn-Halle“ versucht er derzeit mit seinen Mitstreitern, Spenden für den Erhalt der Bahn zu akquirieren. Zuvor mussten Formalitäten erledigt werden: „Unsere Satzung ist vor wenigen Wochen vom Amtsgericht genehmigt worden, unsere Gemeinnützigkeit aber noch nicht anerkannt.“

Wandel ist positiv

Dass sich Schneidhain in der jüngeren Vergangenheit gewandelt hat, sieht er überwiegend positiv. Der neue Spielplatz an der Halle, vor wenigen Tagen in Betrieb genommen, komme toll an, die Wiese zwischen dem Platz und der Rollschuhbahn sei optimal zum Kicken für die Kleinen. Auch die Lage des neuen Sportplatzes für die Größeren sei besser als die alte. Und die Wohnhäuser? „Für meinen Geschmack sind sie recht groß, aber heute wird halt so gebaut.“ Den Supermarkt mit Bäckerei, der nach Schneidhain kommt, sieht er ebenfalls auf einem guten Weg: „Sie werden sehen: Auch die, die jetzt dagegen sind, werden später dort einkaufen gehen.“

Pfeil bezeichnet es als großen Vorteil, nicht mehr in erster Reihe zu stehen. Er sei nicht mehr derjenige, der etwas durchsetzen müsse, könne offen seine Meinung sagen und vermitteln, wenn es nötig ist – „als eine Art Ombudsmann“. Die Querelen der jüngeren Vergangenheit, vom Sportverein bis zum Ortsbeirat, hält er „für unnötig wie einen Kropf“. Dass Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) wieder zu den Sitzungen des Beirats kommt, wertet er als Fortschritt.

Das Gremium hat für ihn nach wie vor seine Existenzberechtigung: „Der Ortsbeirat ist einfach näher an den Bürgern.“ Die Mitglieder könnten Beschwerden zügiger voranbringen, etwa mit einem kurzen Anruf – oder gleich Abhilfe an Ort und Stelle schaffen, ohne den Umweg über die Kernstadt zu gehen. Viele Dinge, die in den Ortsteilen im Argen lägen, bekämen Stadtverordnete gar nicht mit, so Pfeil. Insofern sei die Arbeit auch „zum Wohl und Nutzen der Stadt“.

Pfeil genießt es, keinen Terminkalender mehr haben zu müssen. „Wir haben einen Wohnwagen, und wenn schönes Wetter ist, können wir einfach wegfahren.“ Auch in der Bütt ist er aktiv, seit Jahren berichtet er als Protokoller über manch verrückten Vogel in Kuckuckshausen. Die Nachfolgeregelung ist noch nicht geklärt, doch „Ka-Lu“ sagt: „Es wird langsam Zeit.“

Feierte er seinen 60. Geburtstag noch mit allen Einwohnern vor der Heinrich-Dorn-Halle, lässt er es morgen etwas ruhiger angehen: „Etwa 70 Gäste werden es schon sein – plus Laufkundschaft.“

Auch interessant

Kommentare