+
Ein Geburtstagsständchen in eigener Sache: Die Sänger des Gesangvereins Liederkranz 1840 bei ihrem Auftritt.

Liederkranz

175 – und kein bisschen leise

Mit einem Festkommers beging der Dornholzhäuser Gesangverein Liederkranz 1840 am Samstag feierlich sein Jubiläum. Zu den Glückwünschen der zahlreichen Ehrengäste kamen Rückblicke in die Geschichte, Ausblicke auf die Zukunft und musikalische Kostproben.

Von Gabriele Calvo Henning

Zu seinem 175-jährigen Bestehen hat der Dornholzhäuser Gesangverein Liederkranz 1840 viele herzliche Glückwünsche bekommen. Schon der Einzug der aktiven Chorsängerinnen und -sänger in den großen Saal des Vereinshauses war ein Augenschmaus: Allesamt waren in festlichem Schwarz gekleidet, dazu trugen die Damen grüne Schals oder Blütenanstecker, die Herren grüne Fliegen mit passenden Einstecktüchern. Die extra für dieses Festjahr angeschaffte Chorkleidung machte klar: Wir gehören zusammen, und wir sind stolz auf unseren 175 Jahre alten Chor!

Das als musikalischer Auftakt gewählte Stück „Singstunde“ aus der komischen Oper „Zar und Zimmermann“ von Albert Lortzing zeigte nicht nur, was dieser Chor unter der Leitung von Bettina

Kaspary kann. Die witzige Parodie einer Chorprobe – die Dornholzhäuser wurden dabei von dem Bass Yan-Lei Chen von der Frankfurter Oper unterstützt – machte allen viel Spaß und sorgte gleich zu Beginn für lockere Stimmung.

Die hielt sich auch während der anschließenden Festrede von Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne), der auch Schirmherr der Veranstaltung war, und den vielen persönlichen Grußworten der eingeladenen Ehrengäste. Während Korwisi die Verbundenheit des Chores mit seinem Ortsteil betonte und mit der angeborenen Freude am Singen in Zusammenhang brachte, sahen auch Landrat Ulrich Krebs (CDU) und Bürgermeister Karl Heinz Krug (SPD) die Gründung des Liederkranzes im Jahre 1840 als den Ausdruck eines selbstbewussten Bürgertums.

Dass der Chorverein auch schwierige Zeiten erlebt hat, machte Petra Gabel mit ihrer Vereinschronik deutlich, die auch die beiden Weltkriege und das Ringen um das Fortbestehen Mitte der 1970er Jahre nicht aussparte. An jene Zeit erinnerte sich Josef Bachmann gut, der seit 43 Jahren dem Chor angehört. Er war eines der fünf männlichen Mitglieder, die damals beschlossen, sich weiblichen Stimmen zu öffnen, um damit die Zukunft des Chores zu retten. „Das Zusammengehen mit anderen Chören kam für uns nicht in Frage“, sagte er gegenüber der TZ. „Wir wollten bleiben, wer wir waren. So kamen wir auf die Idee, unsere Frauen als Mitglieder aufzunehmen.“

Dafür bekam er aus den Händen des Vorstandes um die erste Vorsitzende Ingrid Brückner eine Flasche Wein mit einem Bild des aktuellen Chores auf dem Etikett. Ebenso wie alle Festredner, zu denen der Präsident des Hessischen Sängerbundes, Claus-Peter Blaschke, und die ehemalige CDU-Oberbürgermeisterin und jetzige Präsidentin des Landesmusikrates, Dr. Ursula Jungherr, genauso gehörten wie Stadträtin Beate Fleige (BLB), der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Peter Braun und der Ortsvorsteher von Dornholzhausen Hans-Peter Mayer (CDU). Sie alle wünschten, dass der Gesangsverein Liederkranz noch lange weiter bestehen möge.

In diesem Zusammenhang brachte Blaschke, der Urkunden des Deutschen Chorverbandes und des Landes Hessen überreichte, die Idee ins Spiel, sich auch Zuwanderern und Flüchtlingen zu öffnen, um den eigenen Fortbestand zu sichern und gleichzeitig ein Zeichen im Sinne der Integration zu setzen.

Ein ganz besonderes Geschenk machte Chorleiterin Bettina Kaspary ihrem Chor und trug, am E-Piano von Gisele Kremer begleitet, Franz Schuberts „An die Musik“ vor. Unter ihrer Leitung zeigte der Chor während des Festaktes mit zwei weiteren Stücken seine Lust am Singen, bevor man sich zu einer geselligen Runde traf und den gelungenen Festkommers ausklingen ließ.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare