Geschichtskreis Dornholzhausen

Kein Mangel an Themen

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Wenn der Geschichtskreis Dornholzhausen zur Präsentation lädt, gibt es wieder historische Geschichten aus der Waldensergemeinde. Im Gegensatz zum Jahr 2004 sind die Macher inzwischen überzeugt, dass es auch in zehn Jahren noch genug Themen geben wird.

Zur 300-Jahrfeier des Dörfchens gründete sich der Geschichtskreis Dornholzhausen, um sich auf die Spuren ihrer Vorfahren, der Waldenser, zu begeben. Und sie wurden fündig. 2004 wagte man sogar, ein Jahresheft zu publizieren – doch so ganz überzeugt waren die Hobby-Historiker von der Idee nicht. „Gibt es überhaupt noch Themen?“, hatte Dr. Christian Weizmann, Vorsitzender des Vereins, damals im Vorwort orakelt.

Ja, es gibt sie, und wie: „Ich würde gerne noch zehn Jahre dazu beitragen, an Themen mangelt es nicht“, sagte gestern Dr. Wolfgang Bühnemann bei der Präsentation der neuesten Publikation. Aus seiner Feder sind zwei umfangreiche Geschichten im 14. Jahresheft erschienen: Zum einen beschäftigte sich der 84-Jährige mit den zahlreichen Kriegen im 18. Jahrhundert, in die Dornholzhausen durch die Landgrafenschaft verwickelt war. Zum anderen hat er erforscht, wie sich die kämpferischen Waldenser mehrere Jahrzehnte lang gegen die aus ihrer Sicht ungerechte Verteilung der Kriegslasten zur Wehr setzten und schließlich Erfolg hatten.

Auch Dr. Walter Mittmann, zweiter Vorsitzender des Vereins, war fleißig und ist mit drei Aufsätzen vertreten. Unter anderem hat er eine „dramatische Dichtung“ ausfindig gemacht, die ein Frankfurter Gymnasiallehrer – zunächst auf französisch – geschrieben hatte. „Die Waldenser in Dornholzhausen“ wurde anlässlich des 200. Geburtstags der Gemeinde ebendort uraufgeführt, „um die schöne Waldenser-Überlieferung bei den Nachkommen wachzuhalten“, wie Armand Caumont betonte. Doch ein durchschlagender Erfolg war das Stück nicht, zumal es mehr Dichtung als Wahrheit enthielt und mit den Lebensumständen der Glaubensflüchtlinge 200 Jahre zuvor wenig gemein hatte.

Interessant ist, wie der Geschichtskreis mit seinen 30 Mitgliedern, darunter etwa 15 aktive, mit der Zeit geht: Da ist zum einen die immer auf dem aktuellen Stand gehaltene Homepage ().

Und im Gegensatz zur eher braven ersten Ausgabe von 2004 macht das moderne Titelfoto des neuesten Geschichtshefts neugierig. So neugierig wie die Dame (übrigens ein Mitglied des Vereins), die es nicht aushalten kann und unter ein Tuch lunst. Darunter verbirgt sich die Büste der berühmtesten Dornholzhäuserin, die der Geschichtskreis 2013 „dem Vergessen entrissen“ hat und ihr im letzten Herbst an ihrem Geburtsort ein Denkmal gesetzt hat – Sophie Opel, geborene Scheller.

In Ergänzung zu den historischen Aufsätzen sind im 72 Seiten starken A5-Heft Berichte von den Reisen zu finden, die der Geschichtsverein in den vergangenen Jahren zu Waldenser-relevanten Orten unternommen hat. Schließlich sind auch alle vorangegangenen Publikationen aufgeführt, etliche mit „vergriffen“ markiert.

Wer also Interesse an der jüngsten Ausgabe des Geschichtshefts hat, sollte sich sputen. Das von Vereinsmitglied Hellmuth Bollmann in einer Auflage von 250 Stück produzierte Hochglanzheft „Dornholzhausen – aus unserer Geschichte“ (Heft 14) ist ab sofort für 6 Euro im Homburger Buchhandel und bei „Paper Pen & Present“ in Dornholzhausen erhältlich.

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