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Die Umkleideräume für die Mannschaften beim 1. FC 04 sind seit Jahren marode. Ein massiver Kabinananbau steht nun im jetzt vorgelegten Sportstättenentwicklungsplan (SSEP) auf der Prioritätenliste weit oben. 270 000 Euro hat die Stadtverwaltung dafür veranschlagt.

Sportstättenentwicklungsplan

Kicker sollen neuen Anbau bekommen

Zum zweiten Mal seit 2015 hat die Stadtverwaltung den Sportstättenentwicklungsplan (SSEP) vorgelegt. Er hat eine Laufzeit bis 2020 und gibt einen Überblick über die Weiterentwicklung der örtlichen Sportangebote. Die Grünen kritisieren das Zustandekommen.

Grundsätzlich wird ein Planungsinstrument wie der Sportstättenentwicklungsplan (SSEP), den die Verwaltung jetzt zum zweiten Mal erarbeitet hat, begrüßt – auch bei den Grünen. „Das ist vollkommen okay“, sagt deren Fraktionsvorsitzende Christina Herr im Gespräch mit dieser Zeitung. Sie schätzt den Plan als Entscheidungsgrundlage bis 2020 auch deshalb, weil es in Zeiten knapper Kassen wichtig sei zu wissen, wie Geld für den Sport verteilt werden kann.

Was in ihren Augen hätte besser laufen können, ist das Zustandekommen des Plans. „Unsere Vorstellung wäre es gewesen, den Entwurf zunächst einmal mit den Vereinen zu besprechen, bevor der SSEP in die politischen Gremien geht“, so Herr. Denn immerhin werde die Verwaltung beauftragt, „entlang dieser Prioritäten zu planen“. Damit sei der SSEP auch ein Investitionsplan.

Im Rathaus sieht man die Sache etwas anders. So sei beim „Runden Tisch Vereine“, zu dem in der vorvergangenen Woche rund 30 Vertreter ansässiger Sportvereine gekommen waren, keine große Unzufriedenheit wegen des vorgelegten Plans zu spüren gewesen, sagt Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) auf Nachfrage. Dort seien auch Bedenken vorgebracht worden. So habe der Turnverein Weißkirchen wegen der geplanten Wohnbebauung auf einem der Fußballplätze des 1. FC Weißkirchen wegen der künftigen Möglichkeiten für ihn nachgehakt. Dafür werde in jedem Fall gesorgt, so Brum, genauso wie für eine neue Tartanbahn und einen Kiosk, den sich die Turner wünschen.

Was die im SSEP genannten Summen betreffe, könne immer noch nachjustiert werden, so Brum weiter. Die Zahlen gingen in den Haushalt ein, was bedeute, dass jede Maßnahme sowieso eine eigene Entscheidung brauche. Prioritäten gesetzt

Neben Aussagen zur Sport- und Bevölkerungsentwicklung, dem ehrenamtlichen Engagement und Bestandsaufnahmen zu den jeweiligen Vereinen (siehe weiteren Text), enthält der Plan auch eine Prioritätenliste für Investitionen. Sie umfasst sieben Positionen, unterteilt in die Kategorien A und B. Ganz oben steht die bereits erwähnte Neugestaltung des Sportgeländes Weißkirchen. 1,4 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Außer der Errichtung von drei Beachvolleyballfeldern im Rushmoor-Park für 20 000 Euro taucht auch der FC 04 Oberursel auf. Er soll für 270 000 Euro von der Stadt einen massiv gebauten Kabinenanbau bekommen, nachdem der alte längst nicht mehr nutzbar ist. „Der neue Anbau ist ein Meilenstein für uns“, sagt FC-04-Geschäftführer Björn Urban. Nachdem der Verein einiges an planerischen Vorleistungen gebracht habe, sei man froh darüber, im SSEP zu sein. „Jetzt hoffen wir, dass das Wirklichkeit wird. Das wäre für unsere Kinder und die Eltern ein Riesenzeichen.“

Etwas Geduld müssen dagegen wohl noch die Bommersheimer Fußballer haben. Die Umgestaltung der Sportanlage beim SV inklusive Kunstrasenplatz ist zwar in der Kategorie B zu finden. Die Kosten dafür sollen im kommenden Jahr ermittelt werden. Eine Umsetzung der Maßnahme ist laut SSEP dann in 2020 oder 2021 möglich. Auf Trends reagieren

Der Plan nennt die weitere Sanierung und Modernisierung von vorhandenen Sportstätten und Vereinsheimen als wesentliches Ziel. Zudem skizziert er auch sich abzeichnende Änderungen im Sportverhalten. „Insbesondere sind zusätzliche Sportstätten für den nicht organisierten Sport wichtig, da viele Menschen sich heute nicht mehr im Verein binden wollen beziehungsweise neben den Trainingsstunden im Verein freie Angebote priorisieren.“ Auch auf diesem Trend müsse die Stadt reagieren. „Dafür sind eher kleinteilige Räumlichkeiten nötig, die wir auch aktiv suchen“, erläutert Brum und nennt die Taunushalle als Beispiel für Sportarten wie Gymnastik und Yoga. Im weiteren gehe es darum, Menschen bis ins hohe Alter bei Angeboten im öffentlichen Raum zu berücksichtigen. Mit den Bewegungsparcours im Rushmoor-Park und am Schillerturm, sowie den Walkingstrecken am Forsthaus sei in den vergangenen Jahren ein Anfang gemacht worden, heißt es dazu im SSEP.

Morgen Thema im Parlament

Der Sportstättenentwicklungsplan ist am morgigen Donnerstag Thema in der Stadtverordnetenversammlung. Die Sitzung im Rathaus beginnt um 19.30 Uhr.

von GABRIELE CALVO HENNING

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