Konzept

Kinderklinik: Geht es jetzt endlich voran?

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Seit Jahren wird um eine Kinderstation an den Hochtaunus-Kliniken gerungen, jetzt haben die Entscheidungsträger im Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis zumindest mal beschlossen, dass ein verbindliches Konzept entworfen werden soll.

Die Gesellschafter und Geschäftsführungen der Kliniken Frankfurt-Main-Taunus (zu der das Klinikum Höchst gehört) und der Hochtaunus-Kliniken haben am Donnerstag über eine mögliche Zusammenarbeit im Bereich der pädiatrischen Versorgung (Kinderheilkunde) gesprochen. Hintergrund ist der Plan, an den Hochtaunus-Kliniken eine Notfallversorgung für Kinder zu etablieren. In einer vom Hochtaunuskreis veröffentlichten Pressemitteilung heißt es dazu: „Alle Gesprächspartner sind übereinstimmend zu dem Ergebnis gekommen, dass eine vertiefte Zusammenarbeit für ein pädiatrisches Angebot an den Hochtaunus-Kliniken sinnvoll ist.“ Ebenfalls schön: Alle Beteiligten haben die konstruktive Atmosphäre des Gesprächs gelobt.

Es wurde vereinbart, dass bis Jahresende eine „belastbare Konzeption“ ausgearbeitet und abgestimmt werden soll, wie ein „solides pädiatrisches Angebot“ in Bad Homburg aussehen könnte. In dieser Konzeption sollen die Art des Angebots, die Personalgewinnung, der Zeitplan der Umsetzung sowie die Finanzierung definiert werden. Desweiteren wurde auf die Finanzierungszusage des Hochtaunuskreises und der Stadt Bad Homburg sowie einem entsprechenden Grundsatzbeschluss der Hochtaunus-Kliniken verwiesen.

Ungeachtet dieser Aussagen hält der Vorstand des Fördervereins Kinderklinik an seinem Vorhaben, den Verein aufzulösen, fest. Allerdings war gestern bei einer außerordentlichen Sitzung nicht die für eine solche Abstimmung erforderliche Anzahl an Mitgliedern erschienen. Für den Vorsitzenden Riklef von Schüssler ist der Vereinszweck nach vier Jahren, in denen sich nichts getan habe, nicht mehr gegeben. Auch die Ergebnisse des Gesprächs vom Donnerstag hält er lediglich für Lippenbekenntnisse, ein belastbares Ergebnis sei noch „eine Mondreise“ entfernt. „Es wäre gegenüber unseren Mitgliedern und der Öffentlichkeit unredlich, von einem absehbaren Erfolg zu sprechen“, so von Schüssler.

Der Vorsitzende hat bereits angekündigt, nicht mehr für den Vorstandsposten zur Verfügung zu stehen – unabhängig davon, ob der Verein weiter besteht oder nicht. Allerdings gibt es mit Yvonne Velten bereits ein aktuelles Vorstandsmitglied, das bereit wäre, das Amt zu übernehmen. Die Ober-Eschbacherin ist nach wie vor davon überzeugt, dass das Projekt „Kinderstation an den Hochtaunus-Kliniken“ ein gutes Ende nehmen kann: „Wir sollten die Flinte daher jetzt nicht ins Korn werfen.“ Wie es weitergeht, wird sich auf der regulären Mitgliederversammlung Mitte November zeigen.

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