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Kinderwald als Lernort in der Natur

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Die Dorfgemeinschaft Hundstadt, der Gemeindevorstand , die Initiativgruppe, sowie Vertreter des Forstes und der Jagdpächter beraten über die künftige Gestaltung des Kinderwald-Areals in Hundstadt. © Andreas Romahn

Hundstadt (aro). »Der Kinderwald ist ein Aushängeschild der Gemeinde und es braucht einen rechtlichen Rahmen für die nachhaltige künftige Nutzung des Geländes im Einklang mit der Natur.« Grävenwiesbachs Bürgermeister Roland Seel erläuterte beim Ortstermin auf dem Kinderwald-Areal zusammen mit dem Gemeindevorstand, dem Vorstand der Dorfgemeinschaft Hundstadt sowie Vertretern der IG Kinderwald, dass die Zukunft des 23 Jahre alten Naturschutzprojektes auf eine stabile rechtliche Grundlage gestellt werden muss.

Als »Kinderwaldopa« Erich Armstark 1999 mit seiner Idee startete, mit dem Pflanzen eines Baumes für die jüngsten Gemeindemitglieder ein bleibendes Zeichen für kommende Generationen zu schaffen, hätte wohl niemand damit gerechnet, dass 2022 auf dem idyllischen Gelände oberhalb Hundstadts rund 550 Laub- und Obstbäume stehen, die gehegt und gepflegt werden müssen. In Zeiten des Klimawandels und des katastrophalen Zustands heimischer Wälder haben private Baumpflanz-Aktionen Konjunktur. Die Kinderwald-Idee bekommt eine völlig neue Dynamik.

Deswegen betonte Bürgermeister Seel vor der Planung künftiger Aktivitäten die Klärung rechtlicher Fragen. Nach Beratung im Gemeindevorstand wird der Entwurf eines Gestattungsvertrages vorgelegt, mit dessen Unterzeichnung die Dorfgemeinschaft Hundstadt e. V. als Ansprechpartner, Vermittler und verantwortungsvoller Koordinator der Aktivitäten auf dem Naturschutzgelände fungiert. Insbesondere Haftungsfragen müssen vorab geklärt und fixiert werden.

Konzept für weitere Entwicklung

Zum Neustart des Kinderwaldprojektes sind zunächst alle Familien, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen Baum im Kinderwald gepflanzt hatten, aufgefordert, sich bei Rudolf Tillig, Vorstandsmitglied der Dorfgemeinschaft, zu melden. Die Dorfgemeinschaft ist bereits tätig, um ein Baumkataster anzulegen. Für Bäume, die nicht in das Kataster aufgenommen werden können, werden neue Baumpaten gesucht. »Wir kümmern uns gerne um den Kinderwald und die Aufarbeitung, aber wir brauchen Rechtssicherheit«, so Dorfgemeinschafts-Vorsitzender Thomas Kinnett. Er versicherte, dass der Verein gerne die Pflegeverantwortung übernehme. Es müsse aber geklärt sein: »Was darf ich schneiden? Was darf ich ernten?«

Karin Steigerwald, die zusammen mit Simone Thurn federführend rund acht Mitglieder der IG Kinderwald vertrat, bezifferte den aktuellen Ausfall des Baumbestandes auf etwa zehn Prozent. Zum Schutz des Bestandes und Erhalt der Artenvielfalt liege die Priorität derzeit auf der Unterhaltung und Neuanpflanzungen seien nicht möglich. Zuallererst soll zeitnah ein erster Baumschnitt erfolgen.

Alle Beteiligten favorisieren eine naturnahe Entwicklung des Geländes in Absprache mit dem Forst und Vertretern des Naturschutzes. Eine lockere Hecke mit Kleinsträuchern zur Förderung der Artenvielfalt, die Vernetzung mit dem direkt benachbarten »Pfad der Jahresbäume« sowie insgesamt die Gestaltung als außerschulischer Lernort wurden bei der Zusammenkunft als erste Gestaltungsvorschläge genannt. Ein neues Öffentlichkeitskonzept soll die vielfältigen Interessen des Tierschutzes und der Artenvielfalt auf der einen Seite sowie die Nutzung für den Publikumsverkehr zur Erholung oder als Lernort unter einen Hut bringen.

Jagdpächter Norbert Auth sicherte ebenso seine aktive Unterstützung zu wie der Forst, vertreten durch Uwe Neun. Neben den Gemeinde-Kindergärten könnte die Wiesbachschule partizipieren und die Gestaltung aktiv begleiten. Was vor 23 Jahren mit dem Pflanzen des Baumes für Neugeborene begann, soll langfristig ein nachhaltiges Naturschutz-Projekt werden. Der Kinderwald Hundstadt steht vor einer spannenden Zukunft.

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