Evangelische Kirche

Kirchenaustritte bereiten der Dekanatssynode Kopfzerbrechen

  • schließen

Immer mehr Protestanten treten aus der Kirche aus. Dabei ist es gleichgültig, ob in einer Gemeinde der Bär steppt oder gar nichts los ist. Dekan Michael Tönges-Braungart sieht die Ursache vielmehr im vereinfachten Austrittsverfahren. Im kommenden Jahr soll dem nachgegangen werden.

Die Austritte aus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sind gestiegen. Davon berichtete Dekan Michael Tönges-Braungart den 53 Synodalen, sprich Ehrenamtlichen und Pfarrern aus den 31 Kirchengemeinden des Dekanats Hochtaunus bei der Herbstsynode im Dorfgemeinschaftshaus Emmershausen. Nachdenklich mache ihn, dass Protestanten die Kirche verlassen, gleich, ob in ihrer Gemeinde viel los ist oder nicht. Und das obwohl die Kirche viele „Koalitionen“ eingehe und vielem ihren Stempel aufdrücke.

Tönges-Braungart vermutet, dass das auch am vereinfachten Austrittsverfahren liegen kann. Denn: Ob jemand aus Weilrod nach Bad Homburg zum Gericht fahren, oder den Austritt einfach mal schnell im Rathaus erledigen könne, mache durchaus einen Unterschied. Bei einem Studientag möchte der Pfarrkonvent im kommenden Jahr Schlüsse ziehen und Wege zu finden, den Kontakt zu den Gemeindemitgliedern nicht zu verlieren. Präses Peter Vollrath-Kühne nahm die Halbzeit von Synode und ihrem Vorstand (DSV) zum Anlass, die Arbeit in den Blick zu nehmen. Der DSV hatte ein pädagogisches Konzept in der Region Friedrichsdorf auf den Weg gebracht, eine Steuerungsgruppe zur Pfarrstellenbemessung ins Leben gerufen, die in der Frühjahrssynode die ersten Ergebnisse vorlegen wird, und den Kirchengemeinden das Konzept einer Gemeinde übergreifenden Kita-Trägerschaft vorgestellt. Ebenfalls bis zur nächsten Synode sollte entschieden sein, ob sie überhaupt zustande kommt.

Als Blick in die Zukunft informierte Jugendreferent und Kirchentagsbeauftragter Steffen Pohlmann über die Fahrt zum Kirchentag nach Dortmund im kommenden Jahr.

Pfarrerin Miriam Küllmer-Vogt blickte noch zwei Jahre weiter, denn der dritte ökumenische Kirchentag findet in der Zeit vom 12. bis zum 16. Mai 2019 in Frankfurt statt, und ein Großteil der Gemeinden gehört zum Einzugsbereich. Sie sind aufgefordert, Quartiere für die Besucher und Delegierten zur Verfügung zu stellen, können sich aber zudem in unterschiedlicher Art und Weise beteiligen.

Wie die Kommunen und auch der Kreis, die zum Ende des Jahres Haushalte vorzustellen haben, hat auch Präses Vollrath-Kühne den Etat des Dekanats für 2019, den die Regionalverwaltung in Oberursel, die für die Buchhaltung auch der Gemeinden zuständig ist, erstellt hat, vorgestellt. Er soll mit rund 1,6 Millionen Euro abschließen und unterscheidet sich damit kaum von der Jahresrechnung für 2017 mit einem ausgeglichenen Abschluss von rund 1,8 Millionen Euro, welche die Synodalen zuvor einstimmig als korrekt bestätigten.

Finanziert werden die Ausgaben für den Gemeindepädagogischen Dienst, für Kirchenmusik sowie die Referenten für Gesellschaftliche Verantwortung, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit, Verwaltung, Miete und die Mitarbeitervertretung die mit rund 1,2 Millionen den größten Teil ausmachen, durch Zuweisungen der EKHN aus Kirchensteuern.

Wer einen genaueren Blick in das Papier werfen möchte: Der Haushalt 2019 liegt in der Zeit vom 12. bis zum 19. November im Dekanatsbüro im Haus der Kirche im Hessenring 20 in Bad Homburg öffentlich zur Einsichtnahme aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare