1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus

Knappes Ja zur Seilbahn-Studie

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Schmitten (evk). Ein vom Vorsitzenden Denis Knappich (CDU) unklar formulierter Antrag führte zu Verwirrung in der jüngsten Sitzung der Schmittener Gemeindevertretung im Arnoldshainer Dorfgemeinschaftshaus. Die Folge war ein nur knappes Votum für die Folgemachbarkeitsstudie für eine touristische Seilbahn zum Feldberg, weil sich 20 von 26 Gemeindevertretern enthielten.

Was war passiert?

Die Gemeindevertretung hatte dem Kreis bereits Ende Oktober ein positives Signal für das Projekt gegeben, wollte aber, dass der Umwelt-, Klima- und Wirtschaftsausschuss (UKW) über Chancen und Risiken für Schmitten ausführlich berät. Der UKW hatte sich gegen das Votum der b-now und bei Enthaltung der SPD ebenfalls dafür ausgesprochen, die Folgemachbarkeitsstudie für eine Seilbahn zum Feldberg grundsätzlich positiv zu begleiten. Das war für den Kreis die Bedingung dafür, auf seine Kosten die Studie in Auftrag zu geben. Der UKW wollte aber für Schmitten relevante Punkte bei weiterführenden Planungen mit einbezogen haben.

Folgende Fragen sollen bei der Studie berücksichtigt werden: Wie wird die Seilbahn im Gesamtverkehrskonzept eingebunden? Welche Vorteile hat die Gemeinde durch die Seilbahn? Welche Ausmaße haben die Flächen zur Installation der Masten? Und wird die am Feldberg betriebene Erdbebenmess-Station beeinträchtigt?

Welche Vorteile hat die Gemeinde?

Die FWG hatte schon im UKW in einer Folgemachbarkeitsstudie Chancen für Schmitten gesehen. FWG-Fraktionsvorsitzender Rainer Löw formulierte nun in der Gemeindevertretung in einem anderen Wortlaut die bereits im Ausschuss genannten Fragen und Forderungen. Besonders wichtig war ihm, dass Schmitten keine Kosten entstehen. »Landrat Ulrich Krebs (CDU) weist aber auf die Erfordernis einer finanziellen Beteiligung der Gemeinde Schmitten hin«, so Löw, der verlangte, dass der Gemeindevorstand die Gemeindevertretung auch darüber informieren soll. Den inhaltsgleichen Antrag der Freien Wähler hätten auch die Christdemokraten mitgetragen, denn Fraktionsvorsitzender Karsten Ratzke meinte: »Wir entscheiden heute nicht, ob eine Seilbahn gebaut wird.«

Roland Wilfing (SPD) blieb bei seinen im Ausschuss geäußerten Bedenken der optischen Beeinträchtigung durch 50 bis 70 Meter hohe Stützen und eine 600 Quadratmeter umfassende und bis zu 15 Meter hohe Station. Er ist überzeugt, dass die Seilbahn die Verkehrsprobleme nicht löst und die Kosten dafür höher ausfallen als geplant und von allen Bürgern im Kreis zu tragen sind. Und er fragte in die Runde: »Wollen wir zusätzliche Attraktionen und Halligalli auf dem Gipfel?« Matthias Gutsche (b-now) wollte geprüft wissen, ob die Wirtschaftlichkeit auch gegeben ist bei ökologischem Tourismus wie Lehrpfaden und naturnaher Nutzung anstelle einer Sommerrodelbahn oder eines Baumwipfelpfades. Zu prüfen sei ferner, ob durch die Seilbahn der Autoverkehr ersetzt und die Zufahrt zum Gipfel gesperrt werden kann, wer die Kosten für Müllentsorgung und öffentliche Toiletten auf dem Gipfel trägt und ob die Feldberggemeinde Einnahmen durch einen Eintritt zum Gipfel generieren kann.

Da der Vorsitzende der Gemeindevertretung nur den Zusatzantrag von Gutsche vorlas, nicht aber den dazugehörigen Ursprungsantrag oder gar den nur im Wortlaut davon abweichenden FWG-Änderungsantrag, wurde der Antrag mit nur vier Jastimmen bei zwei Neinstimmen angenommen. Damit war eine weitere Abstimmung zu diesem Thema überflüssig.

Auch interessant

Kommentare