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Kneipen, Bäcker und Läden

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Kaum hatte Moderatorin Gabriele Walkenbach (rechts) den Bildschirm freigeschaltet, damit die Workshop-Teilnehmer Dinge, die ihnen in ihren Kommunen fehlen, benennen konnten, war er auch schon voll. © Red

Usinger Land. Alle Kommunen des Usinger Landes sowie die Gemeinde Glashütten bewerben sich um ihre Aufnahme als Förderregion im europäischen LEADER-Programm. LEADER steht für »Liaison entre les actions de développement de l’économie rurale«, heißt: Das Maßnahmenprogramm der EU fördert modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum. Förderfähige Regionen können über fünf Jahre hinweg auf der Basis eines Konzeptes mit 2 Millionen Euro EU-Geld rechnen.

Im Falle der Region »Hoher Taunus«, so soll der interkommunale Verband heißen, wäre dies der Zeitraum 2023 bis 2028. Das Geld gibt es nicht umsonst, die Region muss dafür schon etwas tun. Am Donnerstag wurde nun der Grundstein für das Förderkonzept gelegt. Knapp 40 Beteiligte, darunter Bürgermeister, stellvertretende Bürgermeister, Verwaltungsmitarbeiter aus den Rathäusern sowie Verbands- und Branchenvertreter, steckten virtuell beim ersten von zwei Workshops die Köpfe zusammen.

Dafür hatte das mit der Durchführung des Bewerbungsprozesses beauftragte Büro Bischoff & Partner aus Limburg eine interaktive Plattform bereitgestellt, mit der es sich so gut arbeiten ließ, dass Teilnehmer und Regie glatt die Zeit vergaßen. Der »Brain- storm« wurde zum Tornado, am Ende sprach Moderatorin Viola Krüger von einem »Feuerwerk der guten Ideen«, so etwas habe sie bei einem Auftakt noch nicht erlebt. Im LEADER-Programm erarbeiten lokale Aktionsgruppen vor Ort Entwicklungskonzepte. Ziel ist es, die ländlichen Regionen auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen. Thema des ersten Workshops war es, Projektideen im Bereich »Gleichwertige Lebensverhältnisse für alle - Daseinsvorsorge« zu finden.

Wohnkonzepte

Besonders die Entwicklung von regionalen Wohnkonzepten, unter der Berücksichtigung der Ortskerne und der Siedlungsentwicklung, sollten hier beleuchtet werden.

Die Entwicklung und Umsetzung von Ideen in den Bereichen Gesundheit, Versorgung, Freizeit und Kultur sowie Konzepte für den ÖPNV sollten ebenfalls diskutiert werden. Parallel dazu waren Projektideen zum Thema Wirtschaftliche Entwicklung und regionale Versorgungsstrukturen, besonders durch Klein- und Kleinstunternehmen, gesucht, wobei es um regionale Wirtschaftskraft, Vorhaben, in die investiert werden kann, und die Förderung regionaler Wertschöpfungsketten ging. Das Ergebnis der Debatte brachte die Desktops förmlich zum Überlaufen.

Zunächst sollten die Teilnehmer »reinrufen«, was ihnen in ihrer Kommune am meisten fehlt. In Windeseile füllte sich der Bildschirm mit farbigen Schlagworten, die je nach Häufigkeit der Nennung immer größer werdend in die Mitte rückten: Kneipe, Bäcker, Post, Arzt und Dorfladen waren am Ende die Renner. Später wurden zwei Arbeitsgruppen mit den Themenschwerpunkten Wirtschaft und Daseinsvorsorge gebildet. Auch hier kristallisierte sich rasch heraus, was sich nach den Vorstellungen der Protagonisten mittels Förderung auf den Weg bringen ließe.

Es gab eine Fülle von Ideen, deren Dringlichkeit final durch die Vergabe von »Herzchen« in ihrer Bedeutung für die Region evaluiert wurden: Da ging es munter durcheinander: Dorfläden, Lebensmittelautomaten in Orten ohne Supermarkt, Treffpunkte, »Dorffunk«, Food-Truck-Events, Radwege, Car-Sharing und Traditionspflege waren die Favoriten der Arbeitsgruppe »Daseinsvorsorge«. Den »Wirtschaftlern« war eine energieautarke Taunusregion wichtig, aber auch Nahwärmeversorgung, Parkraum mit E-Ladesäulen, ressourcen- und umweltschonende Gewerbegebietserweiterung, aber auch das Seilbahnprojekt auf den Großen Feldberg und mehr Interaktion auf dem Tourismus-, Gastronomie- und Hotelsektor. Es gelte, die Attraktivität der Region zu verbessern und Anreize zu schaffen, damit nicht einfach durch die Dörfer und Gemeinden hindurch gefahren wird, sondern Ortsmitten geschaffen werden, angehalten, getankt, eingekauft und besichtigt wird.

So geht’s weiter

Am Donnerstag, 24. März, um 18 Uhr findet der zweite virtuelle LEADER-Workshop, Thema »Naherholung, Tourismus, Bio-Ökonomie« (Anmeldung: www.zukunft-hoher-Taunus.de) statt, bevor am Donnerstag, 12. Mai, die Ergebnisse in einer Abschlussveranstaltung, die als Präsenzveranstaltung geplant ist, besprochen werden sollen.

Dieses Ergebnis ist dann auch die offizielle Bewerbung an das europäische LEADER-Komitee, das über die Aufnahme der Region »Hoher Taunus« zu entscheiden hat. Das Projektteam ist nach diesem ersten Aufschlag felsenfest davon überzeugt, dass es klappt. Ein so breitgefächerter Input zu Beginn des Prozesses sei »einfach phänomenal

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