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2000 Verbandskästen für die Ukraine

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Von: Andreas Schick

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Kunterbunte Verbandskästen, Kartons und Tüten: Dieser Transporter geht voll beladen gen Ukraine.
Kunterbunte Verbandskästen, Kartons und Tüten: Dieser Transporter geht voll beladen gen Ukraine. © privat

Für Initiator Christoph Schwarzer ist das Sammelergebnis „der Hammer“.

Königstein -Sie sind orange, grün, blau. Sie stapeln sich im Laderaum des Transporters. Die einen sind größer, andere fallen etwas kleiner aus. Aber die Hauptsache ist der Inhalt: Die Verbandskästen enthalten Wundverbände, Kompressen, Pflaster, Vliesstofftücher, Scheren, Einmalhandschuhe, Fixierbinden - eben alles, was in ein Erste-Hilfe-Köfferchen gehört.

Verladen sind die Verbandskästen in einen Transporter, damit sie auf schnellstem Weg in ein Kriegsgebiet gelangen - die Ukraine, die sich seit Ende Februar dieses Jahres massiven Angriffen des russischen Militärs ausgesetzt sieht. Der Sprecher der Königsteiner Feuerwehren, Christoph Schwarzer, ist ein Machertyp mit sozialer Ader, der sich fragte: Was kann ich tun, um den Menschen in der Ukraine zu helfen? Er folgerte: Wo Kranke und Verletzte sind, braucht es Verbandsmaterial. So startete er vor einigen Wochen einen Aufruf, den auch die Taunus Zeitung zweimal veröffentlichte: Bis Freitag, 30. September, sammelte Schwarzer abgelaufene oder neue Verbandskästen. Mehrere Banken und Geschäfte in Königstein und Umgebung sowie im Raum Gießen erklärten sich bereit, die Spenden entgegenzunehmen. Zeitweilig und örtlich war das Echo zögerlich. Doch schließlich lohnte sich die Geduld: „Gute 2000 Verbandskästen“ seien zusammengekommen, schildert der Feuerwehrmann der TZ und ist baff. Ist das ein Schreibfehler? 2000? Nein. Es ist in der Tat eine vierstellige Zahl geworden.

Ein Schuss in den Ofen? Mitnichten!

„Das ist der Hammer“, kommentiert Christoph Schwarzer und freut sich zu dem „über jede Menge Kleidung und beispielsweise auch Plüschtiere“, die abgegeben wurden. Auch Medikamente, Gehhilfen und Babysachen fanden sich in Kartons wieder. Schwarzer und seine Helfer fackelten nicht lange. Sie klapperten alle Sammelstelle ab, verluden die Spenden, sichteten das Material und machten sie versandfertig. Das linke Bild oben zeigt Schwarzer nach der Abholung bei der Sparkasse Gießen. An seiner Seite sind zwei Mitstreiter. Schwarzer: „Illya Mamberger hat eine kleine Werkstatt und macht die alten Fahrzeuge fit für den Transport in die Ukraine. Andrii Khliebnik ist aus Lutsk in der Ukraine und sammelt alles ein und organisiert die Transporte.“

Die ersten Fuhren haben das Rhein-Main-Gebiet verlassen und dürften schon am Bestimmungsort sein. Zu Beginn seines Spendenaufrufs dachte Schwarzer, die Aktion könne „ein Schuss in den Ofen“ werden. Pustekuchen. Sie wurde ein Erfolg. Schwarzer, selten um Worte verlegen, gesteht: „Ich war erstaunt.“ ask

Initiator Christoph Schwarzer (rechts) mit Illya Mamberger (links) und Andrii Khliebnik bei der Abholung von Spenden in Gießen.
Initiator Christoph Schwarzer (rechts) mit Illya Mamberger (links) und Andrii Khliebnik bei der Abholung von Spenden in Gießen. © privat

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