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Werner von Sengbusch

Hilfe 

Die Anden-Klinik in Peru hat durch die Unterstützung von Werner von Sengbusch eine Zukunft

Das Leben in Königstein ist sicher kein schlechtes. Dass man trotzdem die Welt außen herum nicht vergisst, dafür sind die Bürger der Kurstadt der Beweis. Werner von Sengbusch ist einer dieser Engagierten.

Langes Warten auf einen Termin beim Arzt ist hierzulande ein weit verbreitetes und entsprechend lautstark bemängeltes Problem. Dass sich allerdings gut 300 Patienten in einer Reihe aufstellen und geduldig darauf warten, dass sie zum Arzt vorgelassen werden, ist dann doch etwas, was man aus deutschen Praxen und Kliniken nicht kennt. Und vermutlich ist es auch in Peru nicht der Regelfall – zumindest nicht in den Städten und dichter besiedelten Gegenden.

In den ländlichen Gebieten der Hochanden ist das aber schon etwas anderes. Hier, wo die Gesundheitsversorgung immer noch deutlich hinter den Möglichkeiten in den Zentren zurückbleibt, sind fachärztliche Behandlungen nach wie vor schwierig zu bekommen. Oft müssen die Patienten dafür lange Wege auf sich nehmen. Da ist es schon eine besondere Gelegenheit, wenn der Patient nicht zum Arzt, sondern der Arzt zum Patienten kommt.

Entsprechend groß war im September vergangenen Jahres der Andrang bei einer Aktion, die der in Königstein beheimatete Förderkreis „Hospital Andino Peru“ im Gebirgsdorf Coina mit auf den Weg gebracht hatte.

Für eine ganze Woche waren fünf Ärzte und fünf Krankenpfleger vom „Instituto Nacional de Oftalmología“ (INO) aus Lima in die Anden gereist, um hier kostenlos Patienten mit Grauem Star und Erkankungen der Bindehaut zu behandeln. Hunderte Menschen, die an Problemen mit den Augen leiden, hatten alleine über Mund-zu-Mundpropaganda von diesem Angebot erfahren und sich auf den Weg in das Hospital im Chicamatal gemacht. Am Ende der Woche waren 27 Patienten erfolgreich operiert, bei 97 Hilfesuchenden wurden Sehschärfenprüfungen vorgenommen. 

Dankbarkeit der Patienten ist spürbar

„Man spürte die Dankbarkeit der Patienten. Es sind genau solche Kampagnen, die ermöglichen, dass die moderne Medizin ihren Weg in die Anden findet“, konstatiert Theresa Schmalfuß zufrieden. Die Medizinstudentin aus Österreich war im September ebenfalls im Hospital Andino beschäftigt, absolvierte dort ein Praktikum und schwärmte im Nachgang von „einer meiner besten Famulaturen“.

Ein Lob, über das Werner von Sengbusch sicher genauso glücklich ist wie über die Arbeit die angehende und erfahrene Mediziner aus aller Welt seit Jahren ehrenamlich in dem Krankenhaus auf 1900 Metern Höhe leisten. Der Königsteiner ist der Vorsitzende des Fördervereins, wirbt mit seinen Mitstreitern – allen voran dem Frankfurter Lions Club – in Deutschland um Spenden und kümmert sich zugleich darum, dass das Geld genau ankommt, wo es hingehört – im Hospital.

Aufgebaut hat dieses Krankenhaus der deutsche Auswanderer und Mediziner Dr. Oswaldo Kaufmann („Dr. Gringo“) bereits in den 1960er Jahren. Dass es heute noch besteht und ein weithin anerkanntes Zentrum für medizinische Versorgung in Peru ist – das ist nicht zuletzt auch Werner von Sengbusch zu verdanken. Er hatte Dr. Gringo noch kurz vor dessen Tod bei einer Peru-Reise kennen gelernt und 1981 dann mit anderen Mitstreitern das Erbe des Klinik-Gründers angetreten.

Medizinische Versorgung der Landbevölkerung von Peru

„Die Stärken der medizinischen Versorgung liegen im 24-stündigen Notdienst und in der technischen Infrastruktur. Wir verfügen über einen gut ausgerüsteten Kreißsaal und einen funktionsfähigen Operationsbereich, ein intensiv genutztes Labor, ein in dem Gebiet sonst nicht vorhandenes Ultraschallgerät und einer erneuerten Röntgeneinrichtung“, unterstreicht von Sengbusch im aktuellen Coina-Report.

Gerade erst im vergangenen Jahr hat die Fundacion Oswaldo Kaufmann (FOK), die die Geschäfte der Klinik in Peru führt, eine verstärkte Zusammenarbeit mit der medizinischen Fakultät der Universität Trujillo vereinbart. Mit deren Unterstützung soll der klinikeigene OP noch stärker ausgelastet und die chirurgische Versorgung der „Campesinos“, der Landbevölkerung, verbessert werden.

Was die Deckung der jährlichen Betriebskosten angeht, hat der Förderkreis des Hospitals allein im vergangenen Jahr fast 100 000 Euro an Spendengeldern und Mitgliedsbeiträgen überwiesen. Und der Bedarf an finanzieller Unterstützung wird in den nächsten Jahren noch steigen. Das Hospital, dessen älteste Gebäudeteile rund 60 Jahre alt sind, bedarf nicht nur der Renovierung, sondern auch des teilweisen Neubaus. In diesem Jahr sollen die Arbeiten angegangen werden. Die Weichen hatten Teile des Vorstands des Förderkreises bei einem Besuch im Projekt 2018 gestellt.

Spendenkonto

Wer Werner von Sengbusch und seine Mitstreiter unterstützen will, spendet auf das Konto Förderkreis Hospital Andino, Peru e. V.; IBAN: DE64 5001 0060 0005 4576 07 BIC: PBNKDEFF.

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