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Aufregende 24 Stunden

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Von: Jutta Badina-Burger

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Ein Gruppenfoto der etwas anderen Art: Jens Hiller, Johannes, Philip und Max (von links) stehen auf dem Dach eines Einsatzfahrzeuges und gewähren Einblicke ins Innenleben des Wagens.
Ein Gruppenfoto der etwas anderen Art: Jens Hiller, Johannes, Philip und Max (von links) stehen auf dem Dach eines Einsatzfahrzeuges und gewähren Einblicke ins Innenleben des Wagens. © JUBA

Nachwuchs simuliert Feuerwehr-Alltag und findet die Aktion klasse.

Königstein -„Ziemlich müde“ ist er. Wen wundert’s? Stadtjugendfeuerwehrwart Daniel Otto-Schleicher hat einen 24-Stunden-Tag mit der Königsteiner Jugendfeuerwehr hinter sich. Doch er beklagt sich nicht. Im Gegenteil. „Mehr als zufrieden“ sei er, betont Otto-Schleicher umgehend. Es sei eine rundum „tolle Aktion“ gewesen, die nach einer zweijährigen Corona-Zwangspause endlich wieder stattfinden konnte. Mit rund 40 Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 15 Jahren stellten der Jugendwart und sein rund 15-köpfiges Team den vielseitigen Alltag einer Berufsfeuerwehr nach. Somit standen eine Menge Ausbildungen, Übungen, „ungeplante“ Einsätze, Sport, das gemeinsame Essen und die Nacht auf der „Feuerwache“ auf dem Programm.

Selbst nachts ging’s raus. Die Kinder und Jugendlichen sollten im Wald hinter dem Kurbad eine Person finden. Die Initiatoren dachten, dass mehrere Jugendliche verunsichert sein könnten, weil es dunkel und kalt sein würde. Doch die ungewohnte Aktion sei überhaupt kein Problem gewesen. Otto-Schleicher: „Da sind sie alle ganz selbstbewusst durchgestiefelt.“

Dabei ist klar. Die Feuerwehr-Oberen lassen den Nachwuchs den seelisch und körperlich anstrengenden 24-Stunden-Tag nicht unvorbereitet durchlaufen. Für den Selbstschutz gab es Codewort: Alabama. „Wenn wir Übungen haben, und es stellt jemand von euch fest, dass es ihm jetzt zu realistisch wird, sagt sofort das Codewort. Wir können alles sofort auflösen. Und meldet euch umgehend, wenn jemand von euch Hilfe braucht.“ Was die Sache erschwerte: Die Jugendlichen hatten keine Informationen darüber, was sich die Ausbilder für sie ausgedacht hatten. Vorbereitung ist das A und O. So muss sichergestellt sein, dass die Fahrzeuge einsatzbereit sind: Wo liegen die Sachen auf den Fahrzeugen? Ist alles vorhanden? Sind die Autos ausreichend betankt?

„Wir durften wie die Großen ausrücken“

Die Mädchen und Jungen mussten eine Person aus einem Schacht und auch ein Tier retten, eine Industrieanlage löschen oder auch mal zwei Einsätze parallel abarbeiten. Da war eine Menge Teamgeist gefragt. „Natürlich wirkt alles erst einmal wie ein großer Abenteuerspielplatz“, sagte der Jugendwart. „Wir haben aber schon gemerkt, wie schnell alle drin waren und sich wirklich gut miteinander abgesprochen haben.“ Es sei auch schön gewesen, wie die Älteren die Jüngeren mitgenommen haben. Mit von der Partie war das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Die Helfer versorgten die Gruppe. Sie stellten die Feldbetten für die Nacht, einen weiteren Raum für die Unterbringung und ein Fahrzeug für Besorgungsfahrten zur Verfügung.

Die „Hauptakteure“ fanden das Programm durchweg „klasse“. Pauline von der Schneidhainer Jugendwehr war das erste Mal dabei und „ganz gespannt auf die Einsätze“. Max und Tobi hatten schon mal mitgemacht und fanden es „toll, die Jugendlichen der anderen Wehren zu treffen und mit ihnen zusammenzuarbeiten“. Ellen war auf der Drehleiter „eingesetzt“. „Das ist ein Fahrzeug, das wir im Stadtteil nicht haben. Es ist super, dass man dadurch auch andere Fahrzeuge kennenlernt.“ Matea war „am Anfang ganz aufgeregt“, weil sie „wie die Großen mit richtigem Atemschutz ausrücken durfte“. Lukas lobte die „tolle Kameradschaftspflege“. Er sagte: „Wir haben viel Spaß.“ Jana ist erst seit vier Wochen in der Jugendfeuerwehr und wirkte noch „ganz aufgeregt“. Doch trotz der ganzen Aufregung haben die Ausbilder das Codewort nicht gehört. „Wir hatten einen Einsatz, in dem ein Mädchen ein bisschen unsicher wurde“, berichtete Daniel Otto-Schleicher. „Wir haben dann ganz langsam gemacht und ihr alles genau erklärt und sie begleitet. Dann war es gar kein Problem mehr.“

Für den Stadtjugendwart war die Wiederauflage des 24-Stunden-Tages ein voller Erfolg. „Allerdings ist es schon ein sehr hoher Organisationsaufwand. Es gibt viel zu klären, zu telefonieren und die Einsatzorte zu begutachten.“ Die Federführung lag beim Königsteiner Jugendwart Markus Pauly. Kaum war der Tross verabschiedet, ging eine echte Alarmierung ein. Die Ausbilder hatten noch einen Ernstfall vor sich.

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