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Bald geht es in der Königsteiner Innenstadt andersrum rund

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Von: Stefan Jung

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Auf dieser Skizze hat die Stadt Königstein die wesentlichen Änderungen festgehalten, die von Montag an greifen sollen. FOTO: Stadt
Auf dieser Skizze hat die Stadt Königstein die wesentlichen Änderungen festgehalten, die von Montag an greifen sollen. © xxxx

Am Montag startet der Verkehrsversuch im Zentrum - Stadt bittet um Geduld und Rückmeldungen

Königstein -Der Countdown läuft - am Montag startet in der Königsteiner Stadtmitte der lange angekündigte und doch von einigen Kurstädtern mit Skepsis erwartete Verkehrsversuch.

Rollten Busse, Taxen und auch Privatwagen bislang von links über die Kloster-, Pingler- und Hauptstraße um die Konrad-Adenauer-Anlage herum, gehen vom 25. April an die Uhren anders im Herzen der Kurstadt - vor allem für die Busse.

Die fahren dann über die Hauptstraße ein, biegen nach rechts in die Pinglerstraße ab, halten zum Ein- und Aussteigen auf der Seite der Konrad-Adenauer-Anlage und fahren anschließend nach rechts und über die Klosterstraße wieder hinauf und hinaus aus der Stadt.

Autofahrer wiederum sollen künftig weitgehend aus der Umfahrung herausgehalten werden. Abgesehen von denen, die ihre Wagen auf einem der Parkplätze in der Stadtmitte abstellen. Die fahren wie bisher auch über die Hauptstraße ein, aber dann über die Pinglerstraße nach rechts und nicht nach links raus und weiter in Richtung Klosterstraße.

"Es ist der Versuch, die Aufenthaltsqualität in der Stadt zu steigern und weniger Individualverkehr durch die Innenstadt fließen zu lassen", begründet die Stadt in einer Mitteilung den Verkehrsversuch noch einmal.

Mit der Drehung der Busse und der Verlegung der Haltestellen auf die Seite der Adenauer-Anlage solle die Aufenthaltsqualität vor den Geschäften und Restaurants auf der gegenüberliegenden Seite der Pinglerstraße erhöht werden. Der Versuch ist zunächst bis zum 5. September angesetzt, kann aber bis zum 10. Dezember verlängert werden.

"Der Verkehrsversuch soll möglichst nah an der Realität eine mögliche Umgestaltung simulieren. So können wir erfahren, wie sich die Veränderungen im Alltag auswirken", unterstreicht Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) verbunden mit der Bitte an alle, "die Situation auf sich wirken" zu lassen. Helm: "Es wird sicherlich einige Tage dauern, bis die neue Situation bei den Menschen in der Stadt angekommen ist." Für Fragen stünden in den ersten Tagen auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung vor Ort zur Verfügung. Zudem sei das Feedback der Königsteinerinnen und Königsteiner gefragt. Anregungen, Kritik und Lob können via E-Mail an verkehrsdrehung@koenigstein.de geschickt werden.

Was die kritische Haltung in Teilen der Bevölkerung zum Verkehrsversuch angeht, dürfte die zweiwöchige Vorbereitungsphase alles andere als eine vertrauensbildende Maßnahme gewesen sein.

Zumindest nicht bei denjenigen, die auf den ÖPNV angewiesen sind. Von denen standen gerade zu Beginn der Bauphase doch einige recht rat- und planlos an den Haltestellen in der Innenstadt, um herauszufinden, wo denn nun ihr Bus abfährt.

Die Anmoderation seitens der Verwaltung hatte hier gerade mit Blick auf den Busverkehr doch merklich Luft nach oben. Die scheint man im Rathaus für den eigentlichen Verkehrsversuch doch besser ausschöpfen zu wollen. So veröffentlichte die Stadtverwaltung am Dienstag eine Übersicht dazu, wo welche Busse im Zuge des Verkehrsversuchs abfahren werden.

Das Wichtigste vorweg: Alle Busse werden wieder wie gewohnt von der Georg-Pingler-Straße aus abfahren. Für die Adelheidstraße hat sich der Dienst als Ausweichhaltestelle erst einmal erledigt. Künftig werden hier nur noch Busse stehen, die lange Wartezeiten zu überbrücken haben.

Die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK) fürchtet, dass mit Beginn des Versuchs ein Verkehrschaos über die Stadtmitte hereinbricht. Zumal zeitgleich die Baustellenampel in der Sodener Straße wieder in Betrieb genommen werden soll. Wenn zwei gravierende Verkehrsstränge gleichzeitig verändert und verengt würden, könnte dies nach Ansicht der ALK dazu führen, dass der Verkehr mal wieder zusammenbrechen werde.

Vor allem die Schaffung einer abknickenden Vorfahrtsstraße nach links von der Kloster- in die Adelheidstraße bereitet der ALK-Stadtverordneten Hanne Brill Kopfzerbrechen. Während Busse dadurch leichter die Bergauffahrt in der Klosterstraße meistern sollen, müssten von der Le Cannet-Rocheville-Straße kommende Autofahrer an dieser Ecke zunächst einmal warten oder aber über den Kreisel und die Frankfurter Straße in die Innenstadt fahren. Dies könne zu erheblichen Rückstaus auf der B8 führen. Die ALK bezweifelt grundsätzlich den Sinn der Verkehrsdrehung. Die Planer selbst hätten die Drehung auf Nachfrage als problematisch bezeichnet. Brill: "Dennoch folgte die Mehrheit des Stadtparlaments dem Wunsch von Bürgermeister Leonhard Helm (CDU)".

Von Linien und Steigen

Mit Beginn des Verkehrsversuchs werden in der Georg-Pingler-Straße fünf Haltesteige (1 bis 5) geschaffen, an denen Busse ein- und abfahren. Steig 1 ist vorgesehen für die Linien 223, 263, 805; Steig 2 und 3 werden von den Linien 57, 60, 80, 81, 83, 84, 85, 811, 815 angefahren; Steig 4 von den Linien 253, X26 nach Wiesbaden sowie 803 und

an Steig 5 halten die Busse der Linien 261, X26 nach Bad Homburg und X27. Die Zuordnung basiert laut Stadt auf den bestehenden Fahrplänen.

Zwei Fahrten im Schülerverkehr müssen abweichend von anderen Positionen verkehren. Bei diesen handelt es sich um reine "Schülerverstärker". Um 13.10 Uhr fährt die Linie 253 ab Steig 5 statt regulär ab 4. Und um 13.12 Uhr verlässt die Linie 811 den Steig 1 statt regulär ab 2, da hier ein Gelenkbus zum Einsatz kommt.

Hinzukommen zwei Steige (6 und 7) in der Hauptstraße, die nur für den Ausstieg im Schulbusverkehr und als Kurzzeit-Warteposition gedacht sind. Zwei Langzeit-Wartepunkte werden in der Adelheidstraße (W) eingerichtet. Die Situation soll nach Beginn des Verkehrsversuchs geprüft und die Zuordnung der Haltestellen gegebenenfalls angepasst werden. red

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