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Beatrice Schenk-Motzko will Königsteiner Rathauschefin werden

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Von: Stefan Jung

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Beatrice Schenk-Motzko (Mitte) soll für die Königsteiner CDU zum Rennen um das Rathaus antreten. Diesen Vorschlag wollen Jörg Pöschl, Annette Hogh, Alexander Hees und Leonhard Helm (v.li.) den CDU-Mitgliedern am 23. November unterbreiten. FOTO: Jung
Beatrice Schenk-Motzko (Mitte) soll für die Königsteiner CDU zum Rennen um das Rathaus antreten. Diesen Vorschlag wollen Jörg Pöschl, Annette Hogh, Alexander Hees und Leonhard Helm (v.li.) den CDU-Mitgliedern am 23. November unterbreiten. © Stefan Jung

CDU-Spitze setzt auf externe Kandidatin beim Rennen ums Kurstadt-Rathaus 2024

Königstein -Erster Stadtrat Pöschl, CDU-Vorsitzende Hogh oder Fraktionschef Hees? Wer nach dem für 2024 angekündigten Abschied von Rathauschef Leonhard Helm (CDU) das vergangene Wochenende genutzt hat, um darüber nachzugrübeln, welchen Kandidaten die Christdemokraten wohl für die nächste Bürgermeisterwahl aufbieten werden - der könnte bereits zu Beginn der Woche überrascht worden sein.

Es wird keiner der eingangs genannten heimischen Spitzenkräfte, und es wird auch sonst niemand aus den eigenen Königsteiner Reihen. Die Kurstadt-CDU setzt auf eine externe und weibliche Antwort auf die Kandidatenfrage.

Beatrice Schenk-Motzko soll für die Union in das nächste Rennen um den Rathaussessel gehen, das aller Voraussicht Anfang 2024 entschieden sein sollte.

Vorausgesetzt natürlich, die versammelten Mitglieder der Kurstadt-CDU stimmen der Kandidatur der 36-jährigen Bad Vilbelerin mit familiärer Bindung nach Königstein am 23. November im Haus der Begegnung mehrheitlich zu.

Da allerdings sind Annette Hogh, Jörg Pöschl, Alexander Hees und der amtierende Rathauschef Leonhard Helm (alle CDU) doch mehr als zuversichtlich. Die Mitglieder der parteiinternen Findungskommission sind überzeugt, eine überzeugende Bewerberin gefunden zu haben.

Ein einstimmiges Votum von Fraktion und Vorstand für Beatrice Schenk-Motzko, so Hogh, stärke die Zuversicht, dass man die rund einjährige Kandidatenfindung zu einem erfolgreichen Abschluss geführt habe.

Seit Ende 2021 war die Kommission auf der Suche, hatte dazu ein umfangreiches Bewerber-Profil erstellt und am Ende mit Schenk-Motzko und einem männlichen Interessenten zwei Kandidaten herausgefiltert. Beide seien nach Auskunft der CDU-Vorsitzenden top gewesen - wenn auch nicht aus dem heimischen Stadtverband.

Wie Parteichefin Annette Hogh am Montag bei einem Pressetermin unterstrich, habe man zunächst natürlich in den eigenen Reihen geschaut, sei da allerdings nicht fündig geworden.

Zwar hätte es durchaus aussichtsreiche Bewerber in der Partei und deren Umfeld gegeben. Jeder, der angesprochen worden sei - darunter auch Pöschl, Hees und sie selbst - habe jedoch nach einer gewissen Bedenkzeit dankend abgewunken - aus guten, nachvollziehbaren, persönlichen Gründen.

Sicher sei das Amt des Bürgermeisters auch für sie ein reizvolles, unterstrich Hogh. Aber es sei eben auch ein anspruchsvolles, das zum eigenen Lebensplan, zu Familie und mehr passen müsse. Ein Job, bei dem man um 17 Uhr den Bleistift fallen lasse, sei das ganz sicher nicht.

Beatrice Schenk-Motzko ist sich dessen absolut bewusst, wie sie am Montag betonte. Zwar sei sie von der Anfrage der Königsteiner CDU zunächst überrascht worden. Und auch ihre erste Frage sei gewesen, warum die Kurstadt-Union keinen Kandidaten aus den eigenen Reihen aufbiete. Nach der für sie schlüssigen Erklärung jedoch habe sie nicht mehr lange nachdenken müssen. Eine Nacht darüber schlafen, sei genug gewesen, um sich im Klaren zu sein, dass sie „sehr große Lust“ darauf habe, in Königstein für die CDU anzutreten.

Politische Heimat in der Wetterau

Die Stadt, so Schenk-Motzko, sei ob ihrer familiären Verbindungen schon heute so etwas wie ihre „zweite Heimat“, thematische Brennpunkte wie Kurbad oder Verkehr seien ihr mehr als vertraut und die Kommunalpolitik schon lange ihre Leidenschaft.

Die Mutter eines kleinen Jungen ist seit 15 Jahren in der Wetterau in der Lokalpolitik aktiv, sitzt für die CDU im Ortsbeirat Heilsberg, im Stadtparlament Bad Vilbel wie auch im Kreistag. Zudem ist sie Ersatzkandidatin des CDU-Landtagsabgeordneten Tobias Utter und Vorsitzende der Frauen-Union in der Wetterau.

So sehr der Nachbarkreis bislang ihre politische Heimat ist, so klar ist für die Beamtin in der Hessischen Staatskanzlei aber auch, dass sie ihre ehrenamtlichen Verpflichtungen in der Wetterau zum neuen Jahr abgeben wird, wenn die Mitglieder der Königsteiner CDU sie am 23. November auf den Schild heben.

Dann gelte ihre volle Konzentration ihrer Kandidatur im Taunus und dem Ziel, die Königsteiner von sich zu überzeugen. Wie das gelingen soll?

Schenk-Motzko, die selbst das Sozialwesen als ihr Steckenpferd bezeichnet, will den direkten Kontakt suchen, die Königsteiner mitnehmen und mit ihnen im Austausch ihre thematischen Schwerpunkte setzen.

„Zuhör-Tour“ und „Bürger-Wahlprogramm“ sind zwei der Schlagworte, die sich die Bewerberin auf die Fahnen schreiben will, mit denen sie vom kommenden Jahr an in den Wahlkampf ziehen möchte.

Dass sich die Spitzen der Kurstadt-Union dahinter versammeln und die Auserkorene nach Kräften unterstützen wollen - daran ließen sie bei der Vorstellung der Bewerberin keinen Zweifel.

Beatrice Schenk-Motzko setze voll auf die Karte Königstein, bringe bereits einiges an Erfahrung aus Verwaltung und politischem Ehrenamt mit, und sei doch zugleich ein „frisches, neues Gesicht“, das auch einen neuen Blick auf die Themen der Stadt mitbringe, betonte Jörg Pöschl.

Gerade diesen unverstellten Blick von außen wertet auch der amtierende Königsteiner Rathauschef Leonhard Helm (CDU) durchaus als Vorteil - gerade in Anbetracht der Herausforderungen der Zukunft wie Verkehrswende und Klimawandel. Hierauf gelte es, verstärkt den Fokus zu legen, bekannte Positionen zu hinterfragen und gegebenenfalls neu zu bewerten. Letztlich, das ergänzte CDU-Chefin Annette Hogh, hoffe man gemeinsam mit Beatrice Schenk-Motzko einige thematische „Endlosschleifen“ in Königstein durchbrechen zu können.

Kind der Union mit Verwaltungserfahrung

Beatrice Schenk-Motzko ist zwar schon seit frühester Jugend in der Wetterau zu Hause. Der Taunus und vor allem auch Königstein sind für sie alles andere als unbekanntes Terrain. Ehemann Jannik Motzko ist Königsteiner, beide haben hier geheiratet, ihr gemeinsamer Sohn wurde in der Kurstadt getauft und die Schwiegereltern leben auch hier.

Königstein, so Motzko bei ihrer Vorstellung, sei ihre zweite Heimat und werde zu ihrer ersten, wenn sie 2024 das Rennen um den Rathaussessel gewinnen sollte. Ein Umzug nach Königstein, so die gebürtige Frankfurterin, sei im Falle ihres Wahlsieges selbstverständlich.

Neben den familiären Verbindungen hat die 36-Jährige auch berufliche Verbindungen in den Taunus. Nach ihrer Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten (Ende der 2000er) beim damaligen Landesamt für Straßen und Verkehrswesen, wechselte sie 2009 nach Bad Homburg in die Verwaltung des Hochtaunuskreises.

Als Verwaltungsfachangestellte arbeitete sie zunächst in der Bürger-Information, durchlief dann im Rahmen eines dualen Studiums mehrere Fachbereiche und war als Beamtin dann in der Leitstelle für Unterhalt- und Kostenbeitragsberechnung beschäftigt.

Im August 2016 folgte sie als persönliche Referentin der hessischen Staatsministerin Lucia Puttrich (CDU) in die Wiesbadener Staatskanzlei. Nach ihrer Elternzeit ist sie dorthin auch wieder zurückgekehrt. In der Abteilung „Europa und Internationale Angelegenheiten“ verantwortet sie unter anderem die Budgets für europäische Fördertöpfe des Landes.

Was ihre Mitgliedschaft in der CDU angehe, so Schenk-Motzko, so sei ihr die quasi schon in die Wiege gelegt worden. Vater und Mutter sind Mitglieder der Union. Gemeinsam stellen Tochter und Eltern heute die CDU-Abordnung im Ortsbeirat Heilsberg.

Zu ihren Hobbys zählt die 36-Jährige das Reisen, Lesen, Fitness, Gärtnern und die Frankfurter Eintracht. sj

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