Ein Ort der Begegnung von Mensch zu Mensch

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Mit der Einrichtung eines internationalen Cafés will der Freundeskreis Asyl gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen möchte er für Flüchtlinge eine zentrale Anlaufstelle schaffen.

Mit der Einrichtung eines internationalen Cafés will der Freundeskreis Asyl gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen möchte er für Flüchtlinge eine zentrale Anlaufstelle schaffen. Zum anderen möchte er dort Deutschunterricht für Asylbewerber anbieten. Und schließlich soll das Café auch Treffpunkt für alle Königsteiner Jugendlichen werden.

Denn: „Es gibt aktuell keinen Jugendtreff in der Stadt, was die Jugendlichen, die sich bei uns engagieren, immer mal wieder monieren“, begründet Anna Basse vom Freundeskreis Asyl. Ihr schwebe daher beispielsweise die Ausrichtung eines monatlichen Diskoabends vor. „Zu einer nachbarverträglichen Zeit könnte dann gute Musik gespielt werden“, so Basse.

Damit die Flüchtlinge Kontakte in die Heimat halten können, sei geplant, im Café einen WLAN-Hotspot einzurichten. Außerdem wolle der Freundeskreis Asyl jeden Tag eine Art Sprechstunde anbieten. Basse: „Wir helfen in allen Angelegenheiten.“ Das internationale Café soll allerdings auch dazu dienen, Begegnungen zwischen Königsteinern und Flüchtlingen möglich zu machen. „Beide Seiten sind offen für ein gegenseitiges Kennenlernen. Nur den Raum, wo das zwanglos geschehen kann, gibt es bisher nicht“, so Basse.

Wenn es nach Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) geht, dann wird das Café der Begegnung Ende März / Anfang April in der neuen Flüchtlingsunterkunft „Am Kaltenborn“ eingerichtet werden. „Das wäre einfach am schönsten“, findet der Rathauschef, der nicht unbedingt den Freundeskreis Asyl in der Pflicht sieht, das Café zu betreiben. Vielmehr wünscht er sich, dass sich auch die Flüchtlinge einbringen. „Wir sollten sie in die Eigenverantwortung nehmen“, betont er.

Dass die Idee eines „Café der Begegnung“ Unterstützung braucht, war Kursana-Chef Matthias Damaschke-Gallen schnell klar. Deshalb hat er seine Kontakte spielen lassen zu Mohin Jan Fariod – er arbeitet im Betreuungsteam der Kursana Villa – sowie zu Dirigent Klaus Albert Bauer – seine Eltern wohnen in der Kursana Villa –, um das große Benefizkonzert auf die Beine zu stellen.

„Die Begegnungen zwischen Asylbewerbern und Königsteinern, zwischen Menschen und Menschen sind notwendig, damit man zusammenwachsen kann“, ist er überzeugt. Das „Café der Begegnung“ könne also auch Ausdruck der menschlichen Seite der Willkommenskultur sein, sagt der Direktor der Seniorenwohnresidenz, der von acht Wochen einen Asylbewerber als Praktikanten in seinem Haus eingestellt hat. „Wenn dieser – er ist gelernter Krankenpfleger – sich weiterhin so gut entwickelt, dann werden wir uns um die Anerkennung seiner Ausbildung bemühen und ihn dann als Altenpfleger anstellen“, so Damaschke-Gallen.

(mlf)

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