Bei Festnahme

Betrunkener tritt Polizisten

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Ein berauschter Mann hat sich heftig gegen die Festnahme durch Polizeibeamte in Königstein gewehrt, sie beleidigt, verletzt und bespuckt. Am Ende mussten sie sogar zu ihrer Sicherheit eine zusätzliche Streife aus Usingen anfordern.

Widerstand gegen einen Polizeibeamten, vorsätzliche Körperverletzung und Beleidigung – der 23 Jahre alte Mann hat in der Nacht zum 3. Oktober 2014 nichts ausgelassen. Jetzt stand er wegen seiner Ausraster vor dem Amtsgericht, das ihn zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilte.

Das Gericht hat ihm verminderte Schuldfähigkeit zugebilligt, weil er zum Tatzeitpunkt bis zu 2,16 Promille Alkohol im Blut hatte. Zuvor hatte er wohl auch noch Kokain konsumiert. Der Mann schwieg im Prozess zu den Vorwürfen. Das ist sein Recht. Ein Geständnis, das sich strafmindernd ausgewirkt hätte, gab es dadurch jedoch nicht.

Der Angeklagte hatte in der Nacht gleich zweimal mit der Königsteiner Polizei zu tun. Zuerst war es um den Verdacht auf eine Trunkenheitsfahrt gegangen. Im Zuge weiterer Ermittlungen wollten die Beamten ihn dann an seiner Wohnanschrift in Königstein aufsuchen, trafen ihn zunächst aber nicht an. Sie entdeckten ihn schließlich unter einem Lieferwagen liegend, dort hatte er sich versteckt. Der Aufforderung hervorzukommen, kam er zunächst nicht nach.

Schließlich war es einem Polizisten dann aber doch gelungen, dem sich wie wild gebärdenden Mann Handfesseln anzulegen. Der Beamte berichtete, dass er sich den Angriffen des Mannes nur durch einen Faustschlag aufs Auge erwehren konnte und schließlich auch noch den Schlagstock zur Hand nehmen musste.

„Der Faustschlag brachte gar nichts, ich glaube, mir hat die Hand weher getan als ihm das Auge“, sagte der Polizist, der im Zuge des Festnahmeversuchs auch Tritte des Mannes gegen das rechte Knie kassierte.

Der Beschuldigte habe ihn nicht nur wüst auf Polnisch und Englisch beschimpft und beleidigt, sondern ihn auch noch bespuckt. Nach seinem Eindruck sei der Mann nicht mehr Herr seiner Sinne gewesen. Das Ganze sei „schon ziemlich heftig“ gewesen, so der Beamte. Als er später das Ergebnis der Blutprobe erfahren habe, sei ihm vieles klar geworden: „Das Verhalten des Angeklagten war so gesehen typisch.“

Da der Beamte mit einem Praktikanten am Tatort war und die Gefahr nicht auszuschließen war, dass es beim Transport des Beschuldigten zur Wache zu weiteren Aggressionen kommen könnte, weitere Königsteiner Polizeikräfte aber nicht verfügbar waren, musste eine Streife der Polizeistation Usingen zur Verstärkung angefordert werden. Im Streifenwagen und später auf der Wache habe sich der Mann dann aber wider Erwarten halbwegs manierlich verhalten. „Etwas gesperrt hat er sich zwar noch, ansonsten war das aber ganz normale Härte“, sagte der Polizist.

Mit dem Urteil ist die Strafrichterin deutlich unter dem Antrag des Oberamtsanwaltes geblieben, der 80 Tagessätze zu je 30 Euro für angemessen erachtet hatte, wohl auch weil der wegen Betrugs und Unfall-flucht vorbestrafte Mann während des Prozesses völlig gleichgültig geblieben war und kein Wort der Entschuldigung oder der Reue über die Lippen gebracht hatte.

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