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Sie halten mit ihren Kollegen die Bahnen am Laufen: Der technische Leiter der HLB-Bahnwerkstatt, Marian Mohr (links), freut sich, dass auch Mussie Weldegergish in seinem Team arbeitet.

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Boxenstopp für die Taunusbahnen: HLB-Züge werden am Bahnhof gewartet

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Für die Passagiere ist es meist eine Selbstverständlichkeit. Dass die Züge fahren, verkehrstüchtig sind, keine Pannen haben – all das wird von der Kundschaft erwartet. Die Voraussetzungen dafür werden unter anderem in der Werkstatt der Hessischen Landesbahn (HLB) in Königstein geschaffen.

Sie sind auf vielen Strecken im Einsatz. Zwischen Grävenwiesbach, Bad Homburg und Frankfurt sowie zwischen Frankfurt, Höchst und Königstein verkehren 30 Triebfahrzeuge der Hessischen Landesbahn. Aber nicht alle sind permanent in Bewegung. „26 Züge sind an Werktagen fahrplanmäßig im Einsatz“, sagt Marian Mohr, der technische Leiter der HLB-Werkstatt. „In der Bahnwerkstatt sind zumeist vier Triebfahrzeuge, die wir auf die Hauptuntersuchungen vorbereiten, reinigen oder reparieren.“

Die verfügbaren Züge müssen im Fahrplan so eingeplant werden, dass sie turnusmäßig in der Königstein Werkstatt einen Boxenstopp einlegen können. Das Eisenbahnbundesamt macht in einem dicken Katalog nämlich feste Vorgaben, in welchem Zyklus die Züge gewartet werden müssen. Eigentlich ist das nichts anderes, als der alle zwei Jahre fällig werdende TÜV für Autos. Für Triebfahrzeuge gelten beim vorgeschriebenen Sicherheits-Check andere Intervalle.

So müssen die mittlerweile über 25 Jahre alten kastenförmigen Triebzüge mit der Baureihen-Bezeichnung VT2E alle 50 Tage zur Wartung. „Die neueren Triebfahrzeuge vom Typ Lint41 müssen alle 15 000 km gewartet werden“, erläutert Mohr. Der 34-Jährige und sein Team wissen genau, worauf es ankommt. „Verschleißteile wie die Kohle im Motor müssen ebenso gewechselt werden wie die Bremsbeläge. Wir können auch unter den Gleisen in einem Schacht die Züge von unten kontrollieren und reparieren.“

Ganz wichtig sei es, das Profil der Räder regelmäßig zu drehen und ihnen einen neuen Schliff zu verpassen. Weil sowohl die Räder wie auch die Schienen aus Metall sind, schleift sich hier immer Profil ab. Aus Sicherheitsgründen müssen die Räder regelmäßig überholt werden. „Mal ist es besser, die Räder zu schleifen, um eine optimale Laufleistung zu erzielen, ein anderes Mal werden die Gleise geschliffen“, erläutert Mohr.

Wie stark die mechanische Abnutzung der Radsätze und der dieselelektrische Antrieb belastet sind, macht folgende Zahl deutlich: Alle 30 Züge der Taunusbahnen bringen es auf den rund 100 Kilometern Schienen im Jahr auf insgesamt 1,9 Millionen Zugkilometer.

Tanken und waschen

Auf den insgesamt fünf Gleisen der Bahnwerkstatt werden die Triebwagen beim Boxenstopp wieder flott gemacht. Dafür stehen zwei Abstellgleise für die Betankung und Reinigung, zwei weitere Werkstattgleise mit Grube und Hebeanlage sowie ein Gleis mit der Waschanlage für die Außenreinigung zur Verfügung.

Der Zugbetrieb auf der 16 km langen Bahnlinie von Frankfurt-Höchst über Kelkheim nach Königstein sowie auf dem 37 km langen Schienenstrang von Bad Homburg über Friedrichsdorf nach Usingen, Grävenwiesbach und Brandoberndorf wird von Königstein und dem Stellwerk in Usingen aus gesteuert. Hinzu kommt noch die kleine Stichbahn von Höchst nach Bad Soden, auf der ebenfalls Züge der HLB unterwegs sind. Die gelb-silbernen Triebfahrzeuge fahren zudem noch weiter nach Frankfurt – das aber auf DB-Schienenstrecken. „Am HLB-Standort Königstein sind 140 Mitarbeiter beschäftigt, die meisten von ihnen sind Lokführer“, erläutert Hartmut Bayer, Standortleiter der Hessischen Landesbahn im Bahnhof Königstein. 14 Beschäftigte sind in den Stellwerken in Usingen und Königstein in der Betriebsführung eingesetzt. Weitere 16 arbeiten in der Bahnwerkstatt in Königstein – und achten darauf, dass die 30 im Taunus stationierten Triebfahrzeuge nicht schlapp machen.

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