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Burgfest: Kartenfälschungen und aggressives Verhalten überschatten die Bilanz

Die Ermittlungen wegen der bislang 200 gefälschten Eintrittskarten gehen weiter. Der Burgverein bedauert den Betrug und die aggressive Rangeleien in der Warteschlange vor der Burg zutiefst, betont aber zugleich die gute Zusammenarbeit aller Sicherheitskräfte und Helfer. Insgesamt so die Bilanz, sei das stimmungsvolle Fest von den vielen Gästen auf der Burg und in der Stadt sehr gut angenommen worden.

Die Präsidentin des Burgvereins, Birgit Becker, ist immer noch fassungslos. Die Tatsache, dass während des Burgfestes eine größere Anzahl gefälschter Eintrittskarten aufgetaucht sind, sei „ein Schlag ins Gesicht aller Organisatoren und unserer vielen Gäste.“ Für sie und ihre Präsidiumskollegen hieß es seit Freitagabend Dauereinsatz, eine Lagebesprechung jagte die nächste.

„Außerdem mussten wir die falschen Karten erfassen und mit den betroffenen Besuchern sprechen.“ Aktuelle Nachrichten über Facebook signalisierten: Hier geht es nicht um Organisationsfehler, hier sind kriminelle Machenschaften am Werk. Dass die falschen Tickets sehr schnell identifiziert werden konnten, lang an dem anderen Papier und den Farben, die der oder die Fälscher benutzt haben. Zudem verfügen die echten Karten über ein besonderes Sicherheitsmerkmal.

Die Polizei spricht von etwa 200 gefälschten Karten, die allesamt mit der Preisangabe 10 Euro versehen sind. Wie professionell oder dilettantisch die Fälscher vorgegangen sind, könne noch nicht bewertet werden, so Rüdiger Jesse, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter der Königsteiner Polizeistation. „Die Karten werden jetzt von Spezialisten im Betrugskommissariat Bad Homburg untersucht.“ Danach wisse man mehr.

Unterdessen scheinen sich die Ermittlungen vor Ort weiterhin auf einen bestimmten Kiosk zu konzentrieren, aus dem wohl die meisten falschen Tickets stammen. „Ich bitte aber, mit Vorverurteilungen sehr vorsichtig zu sein“ betont Jesse, „denn noch wissen wir nicht, wer hier Täter und wer Opfer ist.“

Beim Burgverein war man sich schnell einig, jetzt nicht in Schockstarre zu verharren. „Das habe ich gleich bei unserem Mitgliederempfang deutlich gemacht“, so Birgit Becker weiter, „dass wir uns nicht von irgendwelchen Leuten unser schönes Fest zerstören lassen.“ Auch nicht von aggressiven sogenannten Eintrachtfans, die die Burg ohne Eintritt stürmen wollten und in der Warteschlange zwischenzeitlich für unangenehme Rangeleien gesorgten.

Denn insgesamt sei es ein friedliches und ein von den vielen Besuchern und den Standbetreibern sehr gut angenommenes Fest gewesen. „Der Ärger ist nicht in die Burg hineingeschwappt“, und auch in der Stadt, bei der Inthronisation, dem Empfang des Burgvereins sowie beim festlichen Umzug und beim großen Kinderfest habe eine wunderbare Stimmung geherrscht, so Becker in einer ersten Bilanz. Die Vorkommnisse hätten das gut eingespielte Team und die Partner von der Stadt, dem Roten Kreuz und anderen Hilfs- und Servicediensten nur noch enger zusammengeschweißt.

Auch von seiten der Polizei ist insgesamt von einem ruhigen Fest die Rede. Dennoch habe man bei Personenkontrollen 13 Mal Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festgestellt, wobei es sich vor allem um Marihuana handelte. Etwas Arbeit hätten die Polizeikräfte aus dem Hochtaunus und von der Hessischen Bereitschaftspolizei mit einigen aggressiven Schlägern gehabt. „Da sind große Mengen Alkohol im Spiel gewesen,“ weiß Hauptkommissar Jesse zu berichten.

Für die Organisatoren vom Burgverein gilt es nun, die Vorkommnisse aufzuarbeiten und gegebenenfalls Vorkehrungen für das nächste Burgfest zu treffen. „Wir müssen gucken, in welche Richtung wir jetzt gehen. Dafür werden wir viele Gespräche führen“, so Birgit Becker. Das Feiern vermiesen lasse man sich aber auf keinen Fall. „Die Menschen kommen hierher, um ihr Burgfest friedlich und in guter Stimmung zu feiern,“ betont die Präsidentin des Burgvereins. So soll es auch in Zukunft sein.

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