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Zum Dank die Ehren-Präsidentschaft

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Im Kreise von Freunden und Mitstreitern verabschiedeten sich Dr. Reinhard Siepenkort (4.v.li.) und seine Frau Marie-Charlotte (2.v.re.) aus dem Amt. Wolfgang Riedel (4.v.l.) führt künftig den Vorstand an.	Foto: jr
Im Kreise von Freunden und Mitstreitern verabschiedeten sich Dr. Reinhard Siepenkort (4.v.li.) und seine Frau Marie-Charlotte (2.v.re.) aus dem Amt. Wolfgang Riedel (4.v.l.) führt künftig den Vorstand an. Foto: jr © Jochen Reichwein

Mit einer bewegenden Feierstunde hat der Förderkreis der Städtepartnerschaft mit Le Cannet seinen langjährigen Vorsitzenden Reinhard Siepenkort und dessen Marie-Charlotte Siepenkort aus dem Vorstand verabschiedet. Siepenkorts Nachfolge tritt – wie erwartet – Wolfgang Riedel an.

Von Xenia Schein

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt, Ehrenpräsidentschaft des Vereins, Dankesschreiben aus Le Cannet – die Mitglieder des Förderkreises der Städtepartnerschaft zwischen Königstein und Le Cannet wie auch die Verantwortlichen der beiden Partnerstädte hatten hinter den Kulissen in den vergangenen Wochen offensichtlich mächtig gewirbelt, um ihrem Vorsitzenden Dr. Reinhard Siepenkort nach 28 Dienstjahren einen rauschenden wie verdienten Abschied aus dem Amt zu bereiten.

Gaston Fischesser, Königsteiner Ehrenbürger und langjähriger Präsident der Cannetaner Association pour le jumelage, war sogar eigens aus Südfrankreich angereist, um seinem langjährigen Weggefährten und dessen Frau den Dank und die Glückwünsche der Partnerstädter zu übermitteln.

Hatte „Monsieur le Noch-président“ zu Beginn der Mitgliederversammlung noch sehr gelassen, wenn auch überrascht den großen Andrang an Mitgliedern zur Kenntnis genommen, so fehlten ihm am Ende der Versammlung vor Rührung doch erst einmal die Worte.

Dazwischen hatten Siepenkort und seine Frau Marie-Charlotte als langjährige Schriftführerin ihren Abschied genommen und der Förderkreis die Weichen für die Zukunft gestellt.

Riedel folgt nach

Wie von Siepenkort bereits im Gespräch mit der TZ erhofft, betrauten die Mitglieder seinen Stellvertreter Wolfgang Riedel mit seiner Nachfolge. „Wir haben eine tolle Vergangenheit und werden mit Dir eine tolle Zukunft haben“, wandte sich Reinhard Siepenkort an den neuen Vorsitzenden und machte damit auch die Verbundenheit deutlich, die er und seine Frau zum Verein immer haben werden. Wolfgang Riedel hingegen ist sich der großen Fußstapfen bewusst, in die er tritt, freut sich aber sehr auf seine neue Aufgabe.

Unterstützt wird der neue Vorsitzende von einem bewährten Team und einer neuen Stellvertreterin: Patricia Danielzik.

Aufgewachsen in le Cannet kam sie zum Schüleraustausch nach Königstein und machte anschließend mit einem Germanistikstudium in Nizza ihre Liebe zur deutschen Sprache zum Beruf; inzwischen ist ihr Königstein zur zweiten Heimat geworden.

Zum gleichberechtigten zweiten Stellvertreter wählten die Mitglieder Alexander Hees. Der gebürtige Königsteiner ist ebenfalls langjähriges Mitglied des Vereins. Neue Schriftführerin wird Verena Fleiss, Klaus Rätz wird weiterhin das Amt des Schatzmeisters wahrnehmen. Aktuell zählt der Verein 224 Mitglieder zuzüglich dreier assoziierter Partnerschaftsvereine; acht Mitglieder sind neu dazugekommen.

Damit war die von Reinhard Siepenkort angestrebte „Verjüngung des Vorstands“ am Freitagabend vollbracht. Aber einfach so ließen ihn die Freunde nicht gehen: Blumen gab es für die scheidende Schriftführerin, Wein für den scheidenden Vorsitzenden – „diesmal einen Chianti, weil er Siepi heißt“; dazu einen Gutschein für ein Schlemmerwochenende in Colmar, nicht ganz uneigennützig natürlich, findet das Paar auf seinen ausgedehnten Reisen doch auch immer wieder Inspiration für neue Angebote des Vereins.

Reichhaltiges Programm

Dessen Aktivitäten des vergangenen Jahres hatte Siepenkort an diesem Abend – quasi als letzte Amtshandlung – noch einmal Revue passieren. Der scheidende Vorsitzende erinnerte an die Tageswanderungen, zu denen auch 2014 wieder einige dazugekommen seien. Er rief die gemeinsame Provence-Reise ins Gedächtnis, den Besuch einer Schülergruppe aus le Cannet zum Weihnachtsmarkt sowie das traditionelle Lavendelfest, das der Verein zum 40. Mal beging.

Ein weiterer Höhepunkt sei die Teilnahme eines Trios aus der Kurstadt am Marathon Nizza-Cannes gewesen. Darüber hinaus initiierte der Verein wieder zahlreiche kulturelle Veranstaltungen – darunter den Besuch der Schirn-Ausstellung „Esprit Montmartre“ –, die auch im kommenden Jahr wieder ihren festen Platz haben sollen; ebenso wie die beliebten Französisch-Konversationskurse.

Langweilig wird es also auch in Zukunft nicht. Europatag, Lavendelfest, Schüleraustausch der St.Angela-Schule mit dem Collège des Campelières in Le Cannet sowie die deutsch-französische Woche in Tirol sind gesetzte Termine. Außerdem werden wieder Wanderungen stattfinden, Theaterbesuche, ein Chopin-Klavierabend und eine Museumsführung im Städel.

Für sein langjähriges erfolgreiches Engagement im Sinne der deutsch-französischen Freundschaft wurde Siepenkort im Anschluss von der Mitgliederversammlung zum Ehrenpräsidenten des Förderkreises gewählt. Marie-Charlotte Siepenkort wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

Mit großer Freude verlieh Wolfgang Riedel den Eheleuten zudem die deutsch-französische Freundschaftsmedaille des Vereins und dazu noch ein ganz persönliches Zeichen des Dankes für viele gemeinsame Jahre im Dienste der deutsch-französischen Freundschaft: Ein Fotobuch mit Eindrücken und Erinnerungen aus den letzten fünfzehn Jahren des Vereins – 450 Fotos mit Text.

Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) bat den frischgebackenen Ehrenpräsidenten derweil um dessen Eintrag ins goldene Buch der Kurstadt und attestierte den Mitgliedern mit Blick auf das Ergebnis der Wahlen, „eine weise Entscheidung“ getroffen zu haben. Ein Lob, das der Königsteiner Rathauschef vor allem auch an der nach den Neuwahlen bei 60 Prozent liegenden Frauenquote in Vorstand und Komitee festmachte. Für den Hochtaunuskreis stellte Europabeauftragte Natascha Ramadanovic den großen Einsatz des Ehepaars Siepenkort für die deutsch-französische Freundschaft heraus.

Zum krönenden Abschluss eines würdigen Abends zwischen Abschied und Neuanfang spielte Jessica Neugebauer, Marie-Charlotte Siepenkorts Patenkind, ein bewegendes Lied auf ihrer Harfe.

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