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Das ist leider jetzt nicht mehr möglich: Eine Passantin kaufte am Wochenende auf der Königsteiner Adventsmeile am Stand bei Familie Marquart Strickwaren ein.

Weihnachten

Ende für Adventsmeile in Königstein

  • vonChristiane Paiement-Gensrich
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Die Weihnachtshäuschen müssen schließen. Doch die Stadt bietet für Einzelhändler kostenlosen Lieferservice an.

Königstein -Das war's. Schluss mit Kinderkarussell und Schiffschaukel auf dem Kapuzinerplatz. Ende der Adventsmeile mit den vier hölzernen Weihnachtsmarkt-Ständen in der Hauptstraße. Corona hat allen nicht unbedingt notwendigen Aktivitäten den Garaus gemacht. Ab sofort sind die Weihnachtsmarkt-Hütten, an denen vor allem Künstler und Vereine am Wochenende Weihnachtsschmuck, Plätzchen und warme Mützen angeboten hatten, geschlossen.

"Die Stände müssen wie Einzelhändler behandelt werden. Daher müssen wir sie schließen", sagt Stadtmarketing-Leiter und Wirtschaftsförderer Jörg Hormann. Eigentlich war geplant, dass die Häuschen bis kurz vor Weihnachten geöffnet sind, quasi als kleiner Weihnachtsmarkt-Ersatz.

Gleiches gilt für die beiden Fahrgeschäfte. "Es tut uns sehr leid. Aber weil Freizeitaktivitäten, bei denen viele Menschen aufeinandertreffen können, verboten sind, dürfen wir auch keine Kinder zu unseren Fahrgeschäften locken." Wenn die Kinder möglichst zu Hause betreut werden sollten, anstatt in den Kindergarten oder die Schule zu gehen, dürften sie eben auch nicht Karussellfahren. Die Fahrgeschäfte würden abgebaut.

Der Drive-in-Weihnachtsmarkt auf dem Kurbad-Parkplatz falle ebenfalls aus. Dort wollte der Königsteiner Narrenclub "Die Plasterschisser" (kurz "Plaschis") Bratwurst und Glühwein zu Mitnehmen verkaufen. "Theoretisch dürften sie das", erklärt Hormann. "Liefer- und Abholservice bei Lebensmitteln ist möglich." Nach Rücksprache mit Verantwortlichen des Vereins habe man aber entschieden, das Feld der ohnehin schwer gebeutelten Gastronomie zu überlassen. Die Plaschis seien nicht dringend auf diese Einnahmen angewiesen.

Kunden ordern per Telefon oder E-Mail

Was die Einzelhändler betrifft, denen die verordnete Schließung ihrer Geschäfte das Weihnachtsgeschäft verhagelt: Da will die Stadt mit einem Lieferservice helfen - damit die Kunden trotzdem noch in den Königsteiner Geschäften einkaufen können. Und der funktioniert so: Der Kunde meldet sich per Telefon oder E-Mail im Laden und bestellt das gewünschte Produkt. Der Händler lässt sich die Kunden-Kontaktdaten gebenen, verpackt die Produkte und legt eine Rechnung bei. Ein Kurier mit Lastenfahrrad holt die Bestellung ab und liefert sie an die entsprechende Anschrift - sofern die Waren in den (ziemlich großen) Fahrrad-Korb passen. Kunden dürfen aber auch Waren bestellen und mit dem jeweiligen Geschäft einen Termin vereinbaren, zu dem sie ihre Sachen abholen.

Der Lieferdienst unterdessen ist an Werktagen zwischen 14 und 17 Uhr unterwegs. Der Lieferservice wird zunächst vom morgen, 15 Uhr, bis Heiligabend, 11 Uhr, angeboten. Die Lieferkosten übernimmt die Stadt. Alle Händler können mitmachen und den für sie kostenlosen Service nutzen. Im nächsten Jahr werde der Lieferservice, der sich auch nach Corona langfristig etablieren solle, beibehalten, erklärt Hormann. Die kompletten Kosten werde die Stadt dann aber voraussichtlich nicht mehr übernehmen können. Wohl aber wahrscheinlich einen Teil. "Auf lange Sicht muss sich der Service wirtschaftlich tragen."

Das Team von Stayhome Lieferanten & Co hatte zu Beginn der Coronakrise für das örtliche Gewerbe die Plattform Stayhome Lieferanten & Co. entwickelt, damit die Kunden eine optimale Übersicht über Angebote, Öffnungszeiten und andere Serviceleistungen bekommen. Jetzt zum zweiten Lockdown und mitten in der Weihnachtszeit wird die Plattform, die auf der Königsteiner Homepage www.königstein.de zu finden ist, ihr Angebot erweitern und bietet in einer Kooperation mit der Stadt Königstein den örtlichen Lieferservice an.

Händler, die mitmachen wollen, sollten sich vor der ersten Lieferung bei dem Unternehmen Stayhome Lieferanten & Co. melden.

Die Kur- und Stadtinformation macht mit ihrem neuen Online-Shop "Kusi-Lädchen" direkt mit. Hier gibt es ab sofort das gesamte Sortiment der Kur- und Stadtinformation online über die städtische Homepage zu bestellen. Darunter sind der Uhu-Kalender mit tollen Fotos aus der Uhu-Kinderstube auf der Burg sowie Tassen, Stofftaschen und vieles mehr.

Die Advents-Dekoration in der Innenstadt soll übrigens stehen bleiben - damit sich wenigstens ein gemütlicher Schaufensterbummel ein bisschen weihnachtlich anfühlt.

Von Christiane Paiement-Gensrich

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