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Ente gut, alles gut!

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Von: Jutta Badina-Burger

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Während einer Feuerwehrübung wurden mehrere Gummienten aus dem Reichenbachweiher „entführt“.
Während einer Feuerwehrübung wurden mehrere Gummienten aus dem Reichenbachweiher „entführt“. © Privat

Wieso eine Jugendfeuerwehr-Übung hohe Wellen schlug.

Königstein -50 knuffige Quietscheenten tummelten sich in ihrem Element im Reichenbachweiher. Nicht einmal eine Viertelstunde ließ der Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Falkenstein, Martin Kuchling, die putzigen Tierchen aus dem Auge, und schon war es passiert. Mehrere Enten waren verschwunden.

Die Spur der Gummitiere konnte allerdings kurz darauf bis ins Internet verfolgt werden. Sie hatten nicht freiwillig das Weite gesucht, sondern wurden „entführt“. Eine Nachricht in einem sozialen Netzwerk (Facebook) erhitzte bereits die Gemüter. Da waren sie,. . . die Enten.

Eine Dame sah sich einem handfesten Umweltskandal gegenüber und beschimpfte die Verursacher als „asozial“. Stadtjugendfeuerwehrwart Daniel Otto-Schleicher begab sich sofort auf den Weg ins Netz und bat die „Schriftstellerin“, sich umgehend bei der Freiwilligen Feuerwehr zu melden, um die Sache aufzuklären. Es handelte sich mitnichten um einen Umweltskandal, über den ohnehin Polizei und Feuerwehr zu informieren seien, nicht der Rest des www. Die Enten waren dafür gedacht, dass die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr aktiv anhand einer fingierten Notsituation die „Tierrettung“ üben sollten.

Nach Angaben des Stadtjugendwarts gab sich die Frau mit seiner Erklärung nicht zufrieden. Die Enten seien mit Schrauben an der Unterseite präpariert gewesen. Ja, damit sie schwimmen und nicht umkippen. Man hätte Schilder aufstellen können. Ja, hätte man. Jugendwart Kuchling dachte aber nicht, dass seine kurze Abwesenheit gleich einen „Enten-Skandal“ auslöst. Der Bitte des Stadtjugendwarts kam sie dann trotzdem nach und entfernte ihre Mitteilung bei Facebook.

Liebe Leute, lasst mal die Kirche im Dorf beziehungsweise die Enten auf dem Weiher. Daniel Otto-Schleicher forderte eine zügige Rückführung der Enten ohne Lösegeldübergabe. Um 21 Uhr sollte die Enten dann ihren rechtmäßigen Besitzern übergeben werden. Dafür schickte der stellvertretende Stadtbrandinspektor Stefan Freund einen seiner diplomatischsten Feuerwehrleute, um weiteren Eskalationen vorzubeugen. Der rückte zu seinem „Einsatz“ aus, amüsierte sich zumindest köstlich über die Geschichte und dankte Freund für „den Auftrag“. So hieß es dann doch noch „Ente gut, alles gut“.

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