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Er spielte schon für Japans Kaiser

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Von: Esther Fuchs

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Der 1982 geborene Pianist Shinnosuke Inugai und seine Förderin, die Königsteiner Konzert-Agentin Rita E. Langel, haben sich für die TZ an diesem Flügel fotografieren lassen.
Der 1982 geborene Pianist Shinnosuke Inugai und seine Förderin, die Königsteiner Konzert-Agentin Rita E. Langel, haben sich für die TZ an diesem Flügel fotografieren lassen. © EFX

Konzert-Agentin fördert hoch veranlagten Pianisten, der erstmals in der Alten Oper auftritt.

Königstein -Die Finger fliegen über den Steinway-Flügel. Rasend schnell. Ein Stakkato. Das schwarze Haar wippt im Takt. Wenn Shinnosuke Inugai Beethovens G-Dur-Rondo „Wut über den verlorenen Groschen“ spielt, werden Emotionen geweckt. Das Hüpfen des Goldtalers ist musikalisch nah und greifbar. Am Sonntag, 23. Oktober gibt der in Japan geborene Ausnahmepianist sein Debüt im Mozartsaal der Alten Oper Frankfurt.

„Ich war hin und weg, einfach grandios“

Shinnosuke Inugai hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. In der Alten Oper ist er bisher jedoch noch nicht zu Gast gewesen. Das soll sich nun ändern. „Ich freue mich sehr auf den Abend“, sagt der Künstler und verrät: „Die Nervosität wird jeden Tag ein kleines bisschen größer.“ Inugai widmet den Abend „Beethoven macht Schule“ dem berühmten Komponisten. Er spielt zudem Werke von Czerny und Liszt.

„Es wird ein besonderes Konzert werden“, verspricht die Frau, die den Auftritt eingefädelt hat. „Die Freude an der Musik steht im Vordergrund“, erklärt Rita Langel, deren Königsteiner Agentur Altopiano“ den Abend ausrichtet. Sie ist vom Können des Japaners überzeugt. Langel: „Die Liebe zum Klavier ist mir angeboren. Als ich ihn zu erstem Mal hörte, war ich sofort hin und weg. Sein Spiel ist einfach grandios.“ Der Auftritt im Mozartsaal sei logische Konsequenz. „Ein solches Talent muss man fördern“, sagt Langel, die Inugai provisionsfrei fördert.

1982 wurde Shinnosuke Inugai im japanischen Hamamatsu geboren. Sein Musikstudium startete er 2000 an der Gakuen School of Music in Tokyo. Als Jahrgangsbester spielte er vor dem japanischen Kaiser im Imperial Palace. Seine Ausbildung zum Konzertexamen mit Auszeichnung folgte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Dort kreuzte sich der Lebensweg mit Rita Langel, die damals während der Planungen zu einem Wohltätigkeitskonzert nach einem Pianisten suchte. Auf Empfehlung kam dann der Kontakt zustande. Zum Konzert, das damals in Königstein stattfand, spielte Shinnosuke Inugai ohne Gage. Zahlreiche nationale und internationale Wettbewerbe und Auszeichnungen brachten ihm Auftritte im In- und Ausland. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis er auch in der Frankfurter Oper spielt“, schildert Rita Langel.

Am Sonntag sind neben Beetvoven-Werken auch Czernys Klaviersonate No. 1 As-Dur, Op. 7, zudem Liszts „Capriccio alla turca sur des motifs de Beethoven S. 388“ Teil des gut zweistündigen Bühnenprogramms mit Pause.

Das Publikum wird aktiv in den Abend eingebunden. Dafür hat Rita Langel wieder ihre Kontakte spielen lassen. „Es wird kein normales Konzert mit Auftritt, Applaus und Zugabe sein“, erklärt die Agentin aus Königstein und verweist auf die Moderation. Constanze Angermann, bekannt aus Funk und Fernsehen, führt durch den Abend. Auch Angermann hat den Pianisten schon gehört. Sie sei mit Musik aufgewachsen. Der Abend verspreche viel Abwechslung, ist die Moderatorin sicher.

Er übt fünf Stunden täglich, zurzeit mehr

In seinem Spiel wird Shinnosuke Inugai die Kraft der Musik sprechen lassen. Sein Repertoire aus Klassik, Jazz und Pop ist umfassend. Am Sonntag widmet er sich den großen Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts. „Die Vorfreude ist enorm. Ich hoffe auf viele Zuhörer“, sagt Inugai: „Normalerweise spiele ich fünf Stunden täglich. Mit Blick auf das Konzert arbeite ich jedoch von Tag zu Tag intensiver.“ Und dann können die Finger einfach nicht anders. Sie fliegen über die Tasten. Beethovens Rondo soll am Sonntag lebhaft, virtuos und emotional das Publikum ergreifen.

Vorverkauf

Shinnosuke Inugais Konzert in Frankfurts Alter Oper beginnt am Sonntag, 23. Oktober, um 20 Uhr. Karten gibt es für 30/40/45 und 50 Euro unter Frankfurtticket.de im Internet. Ticket-Hotline: (0 69) 1 34 04 00 (montags bis freitags, 10 bis 18 Uhr; samstags, 10 bis 14 Uhr)

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