Szenen wie diese aus dem Winter 20/21 stoßen bei vielen Anwohnern der Kommunen rund um den Feldberg auf Unmut.
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Szenen wie diese aus dem Winter 20/21 stoßen bei vielen Anwohnern der Kommunen rund um den Feldberg auf Unmut.

Ausflüglerärger

Erster Schnee, erste Beschwerden aus Königstein

  • Stefan Jung
    VonStefan Jung
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Mit dem ersten Schnee im Taunus kamen die Wochenendtouristen und sorgten prompt für in den Sozialen Medien geäußerten Ärger. Für Königsteins Ersten Stadtrat Jörg Pöschl war es ein völlig normales Ausflugswochenende.

Königstein -Obschon der Taunus am Wochenende noch weit vom Status "Winterwunderland" entfernt war, lösten die ersten Flocken auf Feldberg und Co. bei vielen Menschen im Flachland geradezu reflexartig das Bedürfnis aus, in den Schnee zu fahren.

Allerdings noch merklich gebremster als im Lockdown-Winter 2020/21. Da hatte die Ausflügler-Lawine vor allem Falkenstein zeitweise überrollt und die Stadt dazu gezwungen, die Zufahrten zum Stadtteil dicht zu machen. So weit war es am Wochenende lange noch nicht.

Dennoch wurde in den Sozialen Medien bereits intensiv über das Thema diskutiert. Von rücksichtslosen Autofahrern im Reichenbachweg war da die Rede, von zugeparkten Straßen und davon, dass die Stadt gefordert sei, hier etwas zu unternehmen.

Noch allerdings sieht man dafür in der Königsteiner Stadtverwaltung keine Notwendigkeit. "Das war ein völlig normales Ausflugswochenende, wie wir es seit vielen Jahren kennen, wenn der erste Schnee im Taunus fällt", konstatierte Jörg Pöschl (CDU), Erster Stadtrat der Kurstadt und selbst Falkensteiner, gestern auf Anfrage unserer Zeitung.

Auf einer Runde durch den Stadtteil habe er sich am Sonntag ein Bild von der Lage gemacht und nichts erkennen können, was wirklich Anlass zum Eingreifen der Stadt gegeben habe. "Lebensbedrohliche Situationen", wie sie in einem Facebook-Forum heraufbeschworen worden seien, habe er nicht ausmachen können, betonte Pöschl verbunden mit der Bitte um etwas verbale Mäßigung.

Weder könne und wolle die Stadt auswärtigen Verkehrsteilnehmern grundsätzlich untersagen, den öffentlichen Verkehrsraum zu nutzen. Noch hätten Anlieger ein Anrecht auf einen Parkplatz in der eigenen Straße.

"Wenn wir anfangen, das Kirchturmdenken so umzusetzen, dann dürften wir an warmen Tagen nicht mehr an die See oder in die Berge, an schönen Tagen nicht mehr in den Zoo oder an Fußballtagen nicht mehr ins Stadion", klinkte sich Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) gestern online in die Diskussion ein. Nicht mehr Egoismus sei gefragt, sondern mehr Verständnis und Rücksichtnahme - von Besuchern und Bewohnern gleichermaßen.

Dass es darum umso schlechter bestellt ist, je mehr Menschen sich auf den Weg in den Taunus machen - das hat der vergangene, zeitweise chaotische Lockdown-Winter gezeigt. Da die Skigebiete in den Alpen weitgehend dicht und auch sonst nicht viele Freizeitangebote zugänglich waren, wurde der Taunus "geflutet".

Ein Szenario, das auch in diesem Winter eintreten könnte. "Ein kurzfristiges Patentrezept gibt es leider nicht. Deshalb haben wir vor ein paar Tagen nochmals Videokonferenzen mit den Nachbarn und übergeordneten Behörden angesetzt, um auf die Situation konkret vorbereitet zu sein", meldete Rathauschef Helm aus Hamburg, wo er gerade an einer Tagung des Städte- und Gemeindebundes teilnimmt.

Vollsperrungen

vermeiden

Es gehe darum, im winterlichen Ernstfall schnell reagieren zu können. Vollsperrungen der großen Zufahrtsstraßen zum Feldberggebiet müssten in dieser Saison vermieden werden.

Für die Zukunft sei geplant, im Winter Displays am Straßenrand zu installieren, die auf die Überfüllung der Besucherparkplätze hinweisen. Helm: "Das allerdings ist eine große Investition für die nächsten Jahre und muss mit den Nachbargemeinden abgestimmt und gut geplant sein."

Unabhängig davon, ob der Andrang der Ausflügler nun groß oder überschaubar ist, will die Stadt in den kommenden Wochen darauf achten, dass nur dort geparkt wird, wo es auch zulässig ist.

Wildparker, die ihren Wagen in Waldgebieten, auf der B8 oder in Wohngebieten vor Ausfahrten abstellen, müssen damit rechnen, dass sie nach einem Ausflug in den Taunus mit dem Taxi oder dem Bus die Heimreise antreten müssen. Wie die Stadt gestern in einer Mitteilung noch einmal hervorhob, werden Falschparker sanktioniert und gegebenenfalls abgeschleppt. sj

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