Preis-Vergabe erst 2017

Eugen-Kogon-Preis: Nossol – eine gute Wahl

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Es war die absolut richtige Entscheidung, den Eugen-Kogon-Preis 2016 an den emeritierten Bischof von Oppeln Alfons Nossol (wir berichteten) zu vergeben. Dass die 19 Mitglieder des Kuratoriums, die die Wahl getroffen haben, davon überzeugt sind, versteht sich von selbst. Doch auch außerhalb des Gremiums ist man sehr glücklich über die Kür des Preisträgers.

Alfons Nossol, das wäre doch genau der richtige Mann für den Eugen-Kogon-Preis! Es ist erst ein paar Wochen her, dass Manfred Colloseus, der Vorsitzende der Königsteiner Kolpingfamilie, beim Besuch des oberschlesischen Annabergs (wir berichteten) noch im Kreise seiner Mitreisenden darüber sinnierte, dass der mittlerweile emeritierte Bischof von Oppeln eigentlich alles mitbringe, was einen kommenden Kogon-Preisträger ausmache.

Was der Kolping-Chef da nach eigenem Bekunden noch nicht wusste, war, dass das verantwortliche Kuratorium zu diesem Zeitpunkt seinen Favoriten schon zum Preisträger für 2016 gekürt hatte.

Bereits im Frühjahr dieses Jahres habe sich das 19-köpfige Gremium – da noch unter der Führung seines Amtsvorgängers Robert Rohr (ALK) – dafür ausgesprochen, Nossol für seine Verdienste auszuzeichnen, erläuterte Alexander Freiherr von Bethmann (FDP) am Dienstagnachmittag bei der Bekanntgabe des Preisträgers.

Diese Entscheidung sei laut von Bethmann umso leichter gefallen, als mit Professor Dr. Alfons Nossol ein mehr als würdiger Kandidat in den Fokus rückte, der beim Kuratorium einhellig auf Zustimmung gestoßen sei.

Kuratoriums-Mitglied Klaus Schwope war es, der den Kirchenmann vorgeschlagen hatte. Zwar habe er, so Schwope gestern im Gespräch mit der TZ, den neuen Preisträger persönlich noch nicht kennen gelernt. Das jedoch was er bereits über Nossol gehört und gelesen habe, habe ihn davon überzeugt, dass der Mann aus Schlesien genau der Richtige sei.

Dass von der Kür bis zur Veröffentlichung des Namens letztlich über ein halbes Jahr ins Land gegangen sei, habe denn auch einzig organisatorische Gründe gehabt, führte Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) am Dienstag aus. Während man mit dem Preisträger sehr rasch in Kontakt gekommen sei, habe sich die Suche nach einem Laudator um einiges schwieriger gestaltet.

Zwar habe man auch hier mit Walter Kardinal Kasper relativ schnell einen geeigneten Wunschkandidaten auf dem Zettel gehabt. Kasper jedoch zu erreichen, sei recht zeitaufwendig gewesen. „Als wir dann den Kontakt endlich hatten, ging alles ganz schnell und unkompliziert. Preisträger und Laudator kennen und schätzen sich sehr“, so Helm. Einzig die Suche nach einem Termin, an dem Nossol wie auch Kasper zur Preisverleihung hätten nach Königstein kommen können, habe sich dann noch schwierig gestaltet.

Ursprünglich für den November dieses Jahres angedacht, habe man sich mit Rücksicht auf die beiden eigentlichen Protagonisten der Verleihung darauf verständigt, den mit 5000 Euro doch eher symbolisch dotierten Kogon-Preis 2016 erst am 10. März 2017 im Haus der Begegnung zu übergeben.

Dass sich nicht nur das Warten, sondern vor allem auch der Besuch der Preisverleihung lohnen wird – neben geladenen Gästen werden auch interessierte Königsteiner Zutritt finden –, davon sind Helm und von Bethmann unisono überzeugt.

Helm: „Alfons Nossol ist jemand, der Dinge durchsetzt. Er agiert nicht stromlinienförmig, sieht sich seiner eigenen Mission verpflichtet und geht seinen Weg – auch gegen den Mainstream, wenn es ihm erforderlich scheint. Die Kurstadt dürfe sich glücklich schätzen, zwei so „bedeutende Persönlichkeiten“ und „beeindruckende Redner“ zu Gast zu haben.

Davon ist auch Manfred Colloseus überzeugt, der sich den 10. März sicher schon rot im Kalender angestrichen hat. „Alfons Nossol ist ein ganz toller Mann“, schwärmt der Kolping-Chef im Gespräch mit der TZ. Und er weiß, wovon er spricht, hat er den kommenden Kogon-Preisträger doch schon 2006 persönlich kennenlernen dürfen.

Auf einer Kolpingfahrt nach Oppeln hatte Professor Rudolf Grulich den Königsteinern einen Besuch beim damals noch amtierenden Bischof Nossol ermöglicht. Das Zusammentreffen mit dem Kirchenmann, so Colloseus, sei ein beeindruckendes Erlebnis für alle Teilnehmer gewesen. „Ich kann dem Kuratorium zu seiner Entscheidung nur gratulieren“, unterstreicht der Kolpingvorsitzende, der darin auch die jüngere Geschichte Königsteins als „Vaterhaus der Vertriebenen“ gewürdigt sieht. Colloseus: „Wir sollten übrigens nicht vergessen, dass sich kommendes Jahr auch der 70. Todestag von Bischof Maximilian Kaller jährt und die Annabergwallfahrt am letzten Sonntag im August zum 60. Mal stattfindet.“

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