Forellenweg: Bis zu 99 Asyl-Plätze

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Ist es der abebbenden Flüchtlingswelle geschuldet, dem einhelligen Wunsch der Stadtverordneten oder den Forderungen der Anwohner? Auf jeden Fall soll die Zahl der Asylbewerber, die in der geplanten Unterkunft am Forellenweg Obdach finden könnten, von zuletzt angedachten 166 auf maximal 99 sinken.

In der von privaten Investoren geplanten Unterkunft für Asylbewerber sollen maximal noch 99 Flüchtlinge unterkommen. Dies geht aus einem kurzen Bericht hervor, den Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) am Donnerstagabend in der Sitzung des Stadtparlaments abgab. Damit läge die Zahl unter der „Marge“ von 100, die das Stadtparlament im Februar einstimmig gewünscht hatte.

Helm skizzierte eine Übereinkunft zwischen dem Kreis als Mieter und den Investoren als Vermieter, wonach auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Firma Römer zwar nach wie vor zwei Gebäude entstehen sollen. Allerdings sei davon nur noch eines für die Unterbringung von Asylbewerbern vorgesehen. Bei diesem soll es sich um den Gebäudetrakt handeln, der zur Straße hin errichtet werden soll. Der zweite Trakt, der in Richtung der Nachbarschaft entstehen solle, sei für gewerbliche Nutzung vorgesehen.

Um welche Art von Gewerbe es sich konkret handeln werde, darüber, so Helm auf Gegenfrage, könne er keine Aussage machen. Es gebe erste Überlegungen der Investoren, aber die seien seines Wissens noch nicht spruchreif. Deshalb wolle er – auch mit Blick auf die Vertraulichkeit der Informationen – nicht vorgreifen. Der Rathauschef erinnerte jedoch daran, dass es sich um eine Gewerbefläche handele, dafür gebe es Festsetzungen. Und an die habe sich der Eigentümer zu halten.

Detailliertere Informationen – zum Beispiel zu möglichen Auswirkungen auf den Vertrag, den Kreis und Investoren bereits geschlossen haben – gab es am Donnerstag vom Königsteiner Rathauschef nicht, und auch vom Hochtaunuskreis waren die gestern auf Anfrage nicht zu bekommen.

„Wir sind in den abschließenden Verhandlungen und können daher noch keine abschließende konkrete Planung vorstellen“, hieß es gestern aus Bad Homburg. Richtig sei, „dass nur noch die Unterbringung von maximal 99 Flüchtlingen“ geplant sei und damit nicht mehr das ganze Grundstück genutzt werde, sondern nur eine Teilfläche. Was mit dem Rest geschehe, dazu könne man keine Auskunft geben, da es dem Kreis nicht gehöre.

Besonders aufmerksam dürften die Anwohner im Forellenweg die weiteren Entwicklungen verfolgen. Bekanntlich hatten die in den vergangenen Monaten mehrfach und deutlich Kritik an den Planungen geäußert, die zunächst vorsahen, auf dem Gelände 200 Flüchtlinge in zwei Gebäuden unterzubringen, und dann im Bauantrag noch bei 166 Personen lagen (wir berichteten). Vertreter der Anwohnerschaft ihrerseits hatten in einem Forderungskatalog eine Zahl von 50 Flüchtlingen als tragbar genannt. Nun also maximal 99.

Die alle nur in einem Haus unterzubringen, erscheine ihr ob des dann zur Verfügung stehenden Wohnraums zwar unzureichend, betonte Dr. Charlotte Eckhardt-Letzelter gestern im Gespräch mit der Taunus Zeitung. Aber das, so die Sprecherin der Anwohner-Initiative, sei nur ein persönlicher Eindruck.

Um eine Bewertung der veränderten Planungen vornehmen zu können, sei es noch zu früh, seien die Informationen noch zu dürftig. Eckhardt-Letzelter: „Anfang Juli wird es ein Gespräch mit der Kreisbeigeordneten Katrin Hechler (SPD) und Bürgermeister Helm geben. Dann wissen wir mehr.“

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