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Carolin Pfaff (3. von rechts) und Florian Petri zu Gast bei der tansanischen Regionalleiterin Schwester Dorothea (2. von links) und den Heilig-Geist-Schwestern in Mammolshain.

Grün am Kilimandscharo

Forstwirte aus dem Taunus pflanzen Bäume bei den Heilig-Geist-Schwestern in Tansania

Von April bis August ist Regenzeit in Tansania. Die beste Zeit, um Bäume zu pflanzen. Das dachte sich auch Carolin Pfaff – und reiste mit zwei Begleitern aus dem Taunus zu den Schwestern der Heilig-Geist-Gemeinde, um dort zur Aufforstung des Landes beizutragen.

400 neue Bäume sind ein wertvoller Beitrag, damit Tansania wieder grüner wird. Das ostafrikanische Land leidet unter der fortwährenden Abholzung. Die Folgen sind fatal: Es kommt zu Versteppung und Bodenerosion, der Grundwasserspiegel sinkt, das Klima verändert sich.

„Der Kilimandscharo verliert immer mehr Eis und Schnee“, berichtet Schwester Eugenia. Die afrikanische Christin gehört der in Mammolshain beheimateten Heilig-Geist-Gemeinschaft an, die seit den 60er Jahren im Nordosten Tansanias Missionierungs- und Entwicklungsarbeit leisten.

Die Heilig-Geist-Schwestern können sich seit vielen Jahren auf Unterstützung aus dem Taunus verlassen. Ob für ihre Kindergärten und Schulen, das Charlotte-Health-Centre (eines der landesweit besten Krankenhäuser) oder die land- und forstwirtschaftlichen Projekte: Spenden kommen direkt dem Programm „Frauen und Entwicklung“ zugute und tatkräftige Hilfe wird gerne angenommen.

Carolin Pfaff hat das bereits 2012 erfahren, als sie nach dem Abitur für zwei Monate im dortigen Krankenhaus mitarbeitete. Mittlerweile hat sie ein forstwirtschaftliches Studium abgeschlossen und arbeitet bei einem Baumpflegeunternehmen in Rhein-Main. Für ihr zweites Tansania-Projekt ließ sich die 24-Jährige beruflich zwei Monate freistellen, sammelte Spenden bei Familie und Freunden und reiste Mitte Juni mit Freundin Fiona Byrne erneut nach Afrika. Ein geradezu royales Engagement. Schließlich sind Fiona wie auch Carolin als ehemalige Königsteiner Burgfräuleins heute Hohe Burgfrauen.

Vor Ort war dann zunächst Spontaneität gefragt, denn die daheim entwickelten Pläne erwiesen sich als nicht realisierbar. „Die jungen Bäume waren größer als wir gedacht hatten, und einen Zaun, den wir zum Schutz vor Tieren eingeplant hatten, konnten wir auch nicht bauen“, berichtet Carolin.

Schwester Honorina, die das Pflanzprojekt betreut, war sich sicher, dass ein Zaun sofort gestohlen würde. Also entschied das Team aus dem Taunus (dem für vier Wochen auch Forstwirt und Baumpfleger Florian Petri angehörte), in der Baumschule der nächstgrößeren Stadt vor allem solche Bäume zu kaufen, die für die Wildtiere der Savanne und die Nutztiere der umherziehenden Massai weniger schmackhaft sind.

Auch aus der eigenen Baumschule auf dem Gelände der Kilari-Farm, die der Mammolshainer Gartenbauer Johannes Schiesser 2010 gegründet hatte, konnten rund 70 Bäume in die Erde gebracht werden. Gemeinsam mit vier einheimischen Arbeitern legten die Experten aus dem Taunus mehrere Haine auf den Geländen der Heilig-Geist-Schwestern an.

Zu den besonderen Momenten der Reise zählt für Carolin Pfaff ihr Arbeitseinsatz bei der Krankenstation Lekrimuni, einer noch jungen Dependance des Charlotte-Health-Centres. Die Station am Fuße des Vulkans Meru gleicht bereits einer grünen Oase inmitten staubiger Savanne. Dort hat sie mit ihren Mitstreitern einen weiteren, bald schattenspendenden Hain angelegt.

Vier Schwestern arbeiten in der abgelegenen Krankenstation, betreuen rund 250 Patienten monatlich. Ihr größtes Problem: Es gibt kein Auto. Einkäufe können nur mit dem öffentlichen Minibus erledigt werden – der fährt aber nur mittwochs und samstags, und in der Regenzeit fast gar nicht.

Transporte Schwerkranker ins nur 20 Kilometer entfernte Health-Centre sind nicht möglich. „Die Schwestern dort leisten so viel. Aber sie kommen einfach nicht weg“, bringt es Carolin Pfaff auf den Punkt. Spenden aus Deutschland für die Anschaffung eines geländegängigen Krankenfahrzeugs werden dringend gesucht.

Auch wenn sie während des sechswöchigen Aufenthalts Hunderte Bäume gekauft hat, dazu Schaufeln und anderes Arbeitsgerät, und die einheimischen Arbeiter entlohnt hat: Die 1 600 Euro, die Carolin Pfaff im Reisegepäck hatte, sind noch nicht aufgebraucht. „Aber die Baumpflanzung ist bei uns ja ein fortlaufendes Projekt“, erklärt Schwester Dorothea, die als zuständige Projektleiterin für einige Wochen in Deutschland zu Gast ist.

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